Autor Thema: Der Ring des Nibelungen  (Gelesen 1210 mal)

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Offline rascas

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Der Ring des Nibelungen
« am: Montag, 29.Februar.2016 | 21:14:46 Uhr »
Das ist ein Thema, mit dem sich sehr lange beschäftigen kann. Und das liegt nicht nur an der Länge des Stücks.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich erst mit ü50 kapiert habe, dass es "... des Nibelungen" und nicht "...der..." heißt....


Wobei ich schon früher in Berührung damit gekommen bin. Wie so oft waren es Impulse von außen. Der erste Impuls war (natürlich) der Ritt der Walküren im Film Apokalypse Now (1979). Verfügbar für mich auf dem Soundtrack des Film. Der Film ist übrigens heute noch einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Das aber nur am Rande....

Nächste Berührung mit dem Ring: wieder ein Film! Diesmal "Excalibur" (1981). Den Film fand ich eigentlich ziemlich schlimm aber die verwendente Musik hat mich nachhaltig beeindruckt. Neben Carl Orff's Carmina Burana (die seitdem Einzug in die "populäre Klassik" nahm) war es ein extrem düsteres Thema, was mich faszinierte. Erst später erfuhr ich, dass es sich um ein Stück von Wagner aus der Götterdämmerung handelt: Siegfried's Trauermarsch. "Habhaft" wurde ich diesem Stück erst mit "Ring ohne Worte" (1990).

Das reichte offenbar für die nächsten 25 Jahre....

Keine Ahnung warum, aber vielleicht war einfach die Zeit reif für mich und ich begann letztes Jahr mich mehr für den Gesamt-Ring zu interessieren. Geschichte, verschiedene Versionen, Inhalt etc. Es fing, glaube ich, damit an, als ich eine Rezension über die Gesamt-Opern-Aufnahmen von Karajan gelesen habe, wo auch sein Ring-Zyklus enthalten war.

Als Einstieg habe ich mir günstig die Einspielung von Wilhelm Furtwängler (Rom 1953) besorgt. Die Kritiken waren nicht schlecht... Allerdings ist das klangtechnisch natürlich nicht der Burner. Auch die Interpretation finde ich noch nicht optimal.

Als kleines Zwischenspiel habe ich mir eine CD "Loriot erzählt Wagners Ring...". Auf Loriots typische Art erklärt er die Handlung anhand einer Karajan-Einspielung. Heraugegeben von der Deutschen Grammophon ist Qualität garantiert. Ein echter guter Einstieg ins Gesamt-Thema.

Jetzt fehlte eigentlich nur noch ein Einspielung, die unter allen Gesichtspunkten optimal ist. Fündig wurde ich bei Sir Georg Solti. Er hat mit den Wiener Symphonikern und tollem Ensemble zwischen 1958 und 1965 unter damals optimalen Aufnahmebedingungen (im Studio) die vier Teile des Rings aufgenommen.

Diese Aufnahme galt auch klangtechnisch lange als Referenz. 2011 wurde das neu remastered. Als Krönung wurde das als BluRay herausgegeben. Neben der höheren Datenrate ist ein Vorteil, dass es sich nur um eine Scheibe (statt 13) handelt.

Also mit hoher Erwartung die BluRay besorgt. Direkt beim Vorspiel fällt auf, auf welch hohem Niveau hier musiziert wird. Und klangtechnisch ist das voll auf der Höhe der Zeit. Sensationell!

Wenn dann die Stimmen einsetzen ist die Überraschung noch größer: endlich kann man die Sänger und Sängerinnen verstehen! Und es macht Spass der Handlung zu folgen! Klar, die Sprache war damals (Ende des 19. Jahrhunderts) schon kryptisch. Inhaltlich heute schwierig bis manchmal ungreiwillig komisch. Aber der Zusammenhang mit der Musik ist hier voll gelungen. In meinen Augen eine echte Referenzaufnahme!

Wenn ich damit tatsächlich mal durch bin freue ich mich schon auf die komplette Version mit Karajan, die deutlich anders sein soll.

Auch der so genannte "Jahrhundert-Ring" (Bayreuth 1976 - 1980) verspricht noch spannendes. Hier könnte sich die DVD lohnen. Dann gibt es zum Ton auch noch Bild.

Man kann sich wahrscheinlich mit keinem Stück länger beschäftigen und immer noch neues entdecken.