Autor Thema: wie Kondensatoren sich im Alter verändern können  (Gelesen 195 mal)

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Offline Ersatzwellenkino

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wie Kondensatoren sich im Alter verändern können
« am: Sonntag, 13.Oktober.2019 | 12:50:42 Uhr »
Gezeigt werden hier ERO - EROID Wickelkondensatoren die derzeit alle gegen neues getauscht werden.
Messgerät: Hickok, schön kalibriert.

Bild 1:  ein 0,1µF 250V
Bild 2: der chinesische Ersatzkondensator,  104/400
Bild 3: ein 0,01µF
Bild 4: der chinesische Ersatzkondensator, 103/400






Offline Ersatzwellenkino

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Re: wie Kondensatoren sich im Alter verändern können
« Antwort #1 am: Sonntag, 13.Oktober.2019 | 12:52:36 Uhr »
Bild 4


Offline BorisK

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Re: wie Kondensatoren sich im Alter verändern können
« Antwort #2 am: Montag, 14.Oktober.2019 | 22:41:38 Uhr »
Sehr interessant, die Infos und Fotos!
Und ein so sehr schickes Kondensator-Messgerät!

Viele Grüße
 :_hi_hi_:
BorisK

Offline lukas

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Re: wie Kondensatoren sich im Alter verändern können
« Antwort #3 am: Donnerstag, 17.Oktober.2019 | 18:09:42 Uhr »
Das sehe ich auch immer wieder, dass alte Kondensatoren höhere Werte zeigen, als fabriksneue. Ich gehe davon aus, dass es sich dabei um einen Fehler handelt, der in der Art der Messung liegt, habe aber keine weiterreichend Erklärung dafür. Hast du eine Ahnung, weshalb es zu diesen hohen Werten kommt?

Viele Grüße
Lukas

Offline Ersatzwellenkino

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Re: wie Kondensatoren sich im Alter verändern können
« Antwort #4 am: Montag, 11.November.2019 | 18:43:42 Uhr »
ein Kondensator besteht ja vereinfacht dargestellt aus 2 dicht beieinanderliegenden Platten mit einer Isolierung dazwischen.
Seine Kapazität wird bestimmt von der Größe der Fläche der Platten und ihrem Abstand zueinander. Um das schön kompakt hinzukriegen werden viele Kondensatoren gewickelt, also 2 Metallfolien und 2 Isolierfolien.
Da eine zeitbedingte Vergrößerung der Fläche hier nicht in Betracht kommt kann es also nur der Abstand der beiden Metallfolien zueinander sein, d.h. die Isolierlage, das Dielektrikum, ist im Alter geschrumpft und dünner geworden. Davon betroffen sind offensichtlich nur Folienkondensatoren. Hervorragend genau über die vielen Jahre haben sich Styroflexkondensatoren erwiesen, die machen es scheinbar nicht, obwohl sie auch Folienkondensatoren sind. Sie sind aber bauartbedingt dicker und volumiger, daher finden wir sie meist nur als kleinere Kapazitäten, vor allem in den LC Kreisen der Empfänger.

Über alte Widerstände kommt auchnoch ein kleiner Beitrag.
Das alles bitte nicht falschverstehen und nun jeden Wickelkondensator unter Verdacht stellen. Die hier gezeigten EROID wurden 1954 in das Radio eingebaut, sie hatten also eine kleine Ewigkeit Zeit um sich so zu verändern. Im zarten Alter von zehn Jahren sollte sowas nicht vorkommen.

lG Martin
« Letzte Änderung: Montag, 11.November.2019 | 19:00:04 Uhr von Ersatzwellenkino »

Offline PeZett

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Re: wie Kondensatoren sich im Alter verändern können
« Antwort #5 am: Montag, 11.November.2019 | 22:41:20 Uhr »
Kann man das wirklich pauschalisieren? Ich durfte auch schon Folienkondensatoren tauschen, deren Kapazität sich nachweislich verringert hatte.

Gruß
Peter
Wege entstehen dadurch, dass man sie geht. (F.Kafka)

Offline Ersatzwellenkino

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Re: wie Kondensatoren sich im Alter verändern können
« Antwort #6 am: Samstag, 16.November.2019 | 07:51:36 Uhr »
hallo Peter,
das ist aber eine Seltenheit.
Diese Zunahme der Kapazität findet man bei den MP, also den Metall-Papier-Kondensatoren.
Das Papier scheint bei denen mit den Jahren dünner zu werden.

Ein Abnahme der Kapazität fand ich häufig bei Kondensatoren in Hochspannungsteilen.
Da liegt die Ursache eher bei Isolationsdurchbrüchen, wenn es einen Überschlag gibt wird ein kleines Stückchen der Metallfolie weggebrannt.
Die selbstheilende Funktion des Kondensators verhindert seinen Ausfall, aber mit der Zeit nimmt so die Kapazität ab. In solchen Fällen würde ich also immer einen Ersatztyp mit höherer Spanungsfestikeit einbauen.

Defekt durch Kurzschluß ist fast ausschließlich bei Elkos anzutreffen, und da am häufigsten bei den Tantalperlen.

lG Martin