Autor Thema: Hybrid-Endstufen empfindlich gegen DMM ?  (Gelesen 2633 mal)

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Offline kuni

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Hybrid-Endstufen empfindlich gegen DMM ?
« am: Donnerstag, 13.Juni.2013 | 08:29:34 Uhr »
Hi zusammen,

aktueller Fall:
Habe aktuell einen Sharp Optonica SM-105H Vollverstärker in der Mangel, bei dem STK-1050II Endstufen Hybride verbaut sind.
Als ich den bekam, lief ein Kanal nicht.
Auf der Suche nach dem Defekt war ich mit meinem DMM an den Pins der beiden Hybride am messen und auf einmal machte es "Peng", nachdem die Messpitze etwas länger an einem Pin dran war (nicht abgerutscht !!!).

Ich wollte den Amp dann - defekt wie er ist - verkaufen, will aber keiner, also habe ich mich aufgemacht ihn zu reparieren.
Die beiden Hybride habe ich nun ausgebaut und getestet -> einer war defekt (CE Strecke eines der Ausgangstransistoren).
Da die Dinger nicht teuer sind, habe ich mir mal 2 besorgt und dieser Tage die beiden neuen eingebaut.
Die diskrete Treiberstufe der Hybride hatte ich zuvor geprüft -> alles iO.
Gerät also eingeschaltet -> alles gut.

Dann wieder mit dem DMM an den Hybriden Spannungen entsprechend SM geprüft, wieder eine Spitze etwas länger dran gelassen (welcher Pin weiß ich leider nicht mehr genau) und wieder machte es "Peng".
Also Hybride nochmal raus, wieder einer defekt, wieder eine der CE Strecken eines der Ausgangstransistoren (aber anderer T als beim ersten Mal).

Dann Treiberstufe nochmal geprüft und wieder den alten iO Hybrid eingebaut, eingeschaltet -> tut.
Nun habe ich die Pins mit dem DMM nicht mehr berührt, sondern nur noch mit dem Finger auf der Platine rum gedrückt ("Suche" nach eventuellen kalten Lötstellen) -> alles prima.
Amp ca. 1h bei Zimmerlautstärke laufen lassen -> alles prima.

Sieht also gut aus, aber es bleibt ein mulmiges Gefühl:
Ist das unter eingefleischten Reparateuren ein bekanntes Problem, daß Endstufen Hybride allergisch sind gegen Messungen mit einem DMM ?
Kann es sein, daß durch das DMM der Hybrid zum Schwingen angeregt wurde und der deswegen hops ging ?
Kann man sich das sonst irgendwie plausibel erklären ?
Gruß, Kuni
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Offline kuni

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Re: Hybrid-Endstufen empfindlich gegen DMM ?
« Antwort #1 am: Sonntag, 23.Juni.2013 | 14:16:08 Uhr »
Kurze Rückmeldung noch zu diesem Thema:
In diesem Sharp Optonica SM-105H Vollverstärker habe ich nun mittlerweile sage und schreibe 3 St. (  :wallbash !! ) STK-1050II verbaut.
Ohne das nochmal ausprobieren zu wollen, ich kann drauf schwören, daß die abkacheln und durchbrennen, wenn man mit dem DMM an die Eingangspins der Hybride geht.

Das ist sozusagen "reproduzierbar". Beim letzten der gestorben ist, hatte ich das Oszi am belasteten LS-Ausgang dran hängen.
Ein Schwingen des Hybrid war bis kurz vor seinem Tod nicht zu sehen. Muß also was anderes gewesen sein.

Ich vermute auch nicht, daß es an einem weiteren Defekt im Verstärker lag, weil mir im Verlauf der Reparatur die Hybride auf beiden Kanälen gestorben sind und er nun schon seit Tagen auch an Last einwandfrei läuft - ohne eben nochmal das DMM zu bemühen.

Gründe für das Sterben ?

Keine Ahnung. Ein HW Kollege in der Arbeit meinte, daß billige DMM mitunter zu hohe Ströme für manch emfindliche Schaltung ziehen würden, weswegen man bei uns in der HW Abteilung der Firma fast ausschließlich mit dem Oszi messen würde. Das sind dann aber halt auch Digi-Scopes der oberen Preisklasse (LeCroy etc.).

Ich weiß auch nicht, was ich von dieser Aussage halten soll. Mein DMM ist zwar kein Wunderding, auch schon älter, aber Probleme hat's nie gemacht.

Sei's drum. Vlt. laßt Ihr Vorsicht walten, wenn Ihr mal mit Hybrid-Bausteinen zu tun habt.
Ich werde Geräte damit auf jeden Fall in Zukunft meiden. Nützt ja nichts, wenn bei jeder popeligen Messung gleich ein neuer Baustein fällig ist....
Gruß, Kuni
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Offline m_ETUS_alem

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Re: Hybrid-Endstufen empfindlich gegen DMM ?
« Antwort #2 am: Montag, 24.Juni.2013 | 17:47:11 Uhr »
Nö....
Dein Problem ist, das das Gerät ein Sharp ist.
Sharp hat extrem selektierte Hybride verwendet, die natürlich auch entsprechend teuer waren, aber leider nicht zusätzlich gekennzeichnet wurden ( ausser das diese direkt von Sharp kamen!)

In meiner Zeit als ich noch an der SHARP-Händler/Werkstatt-HL saß, war das Hybrideproblem tägliches Ärgerniss, gerade bei den 7000er und 8000er-Serien.

Die Gespräche liefen dann immer nach gleichem Schema:

Werkstatt-X: Wir haben hier einen xxx reinbekommen, der macht kein Mux, was könnte das sein?
Wir: Was haben Sie gemessen?
Werkstatt-X: Nichts warum ? Sagen Sie uns doch einfach was wir tauschen müssen und fertig!
Wir: Wahrscheinlich ist der Endstufenhybride defekt, bitte prüfen und dann ausschließlich durch originalen von SHARP ersetzen, da diese selektiert sind.
Werkstatt-X: Was kostet der denn ?
Wir: 42 DM
Werkstatt-X: Boah...mein Großhändler verlangt nur 19 Mark.
Wir: Der geht maximal 1 Monat, dann raucht das Gerät ab, die Hybride sind selektiert.
Werkstatt-X: Glaub ich nicht, der 19 Mark-Type tuts auch, da verdiene ich mehr!
.
.
.
Nach 2 bis 4 Wochen dann:
Werkstatt-X: Wir benötigen die komplette Endstufenplatine vom Gerät xxx, da ist ein riesen Loch reingebrannt.
Wir: Hat´s der 19Mark-Hybride dann doch nicht getan, gelle ;)´......

Die Resultate kratzten schwer am Image von SHARP...verursacht von ..... .,c045

Die Geräte waren teilweise, bis auf die Haptik, recht gut.

Zu Deinem Amp gab es auch einen zwar hässlichen aber trotzdem richtig guten Tuner: ST-105H

Also mach Dir keine Sorgen es liegt nicht am Messgerät, dieses unterstützt/beschleunigt allerhöchstens das "versterben" des Amps. ....wenn er läuft dann: Never touch a running system  .,a095





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Re: Hybrid-Endstufen empfindlich gegen DMM ?
« Antwort #3 am: Montag, 24.Juni.2013 | 18:53:03 Uhr »
Aha, wenigstens läßt sich das dann einigermaßen erklären...
In dem Gerät hatte ich Lötspuren gefunden, sprich da hat sich schon mal jemand versucht und dann vrmtl. entnervt aufgegeben  :_tease:

Zu Deinem Amp gab es auch einen zwar hässlichen aber trotzdem richtig guten Tuner: ST-105H

Jepp, den habe ich auch:


....wenn er läuft dann: Never touch a running system  .,a095

Worauf Du einen lassen kannst  :grinser:
Gruß, Kuni
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