Autor Thema: Fisher STE-1110 von 1980  (Gelesen 9049 mal)

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hagu

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Fisher STE-1110 von 1980
« am: Montag, 18.Mai.2009 | 15:57:33 Uhr »
Hallo Zusammen,

nachdem für mich die Verstärkerfrage wohl ein für allemal geklärt ist (?) habe ich mich in letzter Zeit mal wieder etwas an der Lautsprecherfront ausgetobt.

Dabei verfingen sich mir vor ca. 2 Wochen ein Paar Lautsprecher von Fisher, die STE-1110, in meinem Netz.
Naja, Fisher ???? Wäre für mich eine der letzten Adressen gewesen unter denen ich gute Lautsprechern vermutet häte !!!
Wertig sahen die Boxen ja schon aus und auch das Gewicht von knapp 19kg sprach gegen Pappgehäuse.
"Also könnte man ja mal einen Versuch wagen" dachte ich und schwupps ins heimische Wohnzimmer mit den Fisher



Dort angeschlossen wollte ich eigentlich erst mal ein halbes Stündchen auf der Terrasse sitzen und meinen Glaskolben etwas Zeit lassen um richtig in Fahrt zu kommen.
Doch schon die ersten Takte veranlassten mich dazu gleich die Couch anzusteuern und Horchposten zu beziehen.

Ich kann mich nicht erinnern bisher solch schnelle Lautsprecher beherbergt zu haben, gerade bei guten Live-Aufnahmen fegt die Musik wie ein Orkan durchs Zimmer.
Die Auflösung könnte gerne noch etwas besser sein, manche Details habe ich schon deutlicher gehört.
Dafür verbreiten die Fisher eine unbändige Spielfreude und bringen alles im Zusammenhang, verlieren sich nicht in Details.
Für mich die absoluten Spaßboxen, mit denen man aber genausogut kleinen Jazzensembles lauschen kann und auch Klassik kommt gut.



Die Fisher haben einen 30er Tieftöner, mit einer Membran aus Metallschaum, und eine 30mm Alu-Kalotte.
Die Musikbelastbarkeit liegt bei 1oo Watt, die Impedanz ist 8 Ohm und der Wirkungsgrad irgendwo bei 92dB.
Hierzu müsste ich nochmal in der BDA nachsehen, in der auch darauf hingewiesen wird dass in der Weiche Folienkondensatoren eingesetzt wurden.
Die restlichen Daten sind auch im Jahrbuch 10 nachzulesen.





Übrigens sind die Fisher recht unkritisch was den Verstärker angeht.
Verstehen sich mit meinem kleinen TA-1010 und seinen 2x 15 Watt, ebensogut wie mit dem TA-F530ES der Heute gerade seinen Probelauf - nach überstandener Operation - absolviert.

Gruß, Volker

Offline PeZett

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Re: Fisher STE-1110 von 1980
« Antwort #1 am: Montag, 18.Mai.2009 | 21:32:24 Uhr »
Hallo Volker,

das überrascht mich ehrlich gesagt auch, dass die Fisherlinge so fein
aufspielen. Ein so grosser Bassist in einer 2-Weg-Box ist überdies
ebenso überraschend - tut sich da nicht ab und zu ein "Loch" auf?
Das mit der Sicke aus diesem besonderen Schaum müsstest Du mir
vielleicht nochmal näher erklären - was ist das für´n Zeugs?

Aber ansonsten eine schöne Box und Hauptsache das Ergebnis passt.
Kam doch eigentlich zu der Zeit nicht mehr so viel Berühmtes
von Fisher auf den Markt (aber um 1980 mag´s noch nicht so Sanyo-verseucht
gewesen sein...) Augen- bzw. ohrenscheinlich hast Du da eine gelungene Kombination
aus Amp und Boxen zusammengestellt - ich wünsche Dir viel Freude damit.

Gruss

Peter
« Letzte Änderung: Montag, 18.Mai.2009 | 21:36:57 Uhr von PeZett »
Wege entstehen dadurch, dass man sie geht. (F.Kafka)

Offline Compu-Doc

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Re: Fisher STE-1110 von 1980
« Antwort #2 am: Montag, 18.Mai.2009 | 22:22:14 Uhr »
Die Membrane der TTs sind aus einer Art (Alu)Metall"Schaum". Hohe Festigkeit und Verwindungsarmut soll damit erreicht werden.

Ich habe vor einigen Jahren einmal ein Paar ausgebeint (Sicken nach Transportschaden feddisch).

Beim aufschneiden der TT-Membrane konnte ich das "Schaummat." gut beäugen. Es "knetet" sich wie Alufolie. Hinten waren die glaube ich auch noch kunststofbeschichtet.  .,a015
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hagu

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Re: Fisher STE-1110 von 1980
« Antwort #3 am: Dienstag, 19.Mai.2009 | 08:54:51 Uhr »
Guten Morgen Zusammen,


erstaunlicherweise tut sich bei den Fisher kein "Loch" auf.
...da ist das Zusammenspiel Tefton/Mittelton bei den HPM-150 geradezu Grottenschlecht dagegen.

In letzter Zeit war ich sehr viel auf Konzerten - in kleinen Hallen, Kneipen etc. - und genau dieses Live-Feeling können die Fisher vermitteln.
Die Fisher spielen ungemein Druckvoll und knackig im Bass, können aber genauso Butterweich, wie auch knallhart werden.
...folgen also genau dem was die vorgeschaltete Kette angibt.

Die Fisher gehen weder in den ultimativen Tiefbasskeller hinab, noch schwingen sie sich in schwindelnde Höhen hinauf.....doch das was sie bringen, bringen sie gnadenlos gut.

Zum Metallschaum:
Aus dem Gedächtnis heraus steht in der Anleitung etwas von Nickel und, da der Schaum ja offenporig ist, auf der Rückseite mit Aluminium bedampft.
Wie gesagt aus dem Gedächtnis heraus (und das war auch mal besser) und um genaueres sagen zu können muss ich einfach mal die Anleitung rauskramen.

Um 1980 hat Fisher/Sanyo scheinbar einiges an guten Gerätschaften gebaut, von meiner Sanyo Plus C55/P55 Vor-/Endkombi bin ich ja nach wie vor begeistert.
Meine Vermutung ist dass Sanyo Fisher übernommen hat, von den Entwicklungen bei Fisher profitiert hat, aber nicht weiter entwickelt hat. Was dann ab ca. 1982 zum Inbegriff des Plastikschrotts geführt hat.

So, jetzt muss ich langsam mal los  :_55_:
Heute hol' ich meine lang gesuchten "Traumlautsprecher" ab  :_yahoo_:
Sollten diese meine Erwartungen auch nur annähernd erfüllen, müssen die Fisher ihren Platz wieder räumen.


Schönen Tag Euch und Gruß,
Volker





hagu

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Re: Fisher STE-1110 von 1980
« Antwort #4 am: Mittwoch, 20.Mai.2009 | 16:34:29 Uhr »
Hallo Zusammen,


war zwar vorhin mal kurz im Laden, habe aber natürlich vergessen die Anleitung der Lautsprecher mitzunehmen  .,35

Ich verspreche es fest bis zum WE daran zu denken und etwas mehr Licht in die Sache mit dem Metallschaum zu bringen.
Vielleicht bekomme ich ja auch meinen Scanner wieder zum laufen und muss dann nicht soviel eintippen.

Ein klein wenig habe ich aber auch bei Lutz gefunden http://wegavision.pytalhost.com/fisher78/fisher78-08.jpg

Gruß,
Volker

hagu

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Re: Fisher STE-1110 von 1980
« Antwort #5 am: Freitag, 22.Mai.2009 | 12:02:51 Uhr »
Soderle,

hier http://new-hifi-classic.de/Gallery/displayimage.php?album=660&pos=0 ist die Anleitung als PDF hinterlegt.

Wie ich schon aus dem Gedächtnis heraus sagte: Metallschaum aus Nickel, mit einer Porosität zwischen 90 und 98%.
Hieraus resultiert ein Membrangewicht von ca. 30gramm --> für einen 30er Bass !

Gruß,
Volker

hagu

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Re: Fisher STE-1110 von 1980
« Antwort #6 am: Donnerstag, 11.Juni.2009 | 15:01:32 Uhr »
Soderle,



mittlerweile mussten die Fisher ihren Platz räumen, haben aber ein schönes und kuscheliges Plätzchen in meiner - momentan unvollständigen - Zeitanlage gefunden.



Die Fisher gefallen mir hier - als Nahfeldmonitore - noch einen ganzen Tacken besser und müssen einen Vergleich mit den NS-1000M nicht scheuen, die sich geraume Zeit an diesem Platz befunden haben.

Gruß, Volker


Offline Captn Difool

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Re: Fisher STE-1110 von 1980
« Antwort #7 am: Donnerstag, 11.Juni.2009 | 16:09:39 Uhr »
Auch nicht schlecht, nur in Bodennähe können sie sich doch gar nicht recht entfalten?