Autor Thema: Neue Nadel schadhaft?  (Gelesen 1135 mal)

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Offline tubbyshifi

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Neue Nadel schadhaft?
« am: Mittwoch, 27.April.2016 | 23:35:48 Uhr »
Moin allerseits,

ich habe bisweilen nur unbedarft Platten gehört und möchte nun auch lernen, meinen Plattenspieler einzustellen und zu überprüfen. Bisweilen habe ich mich nur um Bandmaschinen und Verstärker gekümmert.

Nun der vorliegende Fall:
Habe vor einigen Tagen eine neue Nadel für meinen CEC BD2000 erworben. Das System ist noch das originale (Ortofon F 15 O). Dementsprechend habe ich eine passende Nadel gekauft. Die Auflagekraft habe ich mit einer Tonarmwaage eingestellt und das "Headshell"/System habe ich mit der Überhangschablone eingestellt. Da mir ein netter Mensch vor Kurzem ein Oszilloskop schenkte, habe ich beide Nadeln mal mit ebendiesem überprüft. Als Quelle diente eine nagelneue Messplatte mit 1kHz Ton. Abgegriffen habe ich das Signal am Ausgang meines Mixers. Das ganze stellt sich wie folgt dar:

Alte Nadel:



Neue Nadel:



Das einzige was gewechselt wurde, ist die Nadel. Kann ich nun mit Fug und Recht behaupten, dass die Nadel schadhaft ist und eine Neue verlangen, oder gibt es für diese Art von Verzerrung auch andere Fehlerquellen?

Beste Grüße, Heiko

PS: Die Pegelunterschiede können vom Mischpult stammen, das muss ich noch überprüfen.
« Letzte Änderung: Mittwoch, 27.April.2016 | 23:37:54 Uhr von tubbyshifi »

Offline PeZett

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Re: Neue Nadel schadhaft?
« Antwort #1 am: Donnerstag, 28.April.2016 | 12:27:13 Uhr »
Hallo Heiko,

dazu fallen mir einige Sachen (und Fragen) ein. Die jeweiligen Pegelunterschiede zwischen Rechts und Links, die man auf den Oszillogrammen erkennen kann (auch wenn sie recht klein sind) deuten für mich eher auf ein noch nicht 100%ig eingestelltes System hin. Immerhin kann man sich ja mit der Schablone für einige Einstellungen nur an den Systemkanten orientieren und muss dann voraussetzen, dass die Nadel absolut gerade und symmetrisch auf dem Trägerarm sitzt und sich dieser wiederrum gerade und symmetrisch im Systemgehäuse befindet. In dem Zusammenhang auch die Frage, ob es sich um eine Nachbau-Nadel handelt. (Was evtl. den Pegelunterschied zwischen den Oszillogrammen "alt" und "neu" erklärt.) Der "Knick" in der negativen Halbwelle des einen Kanales (neue Nadel) will mir nicht ganz einleuchten. Ist die Platte bei dieser Messung absolut sauber gewesen? Sind die Steckkontakte am System sauber aufgesteckt? Vielleicht wiederholst Du die Messreihe nochmal...  ...idealerweise misst Du direkt am Ausgang des Drehers und lässt den Mixer weg.

Gruß

Peter
« Letzte Änderung: Donnerstag, 28.April.2016 | 12:29:16 Uhr von PeZett »
Wege entstehen dadurch, dass man sie geht. (F.Kafka)

Offline Ersatzwellenkino

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Re: Neue Nadel schadhaft?
« Antwort #2 am: Donnerstag, 28.April.2016 | 13:03:59 Uhr »
vertausch bitte mal die Kanäle, +nochmal.
Kontrast scharf stellen und etwas dunkler zum fotografieren.
lG Martin

Offline NAKADECK

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Re: Neue Nadel schadhaft?
« Antwort #3 am: Donnerstag, 28.April.2016 | 13:39:53 Uhr »
Hallo, Heiko. Herzlich willkommen hier mal von mir.
Auch, wenn ich nicht viel Erfahrung ( Noch nicht) besitze. Es ist schon so mancher Fehler gerade durch Ein bzw. Umbau allein  entstanden, dass das Neuteil beim Einbau dem Alten Teil des Gerätes Schaden zugefügt hat. Nun, bitte wechsele bei der nochmaligen Messung auch nochmals auf die alte Nadel Bestückung. Wenn dann auch die seltsame Kurve erscheint, dann ist durch das Wechseln eventuell  etwas am System schadhaft geworden.
Bitte zu bedenken: Ich bin kein Fachmann, aber ich habe schon so manche seltsamen Fehlerquellen erlebt.
Viel Erfolg und Glück, Chris
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Offline paschulke2

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Re: Neue Nadel schadhaft?
« Antwort #4 am: Donnerstag, 28.April.2016 | 18:02:05 Uhr »
Diese Verzerrung entsteht, weil die Nadel in einer Rillenflanke den Kontakt verliert. Dass die Nadel nicht in beiden Rillen gleichzeitig "abhebt", liegt an der Skatingkraft, die deshalb bei üblichen Tonarmen durch das Anti-Skating (teilweise) kompensiert wird.

Leider ist das Anti-Skating am BD2000 recht exotisch gelöst und es gibt vor allem weder eine Skala noch eine Einstellanweisung in der Anleitung (die man übrigens bei vinylengine.com herunterladen kann).

Ich würde deshalb erstmal den Tonarm ausbalancieren und dann die richtige Auflagekraft einstellen (18 mN bzw. 1,8 g). Evtl sogar etwas höher, denn die Nachbaunadel kann durchaus eine etwas niedrigere Nadelnachgiebigkeit als das Original haben (für die man dann eine höhere Auflagekraft benötigt). Aber erstmal: Ausbalancieren, 18mN einstellen und dann nochmal testen.

Gruß

Thomas

Offline tubbyshifi

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Re: Neue Nadel schadhaft?
« Antwort #5 am: Freitag, 29.April.2016 | 00:00:27 Uhr »
Moin,

danke für die zahlreichen Antworten! Zur Messung: Das Oszillogramm der alten Nadel habe ich gemacht, nachdem ich sie wieder eingebaut habe. Mit der alten Nadel ist also kein Knick in der Kurve, nur mit der neuen. Die Platte war sauber. Bei der Nadel handelt es sich um einen Nachbau, welcher mit etwas mehr Kraft in das System geschoben werden muss. Die originale ist da leichtgängiger.
Nächste Woche wenn ich wieder zu Hause bin, werde ich mich dann nochmal um den Tonarm und die Auflagekraft kümmern. Thomas Begründung klingt plausibel. Werde danach nochmal ein Oszillogramm ohne Mixer machen.

Beste Grüße, Heiko