Autor Thema: Pioneer QX-949 Endstufen-Problem  (Gelesen 223 mal)

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Offline mschneebeck

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Pioneer QX-949 Endstufen-Problem
« am: Mittwoch, 22.Januar.2020 | 01:21:11 Uhr »
Hallo zusammen,

ich bin seit kurzer Zeit auch erfreuter Besitzer eines Pioneer QX-949 Quadro-Verstärkers. Habe ihn defekt geschenkt bekommen (nur Beleuchtung hat funktioniert, sonst kein Mucks)
Wie vermutet, war die Spannungsversorgung defekt, es waren bei einem vorigen Reparaturversuch u.a. falsche Transistoren und Zener-Dioden eingelötet, welche dann auch noch durchgeschossen sind. Habe die und auch gleich alle Elkos in der Spannungsversorgung getauscht (teilweise nur noch 50% der angegebenen Kapazität) und das Gerät ist wieder in voller Pracht erstrahlt. Alle Eingänge, die Matrix-Schaltungen, Klangregelung usw. funktionieren (im Betrieb getestet, nicht elektrisch). Alle Versorgungsspannungen sind in den gegebenen Toleranzen korrekt, vor allem sind sie symmetrisch.

Auch alle vier Endstufen funktionieren grundsätzlich. Aber....
In einer Endstufe (also einem Kanal) kratzt es, auch bei Lautstärke = 0 hörbar, und zwar auch im kalten Zustand. Manchmal schaukelt sich das Kratzen nach einiger Zeit auch hoch (interessanterweise eigentlich nur, wenn Lautsärke =0) und irgendwann löst dann die Schutzschaltung aus. Habe alles vor der Endstufe für diesen Kanal abgetrennt, der Fehler bleibt, daher muss er in der Endstufe liegen.
Auch hier hab ich die verdächtigen Elkos getauscht, die waren aber nicht so weit weg vom Soll wie in der Spannungsversorgung.

Hab dann den Ruhestrom eingestellt (20mv nach Service-HB Eingang mit 5KOhm abgeschlossen) was auch ohne Probleme möglich war. Allerdings spinnt die Mittenspannung. In diesem Kanal lässt sie sich nicht einstellen. Sie pendelt recht schnell zw. zwei Grenzwerten (einige mv um die 0V herum) hin und her. Wenn das Kratzen lauter wird, steigt auch die Schwankung stark an, teilweise bis zu +/-2V. Dann löst auch irgendwann die Schutzschaltung aus. In den restlichen Endstufen kann sie aber problemlos eingestellt werden und bleibt auch bei Erwärmung stabil.

Da alle Elkos neu sind und die Leistungswiderstände lt. meiner Messung in Ordnung, würde ich das Problem am ehesten auf einen Transistor schieben (es sei denn, irgendwo stimmt ein RC Glied nicht mehr, aber auch da wüsste ich nicht, wo ich anfangen sollte). Da ich aber jetzt nicht alle Transistoren auslöten möchte (und keiner davon sichtbar durchgeschossen ist, auch die Dioden-Messung mit dem Multimeter im eingebauten Zustand zeigten nichts ungewöhnliches), würde ich gerne eingrenzen, welches Bauteil für diesen DC Offset verantwortlich sein könnte.

Kann mir da vielleicht jemand einen Tipp geben? Ich vermute ja das Pärchen Q2/Q4, weil an ihnen ja auch die Mittenspannung abgeglichen wird. Aber das ist eben nur eine Vermutung und kein Wissen...

Schaltplan und Bilder vom Oszi sind angefügt.

Vielen Dank
Markus

Offline gyrator

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Re: Pioneer QX-949 Endstufen-Problem
« Antwort #1 am: Donnerstag, 23.Januar.2020 | 20:23:19 Uhr »
Was passiert wenn Du die Dioden und die relevanten Transistoren mit Kältespray abkühlst?
Oftmals lassen sich teildefekte Halbleiter damit gut ausmachen.

Gruß

Thomas

Offline mschneebeck

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Re: Pioneer QX-949 Endstufen-Problem
« Antwort #2 am: Montag, 27.Januar.2020 | 12:46:45 Uhr »
Was passiert wenn Du die Dioden und die relevanten Transistoren mit Kältespray abkühlst?
Oftmals lassen sich teildefekte Halbleiter damit gut ausmachen.

Hatte ich schon gemacht, aber da das Problem ja oft direkt nach dem Einschalten auftrat, konnte es eigentlich kein thermisches Problem sein.
Meine Vermutung war auch richtig, es war das Pärchen Q2/Q4. Der Transistor Typ hat auch einen ziemlich schlechten Ruf, hab ihn dann gegen einen KSA992 (2SA992)
getauscht und das Kratzen war weg.
Es sind dann allerdings noch ein paar andere Fehler aufgetaucht, so dass ich dann bis auf die großen Leistungstransistoren alle Halbleiter getauscht habe. Da der Ausbau der Platinen extrem mühsam ist, wollte ich die Arbeit nicht mehrmals machen.
Jetzt spielt er jedenfalls wieder wunderbar und klingt auch insgesamt besser als vorher. Die ausgebauten Transistoren waren auch schon ziemlich bedient und deutlich oxidiert. Das wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, bis der nächste ausfällt.