Autor Thema: DIY Nachbau Kopfeinstellehre für Kassettendecks (Makrolon, Metall...)  (Gelesen 71173 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline kuni

  • HiFi-Classic-Freund
  • ******
  • Beiträge: 52784
  • Geschlecht: Männlich
  • Mini-Bandschneck'ler und "Quasi Neo-Luddite"
    • Kuni seine Homepage
DIY Nachbau Kopfeinstellehre für Kassettendecks (Makrolon, Metall...)
« am: Sonntag, 27.Oktober.2013 | 10:00:52 Uhr »
Hi zusammen,

ich bin gerade in Diskussion mit einer kleinen Metallbearbeitungsfirma, dort eine Kopfeinstellehre für Kassettendecks fertigen zu lassen.
Das Vorbild gab die Lehre von Ulrich:



Mit dabei sein werden zwei Fühlstifte.
(a) Für die Kopfhöheneinstellung:




(b) Einer zur Einstellung der Eintauchtiefe + Tilt ("Verschränkung" / Parallelität zum Band)

Mir schwebt vor dort ggf. eine Kleinserie fertigen zu lassen, wobei der Preis momentan noch der springende Punkt ist.
Ich habe dazu schon ein Angebot, möchte das aber hier noch nicht nennen, um die Umfrage nicht zu beeinflussen.

Nun also die Frage an Euch, wieviel Euch eine solche Lehre wert wäre ?
« Letzte Änderung: Samstag, 02.November.2013 | 13:49:52 Uhr von kuni »
Gruß, Kuni
..............................
http://kuni.bplaced.net/
..............................

Offline frank1391

  • HiFi-Verrückter
  • ***
  • Beiträge: 396
  • Geschlecht: Männlich
  • ubi bene ibi Colonia
Re: Umfrage: Preis Kopfeinstellehre für Kassettendecks
« Antwort #1 am: Sonntag, 27.Oktober.2013 | 13:42:20 Uhr »
Hallo Kuni,

vor Monaten habe ich mich mal auf die Suche nach diesen "Alignment Gauges" gemacht und mir folgende Links (aktualisiert) notiert.

http://www.thegreatbear.net/audio-transfer/information-terminals-m-300-cassette-tape-transport-alignment-gauge/

http://www.willyhermannservices.com/whsh_011.htm

http://www.nakremotes.com/Geo/Nak_Cal_Tapes.htm

http://www.ebay.com/itm/PENTAGON-INDUSTRIES-Compact-Cassette-Tape-Head-Alignment-Gauge-and-Bar-Kit-/271284633543?nma=true&si=9QubaFjim6zWe25hy%252BtIIRNRsTw%253D&orig_cvip=true&rt=nc&_trksid=p2047675.l2557

Die dort aufgerufenen Preise $200,- bis $1000,- sind mir viel zu hoch, ohne damit ein Urteil über die Herstellungskosten plus Gewinnaufschläge abgeben zu wollen.

Mir fällt auf, daß sich Ulrichs gauge von den verlinkten unterscheidet. Sind die bei allen Tapedecks einsetzbar? Wenn nicht - wegen der speziellen Aussparungen -, könnte man sie entsprechend modifizieren.

Friedrich hat in einem anderen Forum auf eine Patentschrift Jan Schoenmakers (Philips) hingewiesen. Leider sind da keine exakten Kassettenmasse angegeben, aus denen man eine CAD-Zeichnung als Grundlage einer automatisierten Produktion erstellen könnte (wers kann).

@Friedrich, kannst Du da weiterhelfen? Wenn ich diese Daten hätte, könnte ich parallel zu Kunis Bemühungen auch einen befreundeten "Hobbyschlosser" mit entsprechendem Equipment interviewen.

Eine Chance, die Dir bekannten und im Forum schon gezeigten Nakamichi Gauges nachzubauen, gibt es wohl nicht, da zuviele Unbekannte.

Interesse an hochgenauem Werkzeug habe ich schon und damit mal auf €50,- bis €100,- gesetzt, im oberen Bereich mit Bauchschmerzen, da hier nur drei mittelprächtige TDs vorhanden.

Kuni, spann mich mit dem Dir vorliegendem Angebot aber bitte nicht zulange auf die Folter.


Gruß
Frank



« Letzte Änderung: Sonntag, 27.Oktober.2013 | 14:06:01 Uhr von frank1391 »

Offline kuni

  • HiFi-Classic-Freund
  • ******
  • Beiträge: 52784
  • Geschlecht: Männlich
  • Mini-Bandschneck'ler und "Quasi Neo-Luddite"
    • Kuni seine Homepage
Re: Umfrage: Preis Kopfeinstellehre für Kassettendecks
« Antwort #2 am: Sonntag, 27.Oktober.2013 | 15:08:06 Uhr »
Hi Frank,

Die dort aufgerufenen Preise $200,- bis $1000,- sind mir viel zu hoch, ohne damit ein Urteil über die Herstellungskosten plus Gewinnaufschläge abgeben zu wollen.

Jepp. Die Links habe ich auch alle schon durch, auch mit dem Ergebnis, daß mir das alles zu teuer wäre.

Mir fällt auf, daß sich Ulrichs gauge von den verlinkten unterscheidet.

Die Ulrich'sche scheint evtl. von Revox zu stammen. Ich meine er hatte mir mal gesagt, daß die bei einem gekauften B710 dabei war.

Sind die bei allen Tapedecks einsetzbar?

Ich meine schon. Die unterschiedlichen Aussparungen sind zunächst mMn vollkommen unerheblich. Das Ding muß die Außenkontur einer MC haben, vor allem mit den unteren Aussparungen (bei den Nak's halt à la MC nur als Löcher), wegen der Stifte, Achsen, Köpfe die beim Einlegen der Platte ins LW durch die Platte passen müssen. Da die MC universell ist, ist es die Lehre dann auch, wenn sie eben die gleiche Kontur hat.

Friedrich hat in einem anderen Forum auf eine Patentschrift Jan Schoenmakers (Philips) hingewiesen.

Vermutlich das hier:
http://www.patentgenius.com/patent/4584620.html

Leider sind da keine exakten Kassettenmasse angegeben, aus denen man eine CAD-Zeichnung als Grundlage einer automatisierten Produktion erstellen könnte (wers kann).

Kein Problem:
- Spezifikation der Kassettenabmessungen habe ich
- Eine CAD Zeichnung der Lehre (Maße abgenommen von Ulrich's Exemplar) habe ich auch schon erstellt, samt notwendiger Toleranzen.

könnte ich parallel zu Kunis Bemühungen auch einen befreundeten "Hobbyschlosser" mit entsprechendem Equipment interviewen.

Mach mal. Knackpunkt und fertigungstechnisches Problem ist, daß man sich da im Toleranzbereich von +/- 0,005mm bewegt.
Im ersten Versuch kam "mein Fräser" nur auf 0,1-0,15 mm, aber auch mit vglw. alten Maschinen, die für Präzisionsteile gar nicht wirklich geeignet sind.

Angedacht hatte ich zunächst Messing (weil nicht magnetisch). Hatte der aber nicht auf Lager und hätte eine zu große Mindestmenge abnehmen müssen. Stahl kam zunächst nicht für mich in Frage (weil magnetisch), also hat er's mit Alu versucht. Dabei hat sich das Ganze bei der Bearbeitung schon so verzogen, daß die Toleranzen nicht hinzubekommen waren.

Evtl. ist also doch z.B. Edelstahl (rostet wenigstens nicht) geeigneter.
Die Platte sollte evtl. dann erst mal nur grob auf Maß gefräst werden, muß dann aber vrmtl. überschliffen werden, damit man die Toleranz halten kann. Damit wird dann auch klar, daß das nicht ganz billig werden kann.

...Gauges nachzubauen, gibt es wohl nicht, da zuviele Unbekannte.

Nein, es gibt keine Unbekannten.
Das Problem ist nur jemanden zu finden, der das genau genug fertigen kann und dann halt der Preis.

...da hier nur drei mittelprächtige TDs vorhanden.

Bei mir sind's zwar mehr, aber so oft braucht man die Lehre auch nicht und deswegen würde ich da auch keine 500€ ausgeben wollen, wie in den o.g. Links tlw. gefordert.

Kuni, spann mich mit dem Dir vorliegendem Angebot aber bitte nicht zulange auf die Folter.

Kein Problem, weil bei Deiner abgegebenen Preisvorstellung eh nicht realisierbar  :shok:

 .,a095
Gruß, Kuni
..............................
http://kuni.bplaced.net/
..............................

Offline frank1391

  • HiFi-Verrückter
  • ***
  • Beiträge: 396
  • Geschlecht: Männlich
  • ubi bene ibi Colonia
Re: Umfrage: Preis Kopfeinstellehre für Kassettendecks
« Antwort #3 am: Sonntag, 27.Oktober.2013 | 16:12:46 Uhr »
Hallo Kuni,

ich bezog mich auf die Offenlegungsschrift 2029897, hinterlegt beim Deutschen Patentamt, München. Leider ist dort auch keine Bemaßung zu finden.

Um überhaupt loslegen zu können, braucht man die (offiziellen) Maße einer CC und das Verständnis dafür, was das Werkzeug können muß. Das kann man sich aneignen, also nicht das Problem.

Letztlich erfolgt die Kontrolle der Kopfeinstellungen mit dem Einstellwerkzeug optisch ("Taschenlampe zur Hinterbeleuchtung, Spalt zu sehen bedeutet, es ist was falsch").
Abgesehen davon, daß mein Freund die von Dir aufgeführten Toleranzen höchstwahrscheinlich nicht einhalten kann, ist mMn diese optische Endkontrolle weitaus fehlerbehafteter.
Das erste Werkzeug muß ja nicht unbedingt das "Ei des Columbus" werden (mit allen wenn und aber).

Wenn Du die CAD - Zeichnung und die CC-Werte bereits hast, warum sie nicht hier veröffentlichen. Vielleicht gibt noch jemand seinen Senf dazu. Bei der Anzahl der bis jetzt abgegebenen Stimmen nur eine vage Hoffnung.

Als erster Gedanke fällt mir auf und ein, daß ich das Werkzeug in 3 Lagen aufbauen würde. Ich habe keine Fräße.
Vor Jahren habe ich mal ein Rundscheibe Stahl (ca 30 cm) in einer Motor-/Zylinderschleiferei beidseitig und zueinander flächenparallel planen lassen, hat €100,- gekostet. Welche Toleranzen da eingehalten werden, weiß ich nicht.

Viele weitere Fragen sind hier noch nicht angesprochen.

Mit "Unbekannten" meinte ich die Federkräfte bei zweien der Nakamichi gauges. Die spielen hier keine Rolle.

Gruß
Frank
 

« Letzte Änderung: Sonntag, 27.Oktober.2013 | 16:28:40 Uhr von frank1391 »

Offline besoe

  • HiFi-Jüngling
  • **
  • Beiträge: 43
  • Geschlecht: Männlich
Re: Umfrage: Preis Kopfeinstellehre für Kassettendecks
« Antwort #4 am: Sonntag, 27.Oktober.2013 | 17:43:24 Uhr »
Hallo Kuni, Hallo Frank,

Die Maße einer Compact-Cassette sind in der von F. E. in dem vor Kurzem an Interessierte verteilten
"Compact Cassetten Handbuch für die Praxis" auf Seite 132 Abb. 76 zu finden. Sollte der "Wälzer" nicht auf dem Rechner liegen, kann man bei Friedrich seine Begierde noch nachträglich anmelden.

Gruß Bernd

Offline frank1391

  • HiFi-Verrückter
  • ***
  • Beiträge: 396
  • Geschlecht: Männlich
  • ubi bene ibi Colonia
Re: Umfrage: Preis Kopfeinstellehre für Kassettendecks
« Antwort #5 am: Sonntag, 27.Oktober.2013 | 20:45:06 Uhr »
Hallo Bernd,
danke für den Tip. Pdf hab ich.

Gruß
Frank

Offline kuni

  • HiFi-Classic-Freund
  • ******
  • Beiträge: 52784
  • Geschlecht: Männlich
  • Mini-Bandschneck'ler und "Quasi Neo-Luddite"
    • Kuni seine Homepage
Re: Umfrage: Preis Kopfeinstellehre für Kassettendecks
« Antwort #6 am: Montag, 28.Oktober.2013 | 11:20:54 Uhr »
Moin Frank,

Um überhaupt loslegen zu können, braucht man die (offiziellen) Maße einer CC

Nicht ganz. Es reicht mMn ein geeignetes Exemplar ("Referenzlehre") zu haben, von dem man die Maße abnimmt (so geschehen).

Betrachtet man zunächst nur die Höheneinstellung, dann gäbe es zwei Möglichkeiten:
(1) Man läßt sich eine Platte + Fühlstift fertigen, ungeachtet der theoretisch notwendigen Toleranzen.
Dann nimmt man ein Deck her, bei dem die Köpfe mittels der "Referenzlehre" eingestellt wurden und arbeitet die nachgefertigte Lehre so lange nach, bis sie paßt. Das taugt mMn für ein Einzelstück, aber nicht für eine Kleinserie.
Dafür bräuchte man dann u.U. noch nicht mal Stahl, Messing osä. sondern da würde es u.U. auch Kunststoff tun, halt einer der sich im Lauf der Jahre nicht übermäßig verzieht.

(2) Man macht sich Gedanken über die Maße der CC und die einzuhaltenden Toleranzen (s.u.) und läßt so eine Lehre nachfertigen, die dann sozusagen ohne die Nacharbeit im Bezug zu einer "Referenzlehre" auskommt. Also quasi ein "Absolutmaß" darstellt.

...und das Verständnis dafür, was das Werkzeug können muß. Das kann man sich aneignen, also nicht das Problem.

Genau das ist der springende Punkt. Wie kam ich auf de Toleranzbereich von +/- 0,005mm ?

Das Kassettenband hat eine spezifizierte Breite von 3,81mm und wird in der Führung über die Köpfe geführt.
Die Breite dieser Führungen konnte ich bisher noch nicht genau genug messen.
Die Fühlstifte des Originals habe ich mit 3,857mm mittels Mikrometerschraube gemessen.
Da die Fühlstifte kleiner sein müssen als die abzutastende Führung selbst, denke ich, daß die Führungen an den Tonköpfen ca. 3,86mm haben dürften.
Damit wird dann mMn klar, daß man eine Genauigkeit im Bereich von ca. 0,003mm (Planparallelität der Platte + Toleranzen der Fühlstifte) erreichen muß.
Ich hatte dann meinem Fräser +/- 0,005mm "ins Lastenheft geschrieben", weil ich eh davon ausgehe, daß das erste Exemplar nachbearbeitet werden muß um ein Feeling für die wirklich notwendigen, praxisrelevanten Toleranzen zu bekommen.

Letztlich erfolgt die Kontrolle der Kopfeinstellungen mit dem Einstellwerkzeug optisch ("Taschenlampe zur Hinterbeleuchtung, Spalt zu sehen bedeutet, es ist was falsch").

Für die Höheneinstellung und Eintauchtiefe nicht, für "Tilt" aber schon - da hast Du recht.
Klar ist mir da auch, daß die optische Kontrolle eben nur eine Kontrolle sein kann. Ist aber besser als nichts, wenn man Probleme sucht und so wenigstens schon mal grob abklären kann, ob die Köpfe wenigstens einigermaßen korrekt stehen.

Abgesehen davon, daß mein Freund die von Dir aufgeführten Toleranzen höchstwahrscheinlich nicht einhalten kann, ist mMn diese optische Endkontrolle weitaus fehlerbehafteter.

Wie gesagt, diese 5um resultieren aus den Überlegungen zur Höheneinstellung und da geht es eben nicht um optische Kontrolle.

Das erste Werkzeug muß ja nicht unbedingt das "Ei des Columbus" werden (mit allen wenn und aber).

Korrekt, aber -> s.o.

Wenn sich eine Kleinserie nicht machen läßt, dann werde ich mir vrmtl. im Eigenbau ein Einzelexemplar bauen und nach Methode (1) anpassen.

Mit "Unbekannten" meinte ich die Federkräfte bei zweien der Nakamichi gauges. Die spielen hier keine Rolle.

Exakt, d.h. irrelevant für diese Lehre und deswegen müssen wir da hier auch nicht drüber diskutieren  .,a095
Gruß, Kuni
..............................
http://kuni.bplaced.net/
..............................

Offline frank1391

  • HiFi-Verrückter
  • ***
  • Beiträge: 396
  • Geschlecht: Männlich
  • ubi bene ibi Colonia
Re: Umfrage: Preis Kopfeinstellehre für Kassettendecks
« Antwort #7 am: Montag, 28.Oktober.2013 | 15:46:00 Uhr »
Hallo Kuni,

in F.E.s Buch sind alle nötigen Maße exakt angegeben. Hast Du das? Wenn nicht, siehe Bernd (Besoe).

Die CCs sind in 1/10 mm konzipiert, für den Prototypen zu planen brauchbare Maße.

Welches CAD-Programm nutzt Du? Hast Du eine fertige Zeichnung, die Du mir auch zusenden willst?

Material: Ich denke, Alu ist erstmal das beste Material. Mache mich da mal bei Wilmsmetall.de schlau.

Gruß
Frank

Die Platte soll, wenn ich das richtig sehe, auf Höhe der Unterkante des Bandes liegen.


 
« Letzte Änderung: Montag, 28.Oktober.2013 | 16:07:16 Uhr von frank1391 »

Offline besoe

  • HiFi-Jüngling
  • **
  • Beiträge: 43
  • Geschlecht: Männlich
Re: Umfrage: Preis Kopfeinstellehre für Kassettendecks
« Antwort #8 am: Montag, 28.Oktober.2013 | 16:31:03 Uhr »
Hallo!

Ich möchte es nicht versäumen, das im "Compact Cassetten Handbuch für die Praxis" angegebene Maß der Kassettendicke mit 9,8 mm zu monieren. Beim Nachmessen von eigenen Kassetten stellt man nämlich fest, das dieses Maß falsch sein muss. Und zudem ist die Kassettendicke bei einer gemachten Messreihe von 10 Kassetten verschiedener Hersteller (Maxell, BASF, SONY, TDK, EMTEC) von 8,5 ... 8,9 mm messbar, also 8,7±0,2 mm (oha!). Kaum eine Kassette ist an den Ecken und am Rücken gleich dick, bestenfalls innerhalb einer Toleranz von ±0,03 mm.
Da stellt sich dann doch die Frage, ob man den Mann an der Fräsmaschine mit Toleranzen von ±0,005 mm "plagen" muß, die er eh kaum einhalten kann, und wenn dann nur durch Zufall .,a015.

Geht man davon aus, dass das Nennmaß der Kassettendicke bei 8,65 (Maxell, BASF) liegt ergäbe sich eine Dicke der Kopfeinstell-Lehre aus (8,65-3,81)/2 = 2,42. Da würde ich eine Makrolon- oder Plexiglasscheibe mit 2,5 mm Dicke in Betracht ziehen. Diese Scheiben sind schon von Haus aus in Bezug auf Planheit und Parallelität sehr gut geeignet. Entspricht dieses Maß der Dicke von der Muster-Einstell-Lehre?

Gruß Bernd
« Letzte Änderung: Montag, 28.Oktober.2013 | 16:35:34 Uhr von besoe »

Offline kuni

  • HiFi-Classic-Freund
  • ******
  • Beiträge: 52784
  • Geschlecht: Männlich
  • Mini-Bandschneck'ler und "Quasi Neo-Luddite"
    • Kuni seine Homepage
Re: Umfrage: Preis Kopfeinstellehre für Kassettendecks
« Antwort #9 am: Montag, 28.Oktober.2013 | 19:54:29 Uhr »
Hi zusammen,

... schön, daß es doch recht rege Beteiligung gibt, wenn auch nicht im Sinne der eigentlichen Preisfindung  ;ich?

in F.E.s Buch sind alle nötigen Maße exakt angegeben. Hast Du das? Wenn nicht, siehe Bernd (Besoe).

Hat mich mittlerweile erreicht...

Welches CAD-Programm nutzt Du?

Das nennt sich NcCAD7 und ist ein einfaches CAD. Habe ich genommen, weil mein Sohn in der Schule damit arbeitet, ich ihm einiges zeigen mußte und mich dabei eh eingearbeitet hatte. Leider kann das kein DXF exportieren sondern nur HPGL (PLT) Dateien.

Material: Ich denke, Alu ist erstmal das beste Material. Mache mich da mal bei Wilmsmetall.de schlau.

Ich denke Alu ist nicht 100% optimal (verzieht sich zu leicht). Stahl wäre vrmtl. am Besten, aber eben magnetisch.
Deswegen denke ich, daß Messing der beste kompromiß wäre.

Ich möchte es nicht versäumen, das im "Compact Cassetten Handbuch für die Praxis" angegebene Maß der Kassettendicke mit 9,8 mm zu monieren.
....
messbar, also 8,7±0,2 mm (oha!)

Stimme ich voll zu. Brauchbare Maße scheinen diese zu sein:
http://www.techniklexikon.net/d/compact-cassette/compact-cassette.htm

Kaum eine Kassette ist an den Ecken und am Rücken gleich dick, bestenfalls innerhalb einer Toleranz von ±0,03 mm.
Da stellt sich dann doch die Frage, ob man den Mann an der Fräsmaschine mit Toleranzen von ±0,005 mm "plagen" muß, die er eh kaum einhalten kann, und wenn dann nur durch Zufall .,a015.

Ich habe das mittlerweile auch gelernt (bin ja kein Mechaniker) daß man das mit Fräsmaschinen nicht wirklich hinbekommt.
Mein Fräser hat's versucht und meinte dann, daß das Ulrich'sche Original vermutlich geläppt wurde.
So lernt man dann halt dazu  :drinks:

Geht man davon aus, dass das Nennmaß der Kassettendicke bei 8,65 (Maxell, BASF) liegt ergäbe sich eine Dicke der Kopfeinstell-Lehre aus (8,65-3,81)/2 = 2,42. Da würde ich eine Makrolon- oder Plexiglasscheibe mit 2,5 mm Dicke in Betracht ziehen. Diese Scheiben sind schon von Haus aus in Bezug auf Planheit und Parallelität sehr gut geeignet. Entspricht dieses Maß der Dicke von der Muster-Einstell-Lehre?

Das mit dem Makrolon ist wirklich ein brauchbarer Tip. Ich werde das für ein Einzelexemplar mal ausprobieren.
Mit Deiner Rechung kommst Du auch gut hin.

Die CC hat eine Dicke von 8,7mm, das Band eine Breite von 3,81mm (siehe Link oben).
Angenommen das Band läge ideal in der Mitte, dann ergibt sich die Plattenstärke (Abstand Bandkante zu Außenseite des Kassettengehäuses) wie folgt:
(8,7 - 3,81) / 2 = 2,445mm

Das Muster hatte ich zwischen 2,495 und 2,505mm gemessen.

@Frank:
Hier kommen wir dann zum springenden Punkt der Lehre. Es reichen hier für die Toleranzen der Lehre nicht die Angaben der CC aus, weil die viel ungenauer gefertigt ist und auch sein kann. Durch die Toleranzen der CC Mechanik ergibt sich eh ein Spiel in dem sich das Band ausrichtet, nämlich dann nach der Führung an den Köpfen und die wiederum muß genau in Spec liegen.
Ich habe das bei meinem Tandberg leidlich erfahren müssen, daß eine TK Höhenverstellung von ca. 1/100 schon ausreicht, um das Band aus dem optimalen Bandpfad laufen zu lassen und dann knittert's an der Andruckrolle.

Vlt. sind 5/1000 zu hoch gegriffen und es darf in der Praxis vlt. auch weniger sein. Diese Grenze kenne ich aber nicht und deswegen muß ich auf höherer Genauigkeit bei der Lehre bestehen, weil alles andere wieder so ungenau sein kann, daß es in der Praxis wieder nicht taugt.

Ich hoffe daß nun klar ist, wieso die ganze Diskussion um CC Maße (und ihre Spezifikation samt Toleranzen der CC selbst) nicht wirklich sachdienlich für die Definition der Toleranzen an der Lehre ist.

Noch was:
Klar könnte ich nun sagen, daß ich mit 1/10 Toleranz der Lehre zu frieden bin, aber dann brauche ich mir keine fräsen zu lassen, sondern kann auch gleich im Baumarkt die "Makrolon Variante" angehen (@Bernd: Das meine ich nicht abwertend bzgl. Deines Vorschlags).
Gruß, Kuni
..............................
http://kuni.bplaced.net/
..............................

Offline frank1391

  • HiFi-Verrückter
  • ***
  • Beiträge: 396
  • Geschlecht: Männlich
  • ubi bene ibi Colonia
Re: Umfrage: Preis Kopfeinstellehre für Kassettendecks
« Antwort #10 am: Montag, 28.Oktober.2013 | 22:17:27 Uhr »
Hallo ihr beiden!

Wüßte ich doch, wie ich viele Zitate "in einem Rutsch" unterbringe.

nicht im Sinne der eigentlichen Preisfindung

Ich befürchte, es werden nicht mehr Diskutanten, als die, die eh hier sind.
Bis jetzt liegen nur zwei Abstimmungen zum Wunschpreis vor, obs denn mehr werden? Irgendwie signalisiert das ja auch, daß der Bedarf an einem solchen Einstellwerkzeug nicht sehr hoch ist oder daß hier zuwenige unterwegs sind.

NcCAD7 - kein DXF

Ich werde mich mal mit anderen Programmen beschäftigen (was ich noch nie getan habe) und von hier aus die Zeichnung nachliefern.

Alu ist nicht 100% optimal.

Vielleicht etwas zu salopp als "Alu" bezeichnet, meinte ich damit Alulegierungen, die es ebenso, wie bei Messingen in verschiedenen Festigkeiten, z.Bsp. hochfest und verwindungssteif gibt. Daher bewußt den örtlichen Metallhandel genannt und nicht erst aufs Bauhaus verwiesen.

Es reichen hier für die Toleranzen der Lehre nicht die Angaben der CC aus, Diskussion um CC Maße

Das hast Du sicher falsch verstanden. Ich bezog mich ausschließlich auf F.E.s Maße im Buch, die in 10tel angegeben sind und, bis auf den Fehler bei 9,8, wohl als richtig zu unterstellen und nicht diskutierbar sind. Das kann man selbstverständlich auch als 9,800 lesen. Ich werde sicher keine Kassette als Grundlage eines hochgenauen Werkzeuges ausmessen. Entsprechend leidvolle Erfahrungen mit Kassettengeräten in Autos habe ich bereits in den 60ern/70ern machen müssen.

Gruß
Frank
« Letzte Änderung: Dienstag, 29.Oktober.2013 | 09:31:54 Uhr von frank1391 »

Offline frank1391

  • HiFi-Verrückter
  • ***
  • Beiträge: 396
  • Geschlecht: Männlich
  • ubi bene ibi Colonia
Re: Umfrage: Preis Kopfeinstellehre für Kassettendecks
« Antwort #11 am: Dienstag, 29.Oktober.2013 | 10:03:49 Uhr »
Noch einen Gedankengang; auch auf die Gefahr hin, daß das den geforderten Ansprüchen nicht gerecht wird:

Könnte man nicht eine TDK MA-XG entsprechend modifizieren? Wenn ich das richtig sehe, benötigt man dann "nur" eine Grundplatte und die Auflegewerkzeuge. Die Arbeiten zur Erreichung der Genauigkeiten beständen dann möglicherweise nur im Planschleifen / Läppen gerader Flächen. Fräßarbeiten fallen weitgehend weg.

Gruß
Frank

Offline kuni

  • HiFi-Classic-Freund
  • ******
  • Beiträge: 52784
  • Geschlecht: Männlich
  • Mini-Bandschneck'ler und "Quasi Neo-Luddite"
    • Kuni seine Homepage
Re: Umfrage: Preis Kopfeinstellehre für Kassettendecks
« Antwort #12 am: Dienstag, 29.Oktober.2013 | 13:24:47 Uhr »
'n Morgen zusammen,

Wüßte ich doch, wie ich viele Zitate "in einem Rutsch" unterbringe.

Einfach über "Zitat einfügen" und dann die "quote" Tags passend in die Antwort reinkopieren.

... daß der Bedarf an einem solchen Einstellwerkzeug nicht sehr hoch ist

Ja, sehe ich auch so und hatte das fast schon vermutet. Deswegen wollte ich die Resonanz auch erst ausloten, bevor ich mit einem teuren Einzelstück + eventueller Kleinserie loslege (vermutlich mache ich das auf der Basis nicht  :_sorry: )

...Alulegierungen, die es ebenso, wie bei Messingen in verschiedenen Festigkeiten gibt.

Aaaah  :;aha ok. Da bin ich wie gesagt zu wenige "Metaller" um mich da im Detail auszukennen.

Hier noch die letzte Antwort von dem von mir angeschriebenen Betrieb. Diese bezieht sich darauf, daß ich nachgefragt hatte, wie sich das auf die Fertigung auswirken würde, wenn man nur eine Platte fräsen lassen würde, also ohne eine Umrandung wie sie in Ulrich's Exemplar mittels der Paßfedern gemacht ist:


"Wenn man die Platte ohne Umrandung anfertigt, ist das natürlich einfacher und unkomplizierter mit nur sehr geringem Verzug.
Was sich dann auch auf die Fertigungszeit und somit die Kosten niederschlägt.
Aber um eine saubere , plane Oberfläche mit kleiner Fertigungstoleranz zu erreichen, muß die Platte und die Fühlstifte auf jedenfall flachgeschliffen werden.
Das geht bei nicht magnetischen Werkstoffen aber nur mit einem Vakuumspanntisch."


Somit ist das an der Stelle beendet, er kann's halt mit seinem Maschinenpark nicht fertigen.

Noch einen Gedankengang; auch auf die Gefahr hin, daß das den geforderten Ansprüchen nicht gerecht wird:

Diskussion und Gedankenaustausch sind doch mMn immer gut....  .,a095

Könnte man nicht eine TDK MA-XG entsprechend modifizieren? Wenn ich das richtig sehe, benötigt man dann "nur" eine Grundplatte und die Auflegewerkzeuge. Die Arbeiten zur Erreichung der Genauigkeiten beständen dann möglicherweise nur im Planschleifen / Läppen gerader Flächen. Fräßarbeiten fallen weitgehend weg.

Ja, wäre sicher auch eine Möglichkeit, die ich nicht wegdiskutieren wollte.

Ich gebe aber nochmal zu bedenken, daß es mir hier in diesem Thread nicht um die Herstellung eines Einzelexemplars ging, sondern ich dachte eher in Richtung einer Kleinserie.

Meine nächsten Schritte werden nun erst mal in Richtung Makrolon gehen, mit dem Fokus eine Lehre für mich herzustellen.
Dabei bin ich gestern schon mal über das erste Problem gestolpert, da es anscheinend kein 2,5mm starkes Material zu geben scheint.
Da forsche ich aber noch ....

Edit:
Habe nun doch eine Quelle für 2,5mm starkes Acrylglas gefunden, deswegen geht's bzgl. den Versuchen mit einer Lehre aus Makrolon/Acrylglas hier weiter:
http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=7200.msg155720#msg155720
« Letzte Änderung: Dienstag, 29.Oktober.2013 | 15:09:28 Uhr von kuni »
Gruß, Kuni
..............................
http://kuni.bplaced.net/
..............................

Offline kuni

  • HiFi-Classic-Freund
  • ******
  • Beiträge: 52784
  • Geschlecht: Männlich
  • Mini-Bandschneck'ler und "Quasi Neo-Luddite"
    • Kuni seine Homepage
Versuch: DIY Kopfeinstellehre für Kassettendecks aus Makrolon
« Antwort #13 am: Dienstag, 29.Oktober.2013 | 15:08:00 Uhr »
Hi zusammen,

angeregt aus dem obigen Beitrag von Bernd (http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=7199.msg155711#msg155711), möchte ich in den kommenden Wochen mal versuchen eine DIY Kopfeinstellehre für Kassettendecks aus Makrolon zu basteln.
Ob's gelingen wird oder nicht, wird man sehen....

Mittels der eingangs gezeigten Lehre von Ulrich hatte ich seinerzeit die Köpfe zweier Kassttendecks geprüft, bzw. eingestellt, die somit als "Referenz" für die Maßhaltigkeit dienen sollen.

Somit ist der Plan folgender:
  • Platte entsprechend der Kassettenkontur aus einer Makrolonscheibe ausschneiden.
  • Kontur des Fühlstifts aus einer Makrolonscheibe ausschneiden.
  • Stärke des Fühlstifts solange abschleifen (dünner machen) bis er möglichst spielfrei in die Bandführungen paßt.
  • Damit ist dann sozusagen die Kopfhöhe des "Referenzdecks" (per Originallehre eingestellt) übertragen auf die Nachbaulehre.

Dreh und Angelpunkt dieser Einstellehren sind zwei Maße:
  • Stärke + Planparallelität der Auflageplatte
  • Stärke des Fühlstifts

Stärke der Auflageplatte:
Die Compakt-Cassette hat eine Dicke von 8,7mm, das Band eine Breite von 3,81mm.
Quelle: http://www.techniklexikon.net/d/compact-cassette/compact-cassette.htm

Angenommen das Band läge ideal in der Mitte, dann ergibt sich die Plattenstärke (Abstand Bandkante zu Außenseite des Kassettengehäuses) wie folgt:
(8,7 - 3,81) / 2 = 2,445mm

Das oben gezeigte Original hatte ich per Mikrometerschraube zwischen 2,495 und 2,505mm gemessen.

Planparallelität der Auflageplatte:
Nimmt man das Original als Referenz, dann ergibt sich aus der Dickenmessung (2,495 - 2,505mm) eine Toleranz für die Planparallelität von ±0,005mm.
Aus diversen Bezugsquellen im Internet habe ich mittlerweile ermittelt, daß die Dickentoleranz von Makrolon und Acrylglas in Plattenform bei ca. 10% liegt. Bei 2,5mm Stärke sind das dann also ±0,125mm, also um Faktor 25 mehr.
Man wird sehen ob das ausreicht.

Stärke des Fühlstifts:
Wird letzten Endes durch Anpassung (abschleifen) ermittelt. Da die Bandbreite bei 3,81mm liegt, sind die Bandführungen an den Köpfen etwas weiter. Ich gehe also zunächst von 4mm Materialstärke aus und arbeite mich dann in Richtung "dünner".

Bezugsquelle:
Makrolon (oder auch "PC" = Polycarbonat) in Stärke 2,5mm habe ich nicht gefunden.
Eine Bezugsquelle für Acrylglas/Plexiglas (oder auch "PMMA" = Polymethylmetaacrylat) in 2,5mm konnte ich auftun:
http://hbholzmaus.eshop.t-online.de/epages/Store7_Shop34800.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/Shop34800/Products/00-750-150-2%2C5

Unterschied zwischen PC und PMMA scheint zu sein, daß PC eine höhere Festigkeit hat und wohl etwas unempfindlicher gegen Kratzer ist. Das scheint mir aber im Vergleich zur ohnehin deutlich größeren Dickentoleranz eh keinen Unterschied mehr zu machen.

Dort habe ich also nun mal zwei Platten in Stärke 2,5 und 4mm bestellt.
« Letzte Änderung: Samstag, 02.November.2013 | 13:54:53 Uhr von kuni »
Gruß, Kuni
..............................
http://kuni.bplaced.net/
..............................

Offline besoe

  • HiFi-Jüngling
  • **
  • Beiträge: 43
  • Geschlecht: Männlich
Re: Versuch: DIY Kopfeinstellehre für Kassettendecks aus Makrolon
« Antwort #14 am: Dienstag, 29.Oktober.2013 | 19:09:36 Uhr »
So ähnlich könnte man die Einstell-Lehre gestalten:



Gruß Bernd

Edit "Kuni": Dateianhang in Galerie übernommen und direkt in Beitrag verlinkt.
« Letzte Änderung: Freitag, 01.November.2013 | 16:12:34 Uhr von kuni »

Offline frank1391

  • HiFi-Verrückter
  • ***
  • Beiträge: 396
  • Geschlecht: Männlich
  • ubi bene ibi Colonia
Re: Re: Versuch: DIY Kopfeinstellehre für Kassettendecks aus Makrolon
« Antwort #15 am: Dienstag, 29.Oktober.2013 | 22:31:38 Uhr »
Hallo Bernd,
hast Du die hier gesehen? Da wird man einen Frontlader wohl nur kopfüber stellen müssen. Vorhandene Klappen müssen doch eh ab.

http://www.ebay.de/itm/PENTAGON-INDUSTRIES-Compact-Cassette-Tape-Head-Alignment-Gauge-and-Bar-Kit-/271307005753?pt=Vintage_Electronics_R2&hash=item3f2b285f39

Die M-300, welche Nacdoc im Programm hatte ist genauso aufgebaut.

Was ist mit den ausgefeilten Nasen an Kunis Muster, haben die eine Funktion?

Gruß
Frank
« Letzte Änderung: Dienstag, 29.Oktober.2013 | 22:36:54 Uhr von frank1391 »

Offline besoe

  • HiFi-Jüngling
  • **
  • Beiträge: 43
  • Geschlecht: Männlich
Re: Re: Versuch: DIY Kopfeinstellehre für Kassettendecks aus Makrolon
« Antwort #16 am: Mittwoch, 30.Oktober.2013 | 07:49:45 Uhr »
Hallo Frank,

warum sollte man für eine Einstell-Lehre, wie an dem verlinkten Teil, Bohrungen oder Aussparnuten oder ähnliches bohren und/oder fräsen? Eine komplette Aussparung für Capstan(e), Andrückrolle(n), Zentrierstift und Lichtschranke zur Banderkennung (z. B. Revox B710 oder Studer A710) ist doch einfacher, wie für jede Störkante eine eigene Aussparung -wie bei Ulrichs Muster- zu fräsen.

Man kann z. B. die Platte auf dieser Seite bis zur Bezugslinie (6,90 mm) symmetrisch auf einer Länge von 70 mm ausfräsen (15,2 <-> 70 <-> 15,2). Was spricht dagegen?



Bei den Decks mit "Klappe" wird man wird man sogar um den Ausbau des Laufwerks wohl nicht herum kommen, um an diverse Einstellschrauben etc. heran zu kommen. Da gebe ich Dir recht.

Gruß Bernd

Edit "Kuni": Dateianhang in Galerie übernommen und direkt in Beitrag verlinkt.
« Letzte Änderung: Freitag, 01.November.2013 | 16:13:58 Uhr von kuni »

Offline frank1391

  • HiFi-Verrückter
  • ***
  • Beiträge: 396
  • Geschlecht: Männlich
  • ubi bene ibi Colonia
Re: Re: Versuch: DIY Kopfeinstellehre für Kassettendecks aus Makrolon
« Antwort #17 am: Mittwoch, 30.Oktober.2013 | 08:41:50 Uhr »
Alles Folgende ist OT wg. Makrolon!


Hallo Bernd, genau das meinte ich.

Kunis Muster hat diese Nasen ohne besondere Funktion, die könnten also wegfallen. Dein Cad - Entwurf hat kassettenmaßkonforme Erhebungen, die könnten wohl auch wegfallen. Die Lehre der Fa. Pentagon hat diese auch in meinen Augen unnötige Fräßung. Somit bleibt eine Platte (siehe M-300), bei der keine Fräßarbeiten nötig sind. Diese Platte muß nur geplant / geläppt und vorab gebohrt werden. Sie wird ausreichend fixiert durch den hinteren Kassettenanschlag im Gerät, die untere Auflage im Kassenschacht und die beiden Bohrungen für die Dreizacke, alles normiert.

Wir sind uns drei wohl einig, daß Stahl das beste Material wäre. Kuni sieht das Problem des Materials in den magnetischen Eigenschaften. Abgesehen davon, daß ich meine, auch diese Platten demagnetisieren zu können, gibt es auch: "Austenitische Stähle sind bei Raumtemperatur nichtmagnetisch" (wikipedia). Ob man da ran kommt, weiß ich noch nicht. Ein Demagnetisieren des Gerätes unmittelbar nach den Einstellarbeiten ist ebenso möglich.

Bei Makrolon habe ich, ohne es genau zu wissen, Bedenken. Die Platte ist in etwa 2,5 mm stark. Ob das für die geforderte Festigkeit reicht? Läßt sich Makrolon planen?
 
Gruß
Frank

Meine Frage an Dich, Kuni nach einer bemaßten CAD-Maschinen geeigneter Zeichnung hatte einen Hintergrund. Ich kenne jemanden im Vakuumpumpenbau (Örlikon, früher Leybold), dort wird genauestens gefräßt, meist in hochfeste Alulegierungen. Die Pumpen müssen immense Drücke aushalten. Eine andere mir gut bekannte "Quelle" baut und überholt Schiffs- und LKW-Motoren (Moteren Mauss, Köln). Eine Frage ist ein Versuch.

@Bernd, kannst Du deinen Entwurf modifizieren und bemaßen? Ich schrieb in Thread 1, daß ich mich mit CAD-Programmen nicht auskenne.

@Kuni, denk mal über einen Materialwechsel nach, dann stünde auch Deine Quelle wieder zur Verfügung.
 
« Letzte Änderung: Mittwoch, 30.Oktober.2013 | 11:42:41 Uhr von frank1391 »

Offline kuni

  • HiFi-Classic-Freund
  • ******
  • Beiträge: 52784
  • Geschlecht: Männlich
  • Mini-Bandschneck'ler und "Quasi Neo-Luddite"
    • Kuni seine Homepage
Re: Re: Versuch: DIY Kopfeinstellehre für Kassettendecks aus Makrolon
« Antwort #18 am: Mittwoch, 30.Oktober.2013 | 11:40:05 Uhr »
Hi zusammen,

Was ist mit den ausgefeilten Nasen an Kunis Muster, haben die eine Funktion?

Im Prinzip sind die nicht notwendig, es würden die Löcher reichen, die die CC auch hat.
Allerdings haben diese Nasen schon eine Funktion und deswegen werde ich sie auch vorsehen. Hat man nämlich z.B. ein motorisch betriebenes LW im ausgebauten Zustand, dann müssen dort ggf. (je nach LW-Typ) die Köpfe nach oben gefahren werden um sie einstellen zu können. Wenn die Köpfe dann aber oben sind, dann bekommt man die Platte ohne die Aussparungen nicht an den Köpfen vorbei. Man müßte dann u.U. die Köpfe immer wieder hoch und runter fahren, was aber der Mechanik dann nicht gut tut, weil man händisch gegen den Motor arbeitet. So ist das zumindest beim Tandberg 3014.

Man kann z. B. die Platte auf dieser Seite bis zur Bezugslinie (6,90 mm) symmetrisch auf einer Länge von 70 mm ausfräsen (15,2 <-> 70 <-> 15,2). Was spricht dagegen?

Meiner Meinung nach spricht da nichts gegen. Hatte ich mir auch schon überlegt um die Fräsarbeiten/Kontur einfacher zu machen.

Bei den Decks mit "Klappe" wird man wird man sogar um den Ausbau des Laufwerks wohl nicht herum kommen, um an diverse Einstellschrauben etc. heran zu kommen.

Nein, das ist so nicht pauschal richtig. Bei den Nakamichi kommst Du ohne LW Ausbau an alle notwendigen Schrauben. Da muß lediglich die Klappe ab, aber das LW kann drin bleiben.

Dein Cad - Entwurf hat kassettenmaßkonforme Erhebungen, die könnten wohl auch wegfallen.

Jein. Diese Erhebungen hat die Ulrich Lehre auch, die Nakamichi Lehren nicht.
Eine wirklich wesentlich Funktion haben die nicht, sind aber wünschenswert.
- Zum einen weil dadurch der "Kassette eingelegt" Kontakt betätigt wird
- Zum anderen weil die Platte dann über das LW schon an die hinteren Referenzanschläge gedrückt wird

Somit liegt die Platte im LW wie es eine CC auch täte. Hat man diese Erhöhungen nicht, dann muß man die Platte leicht nach hinten an die Anschläge drücken bevor man die Kopfhöhe lotet. Geht auch, geht aber eben auch eleganter.

Sie wird ausreichend fixiert durch den hinteren Kassettenanschlag im Gerät, die untere Auflage im Kassenschacht und die beiden Bohrungen für die Dreizacke, alles normiert.

Die Positionierung mittels der Dreizacke ist für die Platte nicht funktional notwendig. Wichtig ist lediglich die Auflage an den hinteren Kassettenanschlägen = Referenzanschläge.

@Kuni, denk mal über einen Materialwechsel nach, dann stünde auch Deine Quelle wieder zur Verfügung.

Ja Frank, Stahl wäre sicher wegen der Einhaltung der Toleranzen am geeignetsten.
Selbst wenn die Platte leicht magnetisch wäre und sich da was auf die Köpfe überträgt, dann muß man die Köpfe eh entmagnetisieren.
Würde ich zumindest auf jeden Fall machen, bevor ich wieder ein Band einlege. Von daher wäre das auf jeden Fall auch zu verschmerzen.

BTW: Mein Fräser ist sowieso raus, weil er 200€ für die Platte wollte. Entsprechend Euren Preisvorstellungen im andere Thread (und meiner finanziellen Schmerzgrenze) ist das zu teuer - auch wenn es gemessen am Arbeitsaufwand mMn ok geht.
Gruß, Kuni
..............................
http://kuni.bplaced.net/
..............................

Offline kuni

  • HiFi-Classic-Freund
  • ******
  • Beiträge: 52784
  • Geschlecht: Männlich
  • Mini-Bandschneck'ler und "Quasi Neo-Luddite"
    • Kuni seine Homepage
Re: Re: Versuch: DIY Kopfeinstellehre für Kassettendecks aus Makrolon
« Antwort #19 am: Mittwoch, 30.Oktober.2013 | 13:36:31 Uhr »
Im Anhang mal meine CAD Zeichnung...

http://new-hifi-classic.de/Gallery/albums/userpics/03_Bandpfadlehre_Zeichnung_kuni_V01.pdf

Edit "Kuni": Dateianhang in Galerie übernommen und direkt in Beitrag verlinkt.
« Letzte Änderung: Dienstag, 19.November.2013 | 17:55:27 Uhr von kuni »
Gruß, Kuni
..............................
http://kuni.bplaced.net/
..............................

Offline frank1391

  • HiFi-Verrückter
  • ***
  • Beiträge: 396
  • Geschlecht: Männlich
  • ubi bene ibi Colonia
Re: Re: Versuch: DIY Kopfeinstellehre für Kassettendecks aus Makrolon
« Antwort #20 am: Mittwoch, 30.Oktober.2013 | 18:37:02 Uhr »
Ich habe Friedrich per PN im BMF gebeten mal "rüberzukommen". Er könnte sich nochmals zu den Normmaßen einer Kassette äußern. Ich hoffe, daß diese in seinem Buch aufs Tausendstel genau angegeben sind (natürlich abgesehen von der "9,800").

Ein zusätzlicher Gedankengang, um Fräßarbeiten zu minimieren:
1. Herstellen der Grundfläche mit zusätzlichen Bohrungen zur Aufnahme der "Erhebungen". Danach Planen.
2. Verschrauben der Erhebungen auf die Grundfläche und anschließend deren Planen auf Normmaß

Es würde dann eine dritte Fläche zu planen sein. Inwieweit das positive Auswirkung auf die Kosten hat, müßte ich meine "Quellen" fragen.

Gruß
Frank

Zufällig traf ich heute einen Bekannten, der bis vor 5 Jahren bei Ford in der Schleiferei gearbeitet hat. Angeschlossen war der auch eine forschende Abteilung. Tausendstel wurde dort nicht erreicht, hundertstel ja.
« Letzte Änderung: Mittwoch, 30.Oktober.2013 | 18:47:51 Uhr von frank1391 »

Offline besoe

  • HiFi-Jüngling
  • **
  • Beiträge: 43
  • Geschlecht: Männlich
Re: Re: Versuch: DIY Kopfeinstellehre für Kassettendecks aus Makrolon
« Antwort #21 am: Mittwoch, 30.Oktober.2013 | 18:52:59 Uhr »
Hallo Frank,

hier kommt die von Dir gewünschte Skizze  :_good_: oder  :_thumbdown_:

http://new-hifi-classic.de/Gallery/albums/userpics/04_Bandpfadlehre_Zeichnung_besoe_V01.pdf

Gruß Bernd

Edit "Kuni": Dateianhang in Galerie übernommen und direkt in Beitrag verlinkt.
« Letzte Änderung: Freitag, 01.November.2013 | 16:19:46 Uhr von kuni »

Offline uk64

  • HiFi-Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 621
Re: Re: Versuch: DIY Kopfeinstellehre für Kassettendecks aus Makrolon
« Antwort #22 am: Mittwoch, 30.Oktober.2013 | 19:06:36 Uhr »
Man macht sich ja richtig Gedanken über so ein Stück "Altmetall".



Das mit den Schrauben sollte Matthias allerdings bekannt sein.

Gruß Ulrich


Offline kuni

  • HiFi-Classic-Freund
  • ******
  • Beiträge: 52784
  • Geschlecht: Männlich
  • Mini-Bandschneck'ler und "Quasi Neo-Luddite"
    • Kuni seine Homepage
Re: Re: Versuch: DIY Kopfeinstellehre für Kassettendecks aus Makrolon
« Antwort #23 am: Mittwoch, 30.Oktober.2013 | 20:09:15 Uhr »
Das mit den Schrauben sollte Matthias allerdings bekannt sein.

Jepp, aber bis gerade waren wir ja noch dabei entweder was aus dem Vollen anzudenken oder eine Platte ohne Erhebungen...  .,70

2. Verschrauben der Erhebungen auf die Grundfläche und anschließend deren Planen auf Normmaß

Ich denke da muß man bzgl. der Erhebungen gar nicht viel machen, ggf. nur Löcher für Schrauben in der Platte vorsehen, weil das bei Ulrich's Lehre einfach nur Paßfedern sind und die gibt's in Normgrößen, z.B. im Querschnitt 6x6mm:
http://www.leschhorn.de/sicherungselemente/PDF/Passfedern_DIN-6885_Form_A-B-AB-C-D-F-G-H_Nasenkeile_DIN-6884-6887_Scheibenfedern_DIN-6888.pdf

Je nach Hersteller sogar gleich mit Loch, z.B. Form C im folgenden Link:
http://www.crummenerl-gmbh.de/standardprodukte/passfedern/index.php

Da das Dickenmaß der Erhebungen nicht für die eigentliche Funktion wesentlich ist lediglich, sondern nur der Dicke der CC entsprechen sollte, kann man sich da auch vorstellen, daß man einfach irgendein 6mm starkes Material aufklebt. Ich denke da z.B. an x-beliebige Stangenware aus dem Baumarkt - könnte auch Kunststoff oder im Prinzip sogar Holz sein.

....in der Schleiferei gearbeitet hat. Angeschlossen war der auch eine forschende Abteilung. Tausendstel wurde dort nicht erreicht, hundertstel ja.

Na ja. Bis vor 13 Jahren war ich in einer Firma beschäftigt, die Meßtechnik für die zerspanende Metallbearbeitung herstellt.
Dort wurden Meßköpfe hergestellt die mechanisch abtasten und direkt in der Maschine sitzen und während der Bearbeitung messen (sog. "In-Process" Messung). Unter anderem hatten wir auch Maschinenhersteller die z.B. Kurbelwellenlager schleifen und da ging das durchaus auf 1/1000.

Auf Grund der sauberen Oberfläche von Ulrich's Lehre würde ich aber schon meinen, daß die geläppt wurde.
Gruß, Kuni
..............................
http://kuni.bplaced.net/
..............................

Offline kuni

  • HiFi-Classic-Freund
  • ******
  • Beiträge: 52784
  • Geschlecht: Männlich
  • Mini-Bandschneck'ler und "Quasi Neo-Luddite"
    • Kuni seine Homepage
Re: Re: Versuch: DIY Kopfeinstellehre für Kassettendecks aus Makrolon
« Antwort #24 am: Mittwoch, 30.Oktober.2013 | 20:20:53 Uhr »
hier kommt die von Dir gewünschte Skizze  :_good_: oder  :_thumbdown_:

Habe ich mir gerade angeschaut, ich sage  :_good_: - mit folgenden Anmerkungen:
- Die Löcher für die Wickel sollten größer sein, z.B. 14mm.
Grund: Falls man die Platte verkantet ins LW schieben muß hat man so mehr Spielraum.
- Die untere Einbuchtung für die Köpfe sollte tiefer sein, z.B. 8mm.
Grund: Mehr Spielraum an den Köpfen bei verkantetem Einführen (s.o.)
- Die CC hat eine Breite von 100,4 (nicht 100,5) - Keine Ahnung ob das eine 1/10 evtl. zum Klemmen führen könnte ....
- Die spitzen Außenkanten sollten vlt. doch etwas angerundet sein (oder hast Du das wegen Kosten weggelassen ?)

Sonst alles perfekt  :_good_: - soweit ich das gesehen habe.
« Letzte Änderung: Mittwoch, 30.Oktober.2013 | 20:26:54 Uhr von kuni »
Gruß, Kuni
..............................
http://kuni.bplaced.net/
..............................

Offline kuni

  • HiFi-Classic-Freund
  • ******
  • Beiträge: 52784
  • Geschlecht: Männlich
  • Mini-Bandschneck'ler und "Quasi Neo-Luddite"
    • Kuni seine Homepage
Re: Nachbau Kopfeinstellehre für Kassettendecks
« Antwort #25 am: Mittwoch, 30.Oktober.2013 | 21:04:32 Uhr »

Edit "Kuni":
Den Titel dieses Threads habe ich angepaßt und die ursprüngliche Umfrage nach einem Preis entfernt, da nur wenige Leute abgestimmt hatten (Für die Akten: 2x 50-100€ wurde gevotet)
« Letzte Änderung: Samstag, 02.November.2013 | 13:59:09 Uhr von kuni »
Gruß, Kuni
..............................
http://kuni.bplaced.net/
..............................

Offline besoe

  • HiFi-Jüngling
  • **
  • Beiträge: 43
  • Geschlecht: Männlich
Re: Nachbau Kopfeinstellehre für Kassettendecks
« Antwort #26 am: Donnerstag, 31.Oktober.2013 | 15:47:40 Uhr »
Hallo Kuni,

Heute konnte ich etwas Zeit abzwacken - Reformationstag - also mal nach Material geschaut und mal einen Prototypen angefertigt. Passt, wackelt nicht und so schaut sie aus:





Gruß Bernd

Edit "Kuni": Dateianhang in Galerie übernommen und direkt in Beitrag verlinkt.
« Letzte Änderung: Freitag, 01.November.2013 | 16:22:15 Uhr von kuni »

Offline frank1391

  • HiFi-Verrückter
  • ***
  • Beiträge: 396
  • Geschlecht: Männlich
  • ubi bene ibi Colonia
Re: Nachbau Kopfeinstellehre für Kassettendecks
« Antwort #27 am: Donnerstag, 31.Oktober.2013 | 15:51:41 Uhr »
Bernd, klasse Ergebnis. Mit Deinem Tempo kann ich nicht mithalten! Ich vermute stark, daß Du auch im Besitz eines Höhenreißers bist.
« Letzte Änderung: Donnerstag, 31.Oktober.2013 | 15:55:29 Uhr von frank1391 »

Offline besoe

  • HiFi-Jüngling
  • **
  • Beiträge: 43
  • Geschlecht: Männlich
Re: Nachbau Kopfeinstellehre für Kassettendecks
« Antwort #28 am: Donnerstag, 31.Oktober.2013 | 17:57:43 Uhr »
Hallo Frank, hallo Kuni,

natürlich habe ich einen Höhenreisser, der aber hier nicht nötig war. Alle Bohrungen etc. wurden auf einer Fräsmaschine gesetzt. Leider hatte ich nur Plexiglas mit t = 3,5 mm am Lager, das mit viel Gefühl auf 2,47 mm abgefräst wurde. Anschliesend habe ich mit Schmirgelpapier (Körnung 400), auf einer geschliffenen Gussplatte, die Platte auf 2,44 mm reduziert.
Das endgültige Maß von (8,70-3,81-0,03)/2 = // 2,43 ±0,01 - im relevanten Bereich - wurde zum Schluss mittels Diamant-Paste (Körnung 8 µm) erreicht. Das mattierte Aussehen der Platte wurde mittels Glasperlen-Strahlen bei 5 - 6 bar Druck erreicht.

Die drei Klötzchen wurden aus Stangenmaterial AlCuMgPb F37 20 x 10 angefertigt mit der Dicke 8,7 - 2,43 = 6,27 mm. Diese Teile werden auf mit der Grundplatte mittel Senkschrauben M3 x 6 verschraubt. Hierzu hatte ich noch einen kleinen Bestand in Kreuzschlitzausführung und in schwarz am Lager liegen.

Für die Prüfleiste fiel mir ein Stück Hartmetall aus der Schublade entgegen. Die Prüfleiste wurde auf 3,84 x 6,30 x 40,00 geschliffen und geläppt. Die Schrägen haben jeweils 30° und die gegenüber liegende Stirnseite 90° ±1''  :__y_e_s:.

Ich bin auf Eure "Kunstwerke" gespannt!

Gruß Bernd

P.S. Frage an Kuni: bin ich hier jetzt in eine OT-Falle getappt, wenn ja sollte man mein Geschreibsel an die richtige Stelle verschieben, obwohl etwas Metall wurde ja doch verwendet?
« Letzte Änderung: Donnerstag, 31.Oktober.2013 | 18:05:16 Uhr von besoe »

Offline kuni

  • HiFi-Classic-Freund
  • ******
  • Beiträge: 52784
  • Geschlecht: Männlich
  • Mini-Bandschneck'ler und "Quasi Neo-Luddite"
    • Kuni seine Homepage
Re: Nachbau Kopfeinstellehre für Kassettendecks
« Antwort #29 am: Donnerstag, 31.Oktober.2013 | 18:32:52 Uhr »
Hi Bernd,

ich bin sprachlos  :shok: - das sieht schon mal gut aus.

Ein paar Fragen hätte ich:
- Wenn Du so gute Bearbeitungsmöglichkeiten hast, wieso hast Du dann die Platte nicht auch aus Metall gemacht ?
- Hast Du die Planparallelität der Platte mal an einigen Stellen nachgemessen ? Sind das die erwähnten ±0,01mm ?
- Ließe sich das Ergbnis nun auch auf eine metallene Platte übertragen ?
- Was muß "man" tun um auch in den Genuß einer "Kopie" zu kommen ?

P.S. Frage an Kuni: bin ich hier jetzt in eine OT-Falle getappt, wenn ja sollte man mein Geschreibsel an die richtige Stelle verschieben, obwohl etwas Metall wurde ja doch verwendet?

Ne paßt schon, wobei ich schon dachte, daß wir hier bei der Metallversion bleiben und im anderen Thread mit Makrolon weitermachen.
Ist aber auch egal, weil Deine Ergebnisse mit der vorherigen Posts hier besser rein passen.

Noch etwas zum Schluß und das soll Deine tolle Arbeit nun in keiner Weise kritisieren:
Das sieht alles wirklich gut aus, aber ob es auch funktioniert läßt sich ja nun nicht wirklich prüfen, oder sind die Köpfe des abgebildeten B710 so gut eingestellt, daß Du das als Referenz nehmen kannst ?
Gruß, Kuni
..............................
http://kuni.bplaced.net/
..............................

Offline frank1391

  • HiFi-Verrückter
  • ***
  • Beiträge: 396
  • Geschlecht: Männlich
  • ubi bene ibi Colonia
Re: Nachbau Kopfeinstellehre für Kassettendecks
« Antwort #30 am: Donnerstag, 31.Oktober.2013 | 19:36:51 Uhr »
Hallo Bernd, der mal gerade ein wenig Zeit abzwacken konnte. :drinks:

Hinter der Frage nach dem Höhenreißer stand die nach dem abschließenden Vermessen Deines Klasse-Eigenbaues. Damit wäre wohl Dein Werk die Referenz, nicht ein optimal eingestelltes Gerät

Ich selbst kann soetwas nicht bauen, es fehlen mir schlicht die Gerätschaften. Erst Ende nächster Woche kann ich frühestens meinen Zylinderschleifer befragen und dann auch zu den Kosten Stellung nehmen.

Deine exakte Zeichnung darf ich ihm doch vorlegen?

Gruß
Frank
« Letzte Änderung: Donnerstag, 31.Oktober.2013 | 19:46:43 Uhr von frank1391 »

Offline uk64

  • HiFi-Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 621
Re: Versuch: DIY Kopfeinstellehre für Kassettendecks aus Makrolon
« Antwort #31 am: Donnerstag, 31.Oktober.2013 | 21:10:46 Uhr »
Bei diesen Kunststoffen hätte ich bedenken, das sie sich in der Anwendung zu leicht durchbiegen lassen.
Wenn ich Polycarbonat (Makrolon) als Beispiel nehme, zwei aufeinander liegende CDs haben einen Stärke von ungefähr 2,4mm. Dieses “Sandwich” lässt sich sehr leicht durch biegen. Ein wenig Druck auf die Messhebel bzw. der Grundplatte und die vermeintliche Genauigkeit (Planparallelität) ist dahin.

Wobei ich die Lehre von Bernd durchaus für gelungen halte.

Gruß Ulrich
« Letzte Änderung: Samstag, 02.November.2013 | 14:26:40 Uhr von kuni »

Offline kuni

  • HiFi-Classic-Freund
  • ******
  • Beiträge: 52784
  • Geschlecht: Männlich
  • Mini-Bandschneck'ler und "Quasi Neo-Luddite"
    • Kuni seine Homepage
Re: Versuch: DIY Kopfeinstellehre für Kassettendecks aus Makrolon
« Antwort #32 am: Freitag, 01.November.2013 | 16:01:13 Uhr »
Hi Ulrich,

mit dem Risiko der Durchbiegung magst Du mit Sicherheit Recht haben.
Es könnte sogar noch "schlimmer" kommen, weil ich den Fühlstift auch aus Makrolon machen möchte und der wird sich mit der Zeit abnutzen, wenn er in die Bandführungen geschoben wird.

Ich denke da hilft nur vorsichtiger Umgang in der Anwendung, d.h.:
- Wenig Druck auf die Platte
- Fühlstift nicht in die Führung "pressen", sondern Kopf halt so lange verstellen, bis der Fühlstift von alleine "reinflutscht"

Die Lehre von Bernd hat aber mMn das gleiche Problem, weil das ja letzten Endes einfach am Material liegt.

Wie auch immer, eine Lehre aus Makrolon ist halt ein Versuch und wir wissen, daß das nicht optimal ist, aber es ist einen Versuch wert, weil sich sowas vglw. leicht bauen läßt.
Gruß, Kuni
..............................
http://kuni.bplaced.net/
..............................

Offline besoe

  • HiFi-Jüngling
  • **
  • Beiträge: 43
  • Geschlecht: Männlich
Re: Versuch: DIY Kopfeinstellehre für Kassettendecks aus Makrolon
« Antwort #33 am: Freitag, 01.November.2013 | 18:31:15 Uhr »
Hallo zusammen,

:cray: Ulrich hat wie immer recht!

Diese Befürchtung des Verbiegens kann ich hier ebenfalls bestätigen. Es ist nicht das Problem, die Plexi-Platte auf Maß zu bekommen, sondern das Verziehen der Platte durch vorhandene Spannungen. Hier kommen schnell durch die Krümmung über die gesamte Fläche schnell mehrere schnell mal 5/100 mm zusammen. Um diese Spannungen zu entfernen, hilft auch kein "Tempern" zwischen 2 dicken Glasplatten mit beigelegten 4 Endmaßen von jeweils 2,43 mm bei 70 - 80°C über 2 h und anschliessendem Abkühlen auf Raumtemperatur. Im Gegenteil, die Platte ist anschließend noch stärker verzogen > 0,4 mm!

Zum Prüfen der Höhe der Bandführung also nicht gerade optimal, da eine definierte ebene Fläche einfach nicht gegeben ist. Also kann man dieses Material eigentlich vergessen.

Aber trotzdem,

- "Versuch macht klug" -

Gruß Bernd
« Letzte Änderung: Freitag, 01.November.2013 | 18:33:21 Uhr von besoe »

Offline Friedrich Engel

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 1
Re: Nachbau Kopfeinstellehre für Kassettendecks
« Antwort #34 am: Freitag, 01.November.2013 | 18:49:56 Uhr »
Sachen gibt’s …da bin ich doch vor nunmehr dreißig (i.W.: 30) Jahren auf einen Bemaßungsfehler im „International Standard IEC 94, part 7“ hereingefallen: in derjenigen Zeichnung, die die „Frontansicht“ der CC zeigt, ist die Dicke des Korpus’ mit 9,9 ±0,1 mm angegeben. Auf der gleichen Seite ist in der „Seitenansicht“ der CC die Korpus-Dicke mit 8,7 ±0,2 mm angegeben (die der „Kopfauswölbung übrigens mit 12 ±0,2 mm). Dieser Fehler ist auch in die DIN IEC 94 eingegangen. Also: Endesunterfertigter bekennt sich der Verbreitung einer Fehlinformation schuldig, plädiert aber wahlweise auf mildernde Umstände bzw. Verjährung.

Der Korpus der Azimut-Präzisions-Cassetten der BASF (das Paar zu DM 3.000) bestand übrigens aus Neusilber, nachdem sich andere Materialien als nicht hinreichend temperaturstabil erwiesen hatten (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Neusilber). Wie die goldähnliche Farbe der Metallteile zustande gekommen ist, ist mir nicht mehr erinnerlich.

Maßgeblich für die CC-Konstruktion ist die deutsche Patentschrift DE 1 191 978: Johannes Jozeph Martinus Schoenmakers, „Tonbandkassette und Gerät zur Verwendung dieser Kassette“, angemeldet am 31. Januar 1964, ausgegeben am 14. April 1968. Alles zu finden unter https://depatisnet.dpma.de/DepatisNet/depatisnet?action=einsteiger (z.B. DE1191978 eingeben). Das Patent beschreibt übrigens nur die neuartigen Erfindungsgedanken zur Abgrenzung von älteren Kassetten-Typen, daher konnte hier auf die Bemaßung verzichtet werden.

F.E.

Offline besoe

  • HiFi-Jüngling
  • **
  • Beiträge: 43
  • Geschlecht: Männlich
Re: Nachbau Kopfeinstellehre für Kassettendecks
« Antwort #35 am: Freitag, 01.November.2013 | 19:05:43 Uhr »
@Frank natürlich kannst Du die Skizze Deinem Bekannten vorlegen, keine Frage  :-handshake:!

@Kuni, für auf die Schnelle habe ich halt das vorhandene Plexiglas verwendet. Natürlich hätte ich auch aus einer 6 mm dicken vorhandenen ALU-Platte das Teil anfertigen können, aber das hätte einen Haufen Späne ergeben.

Sobald ich ein Stück 2,5 mm dickes Alublech (oder noch besser Neusilber) auftreiben kann und das Ergebnis zufriedenstellender ist, werden bestimmt noch 2 weitere abfallen, oder so.  :_good_:

Also an dem Studer A710 - das gute Stück stammt vom SWR - müssten eigentlich die Köpfe exakt stehen.

Gruß Bernd

Offline uk64

  • HiFi-Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 621
Re: Versuch: DIY Kopfeinstellehre für Kassettendecks aus Makrolon
« Antwort #36 am: Samstag, 02.November.2013 | 00:40:08 Uhr »
Wenn schon Kunststoff wäre Polyoxymethylen (POM) eventuell einen Versuch wert.

Gruß Ulrich

Offline kuni

  • HiFi-Classic-Freund
  • ******
  • Beiträge: 52784
  • Geschlecht: Männlich
  • Mini-Bandschneck'ler und "Quasi Neo-Luddite"
    • Kuni seine Homepage
Re: DIY Nachbau Kopfeinstellehre für Kassettendecks (Makrolon, Metall...)
« Antwort #37 am: Samstag, 02.November.2013 | 14:05:35 Uhr »

Edit "Kuni":
Ich habe die neulich auseinandergedröselten beiden Beiträge "Lehre aus Metall" / "Lehre aus Makrolon" nun doch wieder zusammengeführt.

Ich wußte damals nicht, daß Bernd so schnell einen Vorstoß mit einer Version aus Makrolon machen würde und nun wohl auch noch was in Metall andenkt. Ich denke es ist insgesamt für das Forum besser, die diversen Versuche doch wieder in einem Thread gesammelt zu halten.

Sorry daher, wegen der vielen hin- und her Editiererei  :drinks:

Den Titel des Threads habe ich nun nochm angepaßt und "DIY Nachbau Kopfeinstellehre für Kassettendecks (Makrolon, Metall...)" getauft.
Gruß, Kuni
..............................
http://kuni.bplaced.net/
..............................

Offline kuni

  • HiFi-Classic-Freund
  • ******
  • Beiträge: 52784
  • Geschlecht: Männlich
  • Mini-Bandschneck'ler und "Quasi Neo-Luddite"
    • Kuni seine Homepage
Re: DIY Nachbau Kopfeinstellehre für Kassettendecks (Makrolon, Metall...)
« Antwort #38 am: Samstag, 02.November.2013 | 14:24:38 Uhr »
@Bernd:

Ulrich hatte Bedenken bei Benutzung angemeldet:

Bei diesen Kunststoffen hätte ich bedenken, das sie sich in der Anwendung zu leicht durchbiegen lassen.

Du hattest dann nochmal Bezug darauf genommen:

Diese Befürchtung des Verbiegens kann ich hier ebenfalls bestätigen. Es ist nicht das Problem, die Plexi-Platte auf Maß zu bekommen, sondern das Verziehen der Platte durch vorhandene Spannungen. Hier kommen schnell durch die Krümmung über die gesamte Fläche schnell mehrere schnell mal 5/100 mm zusammen.

Bei genauerem Lesen frage ich mich aber nun doch noch, auf was sich Deine Aussage genau bezog:
"Verbiegen bei Benutzung" oder "Verbiegen durch Aufbau/Bearbeitung"

Rein vom Gefühl her würde ich meinen, daß Makrolon auch bei 2,5mm Stärke vglw. widerstandsfähig sein müßte, sofern man beim Anlegen der Fühlstifte versucht möglichst wenig Druck auf die Platte auszuüben.

Könntest Du das bitte nochmal kurz klarstellen, wie sich Deine Lehre bei Benutzung macht ?

Zum Thema "Spannungen im Makrolon":

Du hast ja die Erhebungen geschraubt. Kann es nicht auch sein, daß sich die Spannungen dadurch in der Platte bilden ?
Was wäre, wenn man die Erhebungen aufklebt, bzw. auf der Makrolonplatte noch ein paar Stege aufklebt um diese Verbiegungen bei Benutzung etwas einzudämmen ?
  • Müßte dann vermutlich auch aus Makrolon (anstatt Alu) sein, um wegen unterschiedlicher Temperaturausdehnungskoeffizienten kein Verziehen zu haben.
  • Geklebt (anstatt verschraubt) auch deswegen, um keine Spannungen durch das Verschrauben zu haben.
  • Die Stege dürfen natürlich nicht so positioniert sein, daß sie beim Verfahren mit dem Fühlstift hindern.
« Letzte Änderung: Samstag, 02.November.2013 | 14:35:28 Uhr von kuni »
Gruß, Kuni
..............................
http://kuni.bplaced.net/
..............................

Offline besoe

  • HiFi-Jüngling
  • **
  • Beiträge: 43
  • Geschlecht: Männlich
Re: DIY Nachbau Kopfeinstellehre für Kassettendecks (Makrolon, Metall...)
« Antwort #39 am: Samstag, 02.November.2013 | 15:48:45 Uhr »
Hallo Kuni,

mit Verziehen meine ich, dass die "nackte " Plexi-Platte in Bezug zu einer ebenen Platte in Längsrichtung einen ca. 0,05 mm hohen Buckel hat. Reibt man die Plexi-Platte z. B. mit leichtem Druck 2-3x kreisend (Reibung erzeugt Wärme :;aha) mit der Buckelseite auf dieser Unterlage, springt der Buckel auf die andere Seite.

Ein Ausrichten mit nur einmal oder zweimal oder mehr oder weniger Druck bringt es auch nicht.

Die Plexi-Platte verhält sich wie ein "Flipflop".

Vergleicht man die E-Module in MPa [= 1 N/mm²] der bisher diskutierten Werkstoffe:

Makrolon PC ca. 2.400 MPa

Acrylglas PMMA ca. 3.200 MPa

Delrin     POM ca. 3.200 MPa

so kann man orakeln, dass sich POM bei diesen Proportionen wahrscheinlich ähnlich verhalten wird.

Nur so zum Beispiel die Werte weiterer Werkstoffe:

Polyamid PA6 ca 5.000 MPa

Hartgewebe HGW oder Hartpapier (Pertinax) 7.000 MPa

Aluminium ca 70.000 MPa

Edelstahl 1.4301 oder 1.4305 ca. 200.000 MPa

Stahl 210.000 MPa

Was macht meine Lehre in Benutzung? Sie läßt sich auf der Kopfseite sehr leicht in die Freisparung der "Kopfauswölbung" eindrücken.
Daraus könnte man folgern, diesen freien Bereich mit einer trapezförmigen Platte zu unterfüttern. Werde ich mal probieren .,a015!

Gruß Bernd
« Letzte Änderung: Samstag, 02.November.2013 | 16:04:10 Uhr von besoe »