Autor Thema: Tandberg TCD-3034 ähnlich dem DUAL C-844 ???  (Gelesen 2177 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Onkel Theo

  • HiFi-Jüngling
  • **
  • Beiträge: 39
  • Geschlecht: Männlich
Tandberg TCD-3034 ähnlich dem DUAL C-844 ???
« am: Sonntag, 01.Januar.2012 | 12:22:09 Uhr »
Hallo, frohes neues Jahr an alle.
Ich habe ein Dual Cas.deck geerbt, ein C 844 mit Orig. FB, in Neuwertigem Zustand. Das Deck läuft in allen Funktionen, nur
die ausgeleierten Riemen machen Probleme. Es läuft auf beiden Geschwindigkeiten nicht 100 %ig.
Was aber Interessant ist, das Laufwerk ist bis auf die zusätzlichen Motoren Baugleich mit dem Tandberg TCD 3034. Kommt mit sicherheit
aus dem gleichen Haus.

Grüße - Theo

Offline Matthias M

  • HiFi-Verrückter
  • ***
  • Beiträge: 375
Tandberg TCD-3034 ähnlich dem DUAL C-844 ???
« Antwort #1 am: Sonntag, 01.Januar.2012 | 15:18:30 Uhr »
Hallo, frohes neues Jahr an alle.
Ich habe ein Dual Cas.deck ...C 844 ... Was aber Interessant ist, das Laufwerk ist bis auf die zusätzlichen Motoren Baugleich mit dem Tandberg TCD 3034. Kommt mit sicherheit
aus dem gleichen Haus...

Hallo Theo,

danke für den Hinweis. Das ist interessant. Wer hat den Dual gebaut? Asai?

Das der TCD3034 von ITT stammen könnte wäre mir sowieso kaum glaubhaft.
ITT war in Europa eine Marke, mehr nicht. Die hatten durch die SEL zwar eigene HiFi-Werke in der BRD, aber haben im Rest-Europa auch viel mit OEM gearbeitet. Beispielsweise stammten die Programme jenseits der BRD teils von Scan Dyna.

In den Achtziger Jahren hat ITT ja auch hierzulande nur noch zugekauft: die 80er Reihe sind Japaner und beispielsweise die Tricon stammten von Schneider.
Zu dieser Zeit war die ITT-UE Abteilung  ja schon als Graetz ausgegliedert und sollte an Nokia verkauft werden.

Wenn ich mich recht erinnere stand Tandberg Anfang der Achtziger Jahre vor der Pleite. Das könnte solch Einsteiger-Gerät erklären, das könnte auch erklären, warum es als ITT verkauft worden war: Vielleicht um den Lagerbestand los zu werden, vielleicht aber auch um auf die notwendigen Stückzahlen zu kommen, die man beim asiatischen OEM bestellen musste.

Übrigens bedeutet ein Audfruck von Tandberg auf einer Platine nicht notwendig "Made in Norway" oder "Made by Tandberg".
Beispielsweise Dual ließ Tapedecks bis in die frühen Achtziger Jahre hinein unter Verwendung von Dual-Motoren in Asien bauen. Beim C830 wird ganz besonders deutlich, daß ganze Baugruppen auch beim C839 "Made in Germany" verbaut waren; trotzdem stammt der 830 aus asiatischer Fertigung (steht drauf).
Es kann also durchaus sein, daß Tandberg-Platinen zur Komplettierung zur Verlängerten Werkbank geschickt worden waren, bei der dann auch ITT-Geräte zusammengebaut wurden. Oder der Bestücker für die Platinen war garnicht Tandberg, sie wurden nur im Auftrage von Tandberg gemacht.

Ein gutes Beispiel für solch Verfahren hat sich zu dieser Zeit in Deutschland abgespielt, wo die ehemalige Saba die Platinen für die in Bremen gebauten TV-Geräte der Marken Nordmende, Saba und Telefunken gebaut hat. Grundig hatte Platinen in Singapur bestücken und dann zur Weiterverarbeitung nach Wien und Brage verschiffen lassen.
Ein hoch auf subventionierten Schiffsverkehr.

Tschüß, Matthias
"Den guten Tonabnehmer erkennt man daran, daß er bei einem Auflagegewicht von höchstens zehn Gramm auch bei stärksten Bässen nicht entgleist und nicht klirrt." (Fono Forum 3/53)

Offline Onkel Theo

  • HiFi-Jüngling
  • **
  • Beiträge: 39
  • Geschlecht: Männlich
Tandberg TCD-3034 ähnlich dem DUAL C-844 ???
« Antwort #2 am: Sonntag, 01.Januar.2012 | 18:02:25 Uhr »
Hallo Matthias, wer da was für wen gebaut hat kann man wohl schwer sagen.
Fest steht aber wie Du sagst: Wenn Dual auf den Platinen steht ist es noch lange nicht von Dual.
Meine neueste Errungenschaft ist aber sicher noch Orig. Tandberg.
Mein Weihnachtsgeschenk von meiner Frau über Herrn Schmidt, alles in perfektem Zustand,
Optisch wie Technisch. Der CD Player ist lt. Herrn Schmidt eigentlich aus der 4000er Serie,
wurde aber wegen der Nachfrage abgeändert in das Gehäuse der 3000er Serie verpflanzt.
Der Player ist vom Herstellungsjahr etwas jünger als der Tuner und der Verstärker,
er hat sogar Digital Ausgänge.
Ein Gerät fehlt noch in meiner Wunschliste, ist zwar schon bei Herrn Schmidt, muss
nur noch eingestellt werden: TCD 420 A. Die Bandmaschine TD 20 A SE habe ich ja
von Jürgen Heiliger im Sommer übernommen und bei Herrn Schmidt auf Vordermann
bringen lassen.
Aber zurück zum Thema, man könnte mal die Platinen Fotografieren, event. sind die
auch gleich. Beim Dual ist die Bestückungsseite zum Laufwerk hin, beim TCD 3034
die Leiterbahnseite. Es steht auch nur auf einer von ca. 6 Platinen DUAL C 844 drauf,
alle anderen sind vom Aufbau und dem Bestückungsdruck gleich, aber kein DUAL
Aufdruck zu sehen. Diese Platinen könnten natürlich auch in anderen, gleichartigen
Geräten verbaut worden sein.
Ab wann genau hatte Tandberg Finanzielle Probleme?, müsste ca. nach 1985 gewesen
sein.
Grüße - Theo

Offline Matthias M

  • HiFi-Verrückter
  • ***
  • Beiträge: 375
Re: Tandberg TCD-3034 ähnlich dem DUAL C-844 ???
« Antwort #3 am: Samstag, 07.Januar.2012 | 00:11:40 Uhr »
Hallo Theo,

schöne Tandbergs. Fahr mal in Urlaub...

Der ITT/Tandberg-Recorder hat ja mehr oder weniger nur eine Platine. Aber nur wenn alle Platinen in den übrigen 3000er-Tandbergs in Material, Farbe und Stil identisch wären, könnte man das als Indiz für eine gemeinsame Herkunft nehmen.
Ich kenne es aus vielen Geräten so, daß in einer Komponente durchaus Platinen von unterschiedlicher Bauart, von ggf. unterschiedlichen Bestückern zu finden sind.
Hans-D.Pizonka hat mal kolportiert, ganze Geräte seien aus fertigen Bauelementen, die man am Markt hatte kaufen können, zusammengestellt worden. Das Mainboard hat man vielleicht selbst entwickelt, Motorsteuerung hier, Dolby-Baustein dort und den Ein-/Ausgangsbaustein vom dritten Hersteller bezogen. Der anderswo als Sanyo enttarnte Grundig CNF350 ist ein gutes Beispiel: Die Rauschunterdrückung stammt von Staar aus Belgien, der Uhrenbaustein von Hitachi und der Rest wahrscheinlich von Sanyo. Falls nicht noch das Laufwerk ein Alps sein sollte...

Bei dem Tandberg/ITT scheint ja zumindest belegt daß das Laufwerk wohl zugekauft ist. Interessant wäre es herauszufinden, ob die Platine in Aufbau etc. der anderen Tandbergs dieser Zeit ähnelt, auf deren Gehäuse zumindest ein "Made in ..." zu lesen steht.

Mit der Geschichte Tandbergs habe ich mich noch nicht so intensiv beschäftigt, glaube aber mich zu erinnern, daß die wirtschaftlichen Probleme mit dem Selbstmord des Firmengründers Vebjørn Tandberg im Jahre 1978 virulent wurden, was dann kurzfristig zum Insolvenzantrag über die Tandberg Radio im Dezember 1978 führte.
Im Laufe der nächsten Jahre wurde Tandberg in drei verschiedene Unternehmen aufgespaltet, über die unterschiedliche Herren regierten. Tandberg Data mit der Tonband-Sparte gehörte beispielsweise Anfang der Achtziger zu 51% der Siemens (Der Spiegel 38/1981). Es gab noch Tandberg Television und "den Rest" der bisherigen Radiofabrikk, der dann rein unter "Tandberg" weiter lief.
Im Laufe der Zeit sind dann weitere "Tandbergs" entstanden: Tandberg Educational und Tandberg Unterrichtstechnik, Tandberg Storage, Tandberg Telecom, die teilweise voneinander wieder aufgekauft wurden, zum Teil auch in fremder Hand sind. So gehört seit 2009 ein erheblicher Teil von "Tandberg" zu Cisco.

Die 3000er Serie wird in der Resteverwertung der Radiofabrikk "Tandberg SA" entstanden sein. Ich denke nicht, daß der Laden zu dieser Zeit auf Rosen gebettet war, was den ITT erklären könnte. Aber das ist eine Theorie.

Tschüß, Matthias
« Letzte Änderung: Samstag, 07.Januar.2012 | 00:14:18 Uhr von Matthias M »
"Den guten Tonabnehmer erkennt man daran, daß er bei einem Auflagegewicht von höchstens zehn Gramm auch bei stärksten Bässen nicht entgleist und nicht klirrt." (Fono Forum 3/53)

Offline lucky

  • HiFi-Jüngling
  • **
  • Beiträge: 11
Re: Tandberg TCD-3034 ähnlich dem DUAL C-844 ???
« Antwort #4 am: Freitag, 26.April.2013 | 18:31:57 Uhr »
Moin,
das Thema haben wir gerade im TH Forum durchgekaut. Nach wirklich intensiver Recherche ist Sansui als verantwortlicher OEM herausgekommen. Dazu gab es unter anderen 1978 noch einen Lizenzdeal zwischen Tandberg Data und Siemens Data (ITT), dabei wurde unter anderem das (Sony !) Patent für die Tandberg typischen "Tapeguide" köpfe zumindest für ein Laufwerk an den OEM von ITT, Sansui zu der Zeit, verkauft. Das ist das des bekannten ITT8025, das sich aber auch in Mitsubishi DT40S und einigen anderen decks wieder findet. Sansui hat sowohl den Dual C844 als auch den Tandberg3034/ITT3020 und all die anderen gebaut. Drauf gekommen bin ich über einige Patente des Chef Entwickler Yoshinobu Asai von Sansui.  Wer jetzt mal nach Sansui- und Dualdeck bildern googelt und sich die Mechanik mit den characteristichen Hubmagneten aus alten "Pianokey Tastatur" Sansui Tagen ansieht wird schnell fündig werden. :drinks:
« Letzte Änderung: Freitag, 26.April.2013 | 18:35:33 Uhr von lucky »