Autor Thema: Rachmaninoff Piano Concerto No. 3, Ashkenazy, Fisoulari, LSO - DECCA SXL.6057  (Gelesen 1630 mal)

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Rachmaninoff Piano Concerto No. 3, Ashkenazy, Fisoulari, LSO - DECCA SXL.6057
« am: Mittwoch, 08.August.2007 | 17:56:00 Uhr »
Hallo Zusammen,

anders als bei westeuropäischen Komponisten, wird den Werken Rachmaninoffs immer wieder nachgesagt, sie seien für Nicht-Osteuropäer zwar spielbar, aber leider nicht wirklich ausreichend interpretierbar.

Der 1937 im russischen Gorkij geborene Vladimir Ashkenazy studierte in den frühen Nachkriegsjahren am Moskauer Konservatorium bei Lew Oborin, erreichte 1955 den zweiten Preis beim Chopin-Wettbewerb in Warschau und im folgenden Jahr den 1.Platz beim Brüsseler Concours Reine Elisabeth.



Im April 1963 spielte er dann bereits unter der Leitung von Anatole Fistoulari und gemeinsam mit dem Londoner Symphonie Orchester das dritte Klavierkonzert von Rachmaninoff für die englische Decca ein und bestätigte das zuvor zitierte und z.B. von Svjatoslav Richter auf der DGG SLPM 138 076 (Rachmaninoff Klavierkonzert Nr. 2) aufgestellte Postulat.

Die vorliegende Schallplatte gehört entsprechend verschiedenen Quellen angeblich sehr eindeutig zu den audiophilen Leckerbissen, noch dazu, wenn es sich um eine orig. Decca ffss silver wide-band britischer Provenienz handelt.

Bei der vorliegenden Schallplatte handelt es sich um genau ein solches für audiophile Sammler herausragendes Schätzchen mit der hausinternen und weltweit bekannten Bestellnummer SXL.6057. Die Presscodes lauten für Seite 1 ZAL-5851-7W und ZAL-5852-4W für Seite 2.

Entgegen der ebenfalls öfters ausgelobten RCA Living Stereos fällt bei der Wiedergabe einer britischen Decca SXL immer wieder als erstes und dementsprechend auch sehr positiv, die sehr neidrigen Rillen- und sonstigen Störgeräusche dieser antiquarischen Pressungen auf. Ebenso bieten diese Einspielungen neben allem künstlerischen und interpretatorischen Anspruch noch ein weitere für mich sehr positive Eigenschaft, die in der damals verwendeten Aufnahmetechnik begründet liegt.

Während man heute keine einzige klassische Aufnahme mehr mit unter 56 Mikrofonen herzustellen in der Lage ist, so wurden damals Einspielungen in Konzertsäälen mit nur bis zu vier oder fünf Mikrofonen getätigt. Im direkten Vergleich zu modernen Aufnahmen fällt somit in erster Linie das gigantische Mehr an Rauminformationen auf, die für dieses unbeschreibliche Gefühl des Dabeiseins sorgen können. Dieses zugleich unbeschreibliche und erfüllende Gefühl fehlt leider jeder modernen Aufnahme klassischer Musik. Wenn man den von mir aufgeführten Unteschied näher ergründen will, so empfehle ich einmal den direkten Vergleich der beiden Decca-Einspielungen der La Bohéme (Karajan aus 1972/73 SET565/66 6.35200 gegen Solti aus 1956 auf SXL.2170).

So nimmt man also auch bei dieser Einspielung livehaftig am Geschehen teil, wenn gleich dies immer einen leiht aus der Vogelperspektive anmutenden Blick auf die Bühen zur Folge hat ...

... aber dieses Gefühl beschleicht mich z.B. bei einem Konzert, in dem die Musiker wirklich im Orchestergraben sitzen ja nunmal auch ...

Eine durchweg stimmige, von Künstlerseite interpretatorisch sehr gelungene einspielung, die ihre entgültige Würze noch durch die gute Arbeit des Toningenieurs erhalten hat.

Mein Fazit:  darf in keiner Sammlung klassischer Musik fehlen ...