Autor Thema: Eumig FL-1000 Thread  (Gelesen 161713 mal)

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Offline Tom

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Re: Eumig FL-1000 Thread
« Antwort #360 am: Sonntag, 09.Juni.2019 | 12:55:48 Uhr »
Ich möchte zwar jetzt nicht jeden neuen Wasserstand melden, aber doch einen kurzen Zwischenstand schildern ...

Also Fakt scheint zu sein, dass gerade die Umsetzung vom oberen Freilauf mit dem Antriebsgummi über das geriffelte Zwischenrad hin zu den Gummis der Wickelteller absolut heikel ist. Ich habe nun verschiedene Gummiringe (Flachdichtungen) ausprobiert, mal weicher, mal härter, mal größer, mal kleiner als die Originale, schließlich mit Beischleifen auch exakt so groß wie die ausgehärteten Ringe. Es funktioniert dann mal besser, mal schlechter, aber definitiv nie richtig.

Insbesondere das Rückspulen erweist sich als größtes zu lösendes Problem. Mit den abgelöteten Tonkopfkabeln ist es ja möglich, das Laufwerk auch im ausgebauten Zustand zu testen. Dabei macht es schon einen Unterschied, ob es liegend oder wie im eingebauten Zustand seitlich stehend betrieben wird: Liegend läuft fast nichts, seitlich stehend immerhin Play und Vorspulen. Und das ist genau der Witz: Selbst beim Schalten auf »Rückspulen« wird die Cassette VORgespult. Wenn ich nun auf der Rückseite den ja leicht schwenkbaren Antrieb des Wickel- bzw. Laufwerkfunktionsmotors um wenige 10tel Millimeter gegen seinen Federzug wegbewege, spult es plötzlich wie vorgesehen rückwärts und nicht mehr vorwärts. Auch der Bandlauf bei Play sowie das (beabsichtigte) Vorspulen läuft dann ruhiger.

Hierfür lässt sich aber nach meinem Eindruck nichts justieren, kein Anschlag, keine Federkraft, nur halt die Dicke und Elastizität der Gummiringe verändern. Komischerweise bringen Veränderungen hier aber nur Verschlechterungen, und ehrlich gesagt glaube ich auch nicht, dass es SO genau auf die Dicke der Ringe ankommt, denn erstens ist jede Mechanik auch ein Stück weit tolerant, und zweitens wird das geriffelte Zwischenrad ja ebenfalls mit Federkraft flexibel zwischen dem Freilauf und den Wickeltellern gehalten.

Kurzum: Mir scheint fast, als gebe es noch irgendeinen Defekt, irgendetwas, das dafür sorgt, dass der Wickeltellerantrieb so überempfindlich reagiert und Störungen produziert. Gibt es in dieser Hinsicht vielleicht Erfahrungen mit irgendeinem Teil der Mechanik, dem besondere Beachtung zukommen sollte?

Offline kuni

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Re: Eumig FL-1000 Thread
« Antwort #361 am: Sonntag, 09.Juni.2019 | 17:21:31 Uhr »
Hi Tom
Ich schätze das Problem kommt von den Freiläufen. Die müssen rückwärts sicher und auf kurzem Weg sofort arretieren.
Da muss man ggf. mit der Schmierung etwas experimentieren, also ohne, nur etwas geölt, leicht gefettet.
Vorwärts darf da kein nennenswerter Widerstand sein.
Du hast recht, die Dicke der Gummis an den Wickeltellern  muss sooooo genau nicht sein.
Um sicher zu sein würde ich aber schon im 1/10 Bereich versuchen richtig zu liegen.
Lage des LW muss egal sein. Sollte in jeder Lage gleich funktionieren.
« Letzte Änderung: Sonntag, 09.Juni.2019 | 17:26:46 Uhr von kuni »
Gruß, Kuni
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Offline Tom

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Re: Eumig FL-1000 Thread
« Antwort #362 am: Dienstag, 11.Juni.2019 | 16:34:31 Uhr »
Ok, das mit den Freiläufen überprüfe ich gerade nochmal. In jedem Fall danke für die Hilfe zwischendurch!!!

Die Gummiringe passen jetzt einigermaßen, ich würde sogar sagen, dass sie gut funktionieren. Der Schwenkmechanismus des Wickelmotors braucht aber (immer noch) erhebliche Unterstüzung - das Rückspulen klappt tatsächlich immer dann reibungslos, wenn ich ihm beim Herüberschwenken zur linken Wickelscheibe recht kräftig mithelfe.

Das bringt mich zu einer Frage, die mir das Servicemanual (aufgrund der schlechten Abbildungsqualität) nicht beantwortet: Wo genau muss der Führungsstift des Hebels (siehe Fotos), der hinten auf einer Achse sitzt, mittig in das Kurvenrad greift und vorne die Feder des Schwenkmechanismus bewegt: Zwischen den beiden Federbeinen oder links daneben? Wenn der Führungsstift dazwischen sitzt (wie es bislang wohl war), dann bewegt er den Schwenkarm beim Rückspulen nicht kräftig genug herüber in Richtung des linken Wickeltellers (sodass ich also nachhelfen muss), wenn ich ihn von oben gesehen ganz links neben dem ersten Federbeinchen positioniere, dann läuft die Kurvenradmechanik insgesamt sehr schwergängig.

Und noch eine Frage: Ist es normal, dass beim Umschalten von Vorspulen auf Stop die Tonkopfbrücke kurz noch oben ausschlägt?

Offline kuni

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Re: Eumig FL-1000 Thread
« Antwort #363 am: Donnerstag, 13.Juni.2019 | 19:29:05 Uhr »
Booaaaah, ist jetzt ein wenig schwierig zu erklären .. ich versuch's:
(1) bezieht sich auf Dein Foto "Wickelmotor Steuerfeder.jpg" also was Du vermutlich mit "den beiden Federbeinen" meinst
(2) bezieht sich auf Dein Foto "Kurvenradhebel.jpg"
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(2) hat einen Metallstift, der kommt in die Nut des Kurvenrads. Der Kunstoffstift greift nach unten durch und kommt zwischen die beiden Federbeine von (1).
Diese Feder hat mWn eine X-förmige Verschränkung über die die Spannung aufgebaut wird. Dadurch kann man die Feder auch nur schlecht einbauen weil sie unter Spannung steht - evtl. liegt hier Dein Fehler.
Wenn man dann das darüber liegende Zahnrad einbaut kann es sein, daß die Feder darunter raus fluppt und sich unter den Sitz des Zahnrads schiebt.
Darauf auch beim Zusammenbau achten.

Zitat
Ist es normal, dass beim Umschalten von Vorspulen auf Stop die Tonkopfbrücke kurz noch oben ausschlägt?
Da kann ich mich nicht mehr 100% erinnern, ich meine schon. Müßte ich nochmal nachschauen.
Aber mach mal erst die Mechanik gut, dann schauen wir später weiter....manches erledigt sich ja auch von alleine  :_55_:
Gruß, Kuni
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