Autor Thema: Ultracraft AC-400 MK II  (Gelesen 29581 mal)

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be.audiophil

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Ultracraft AC-400 MK II
« am: Donnerstag, 07.September.2006 | 22:53:37 Uhr »



Der Hersteller dieser anerkannten Pretiose firmierte anfangs unter dem Namen Audiocraft um dann gegen Ende der Siebziger auf den Namen Ultracraft umzufirmieren. Bei dieser japanischen Edelschmiede entstanden neben den verschiedenen Modellen des AC-300 und seines 11,4 Zoll langen Bruders auch die etwas schwereren Modelle AC-4400, AC-4000 und AC-5000, wobei der AC-5000 in Europa leider so gut wie überhaupt keine Verbreitung fand.

Aber auch einen AC-300 oder AC-400 muß man wie die sprichwörtliche Stecknadel im Heuhaufen suchen.

Heute soll es aber um den AC-300 bzw. AC-400 im Allgemeinen und den AC-400 MK-II im Besonderen gehen:



Der Serienunterschied/ die allgemeine Beschreibung:

Auch wenn die unterschiedliche Modellbezeichnung vermuten läßt, es handelte sich um zwei deutlich unterscheidliche Tonarme, so ist dem ganz gewiß nciht so. Die Modellbezeichnung AC-300 gehört zu den 9"-Vertretern und das Kürzel AC-400 beschreibt die 11,4 zöllige lange Variante, wobei bei den MK-II Modellen das Armrohr im Gegensatz zu den ersten Kreationen wechselbar ausgeführt ist und somit prinzipiell den unproblematischen Wechsel von 9 auf 11,4 Zoll und zu Armrohren mit verschiedenen Gewichten möglich machte.





Diese Tonarme wurden mit einer Reihe optional erhältlicher Zubehörteilen ausgeliefert, so daß auch das Ausbalancieren verschieden schwerer Tonabnehmer kein echtes Problem darstellt.



So, daß es sich um reinrassige Einpunkter handelt, hatte ich ja schon geschrieben ...

... nur was verbirgt sich dahinter?

Es geht bei diesem Begriff um die Aufhängungstechnik und Führung des Armrohres. Bei einem Einpunkter ist der Tonarmdrehpunkt entgegen allen anderen Konstruktionen für alle Freiheitsgrade in einem einzigen geometrischen Punkt zusammengefaßt. Die englische Übersetzung der Begrifflichkeit (Uni-Pivot) umschreibt dieses Konstruktionsmerkmal sogar wesentlich deutlicher.

Diese konstruktive Feinheit verlieh den Einpunktern immer den Habitus des haptisch Gewöhnungsbedürftigen. Das Armrohr wackelt und läßt sich im Pivot verdrehen. Es gab sogar Zeiten, in denen dem Einpiunkter an sich nachgesagt wurde, er könne nicht sauber abtasten. Das ist aber vollkommener Mumpitz.

Wie muß man sich ein solches Lager vorstellen?

Nun, man nehme einen etwas längeren Dorn und lagere darauf das Armrohr - im Prinzip Fertig!

Da sind die Ultracrafts allerdings schon wesentlich aufwändiger gefertigt. Zur verdeutlichung hier ein Ausschnitt aus der Bedienungsanleitung:



Wie Ihr sehen könnt, besitzt der Ultracraft hinter dem Pivot zusätzlich ein quer verstellbares Gewicht zur Einstellung der Lateralbalance, so daß er sich auf jeden erdenklichen TA einstellen kann.



Zudem ist der AC-400 MK-II ebenso wie die übrigen ungleichen Brüder mit einer Silikonölwanne, die sozusagen den Pivot umschließt, ausgestattet, so daß man ihn auch noch an verschiedene Nadelnachgiebigkeiten anpassen kann.



Ja, und wer nun eine optisch doch erstaunliche Ähnlichkeit zu den modernen "Neuschöpfungen" von Graham (z.B. Phantom) zu erkennen glaubt, der liegt hierbei nicht vollkommen falsch. So nutzte man bei Graham den AC-400 der damals schon "verstorbenen" Firma Ultracraft ungeniert als Kopiervorlage, würzte die Kopie mit einem Armrohr aus Keramik und verkaufte das Ganze dann als ultimative Neuschöpfung - fertig war der neue HiFi-Überflieger.

Wer also in die Klasse eines Grahams aufsteigen will und sich scheut den dafür verlangten Preis zu zahlen, der ist mit einem Ultracraft nicht wirklich schlechter bedient.

Betrieb/ Hörerfahrungen:

Ich habe meinen AC-400 MK II bislang mit verschiedenen Tonabnehmern aus meiner Sammlung ausprobiert und vornehmlich auf meinem Garrad 401 in der Versuchszarge sehr zufrieden betrieben. Einige von Euch hatten ja auch schon das Vergnügen.

Die Einstellung ist mehr als kniffelig und stellt auch schon mal einen alten Hasen in Sachen Vinyl vor schwierigere Aufgaben. Wenn man glaubt die richtige Einstellung getroffen zu haben und sieht dann den TA auf der Schallplatte in der Rille nach innen wandern und das Armrohr ganz langsam seitlich abfallen, dann möchte man sich durchaus die Haare raufen. Der AC-400 erfordert hier also durchaus viel geduld und Fingerspitzengefühl, entlohnt den Aufwand aber mit einer Performance, die seinesgleichen sucht.

Ja, ich habe den AC-400 sowohl mit meinem SME 3012-II mit Bronzebasis, den hier ebenfalls schon besprochenen AT-1100, dem Mayware Formula IV MK III und dem Hadcock GH228 direkt in heimischer Umgebung verglichen. Die übrigen der genannten Tonarme habe ich bislang entweder in anderen Setups oder bei Vorführungen hören können und dürfen.

Er - der AC-400 MK II - spielt durchaus sauberer und etwas konturierter, als der SME und erscheint gleichzeitig luftiger und feiner aufspielen zu können, als es ein Mayware, Moerch, Hadcock oder Clearaudio Unify jemals könnte. Zudem ist der vom AC-400 MK II produzierte Bass einfache eine sehr saubere und trockene Angelegenheit, die mehr als begeistern kann.

Je nach verwendetem Silikonöl habe ich den Ultracraft mit Shure V-15-III, CORAL MC-88E, AT-30E, Fidelity Research FR-1 MK II, Fidelity Research FR-1 MK3F und Supex SD-901 Super als auch mit dem derzeit dort in Betrieb befindlichen Supex SD-900 Super gehört.

Er ist ebenso in der Lage, die magische Analytik des SD-900 Super in ein harmonisches, nie überzeichnetes und trotzdem ausgewogenes und überaus klares Klangbild zu übersetzen, wie er den phänomenalen Schmelz eines SD-901 Super oder FR-1 MK3F noch etwas unterstreichen und gleichzeitig mit einer kleinen Betonung des Auflösungsvermögens aufwarten kann. Ein echter Zauberer also, der genau und auf den Punkt die Fein- und Eigenheiten des verwendeten Systemes unterstreichen kann. Das ist imho ganz großes Kino ...

... aber eines sei bitte auch gesagt ... der AC-400 fühlt sich am wohlsten, wenn man ihm ein gutes, durchaus höherpreisiges und eher mittelhart aufgehängtes MC-System unterschnallt. Der Versuch mit dem Shure V15-III ging demzufolge auch voll daneben.

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #1 am: Freitag, 08.September.2006 | 01:50:48 Uhr »
Hi Rolf,

Dein Bericht macht einfach nur Lust auf mehr...... Du hast nicht zufälligerweise einen für Deinen Admin? :-* ::)

Gruß
Jürgen
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be.audiophil

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #2 am: Freitag, 08.September.2006 | 07:22:26 Uhr »
Hallo Jürgen,

ich werde in den kommenden tagen vielleciht noch einen Vergleich von Mayware/ Moerch & Hadcock erstellen ...

... den bekommst Du dann  ;D

Offline jonas@psychedelic

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #3 am: Freitag, 04.Januar.2008 | 13:52:49 Uhr »
Hallo Rolf!
Mit deinem Bericht hast du bei mir genau ins Schwarze getroffen, da ich, wie du weißt, in dieser Preisregion einen Arm suche.
Ich habe ein Angebot für einen AC33 (400€) und bei ebay schwirrt zur Zeit ein älterer Hadcock rum. Kann beim Hadcock etwas kaputt gehen und die Performance verschlechtern?

Desweiteren habe ich ein Angebot für einen Moerch UP4.

Was tun??  .,a015
Ciao,
Jonas

be.audiophil

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #4 am: Freitag, 04.Januar.2008 | 15:46:12 Uhr »
Hallo Jonas,

Mit deinem Bericht hast du bei mir genau ins Schwarze getroffen, da ich, wie du weißt, in dieser Preisregion einen Arm suche.

yepp ... ich weiß, daß Du ein Suchender bist ... nur für maximal EUR 450 bekommst Du genauso wenig einen AC-300/400 MKI oder gar MKII wie die von Dir gesuchten Unify und Micro Seiki MA-505 ... da muß es schon fast mit dem Teufel zugehen, wenn Du innerhalb Deines Budgets fündig würdest.

Hier ein paar Angebote zu Audio-/ Ultracraft:

AC-300
AC-3000
AC-4000

und hier nur mal ein Wechselarmrohr ... für das richtige Preisgefühl ... :zwinker:

AC-4000/4400 Wechselarmrohr

Natürlich ...  .,a015 ... versuchen kann man es ja mal ...  :__y_e_s:  :_rofl_:

Ich habe ein Angebot für einen AC33 (400€) ...

... na ... nur ist vom AC-33 zum AC300 MKI bereits ein großer klanglicher Sprung ... zum MKII nochmals ...

... optisch unterschieden sich AC-33 und der Ur-AC-300 zwar nicht gravierend ... wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann fehlt dem AC-33 die Dämpfungswanne rund um den Lagerdorn ... das würde ich mir bei dem Preis wirklich zweimal überlegen ...

... zumal Du beim derzeitigen Dollarkurs dann mit dem oben aufgeführten AC-300 zu umgerechnet ca. EUR 405 ohne Porto und Zoll wahrscheinlich besser fährst ...

... und leider ist dieser AC-3000 schon reserviert ... wobei man es ja durchaus noch probieren könnte ... das sind nämlich umgerechnet nur ca. EUR 462 ohne Porto und Zoll ... der Preis ist also sehr sehr heiß

... und bei ebay schwirrt zur Zeit ein älterer Hadcock rum. Kann beim Hadcock etwas kaputt gehen und die Performance verschlechtern?

Desweiteren habe ich ein Angebot für einen Moerch UP4.

Oh, oh ... da wird jetzt aber sehr viel unterscheidliches Zeugs durcheinander gewürfelt ...

... der Moerch UP4 ist eine Kopie der australischen Mayware-OEM-Version ... also auch nicht anders als Dein bereits vorhandener Mayware ...

... ein Hadcock egal welchen Alters spielt in einer Liga mit Deinem Mayware ... er klingt nur etwas anders und reagiert etwas anders auf bestimmte TAs ... soll heißen, daß er etwas resonanzanfälliger reagiert ... aber die Güte der Reproduktion bleibt eher gleich ...

... der Unify hat mehr Masse rund um den Pivot und geht schon eher in die Richtung eines Ultracrafts ... kommt aber weder qualitativ noch klanglich an diesen leider auch nicht heran ... da müßtest Du schon einen Graham The Phantom ins Rennen schicken, um einem großen Ultracraft - also AC-400 MKII oder AC-4000/4400 - das Wasser zu reichen.

Was kann bei einem Tonarm so alles kaputt gehen ... nun richtige Pflege vorausgesetzt eigentlich nicht viel ... aber wenn er kaputtgefrickelt wurde, dann schon fast alles ...

... die Hadcocks sind komplett einstell- und zerlegbar ... so läßt sich auch die Höhe des Lagerdornes ändern ... und da Einpunkter hast Du auch keine Kugellager, die jemand zu stramm hat einstellen können ... dafür kann man auch den Lagerdorn oder das Armrohr verbeigen, etc ...

... das läßt sich aus der Ferne und ohne den Arm zuvor gesehen zu haben schlecht sagen ...

Wenn Du allerdings unbedingt einen Hadcock haben wolltest ... z.B. um ein Decca fahren zu können ... tja, ich habe da noch einen komplett zerlegt im Schrank liegen ... :zwinker:

... aber man kann ihn halt komplett verstellen und die

be.audiophil

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #5 am: Freitag, 04.Januar.2008 | 19:02:52 Uhr »
Hallo Jonas,

bei dem Deinerseits erwähnten Hadcock ... meinst Du da die Auktion in GB?

Offline jonas@psychedelic

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #6 am: Freitag, 04.Januar.2008 | 19:23:07 Uhr »
Danke für deine ausführliche Antwort.
Tut mir leid, wenn ich vieles zusammen in einen Topf werfe..
Im AAA wurde mal ein Unify für 400€ verkauft. Ein Micro 505 Mk3 ging mir für 480€ durch die Lappen.. Naja, kann halt max. 450€ investieren. Den Sonus habe ich der ungeschirmnten Kabel wegen verkauft. Hatte durch meine ganzen Stromkabel immer einen starken Brumm. Klanglich war es gut, etwas nervig vielleicht..
Was soll ich jetzt kaufen. . .

Ich werde das auf jeden Fall genau überlegen, der Sonus war ein Spontankauf und kostete viel Lehrgeld..

Die GB Auktion meine ich, richtig.


Grüße
Jonas
Ciao,
Jonas

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #7 am: Freitag, 04.Januar.2008 | 19:27:17 Uhr »
Hi Jonas,

mit viel Gedult ist für 450€ so gerade mal eben ein MA-505 nicht Original-Verpackt drin.....

Selbst meiner mit Beziehungen war bei 350€. Werde mich aber mal umhören.
Gruß
Jürgen

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Offline Valsi

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #8 am: Freitag, 04.Januar.2008 | 20:16:50 Uhr »
Hallo Rolf,

danke für den super Bericht! Ist der 300er Rega oder Linn kompatibel was die Montage anbelangt? Ich kann am Bild nicht klar sehen ob der Arm mit einer Mutter oder Schrauben befestigt wird. Ich denke es ist eine Befestigung die am Rohr ein Außengewinde hat. Auch würde ich gerne das Maß des Außengewindes wissen um zu sehen ob der Arm in meinen Avid passt ;)

lg

Rudi

Offline TommiS

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #9 am: Freitag, 04.Januar.2008 | 21:21:02 Uhr »
Hallo Jonas,

noch eine kleine Anmerkung zu dem Hadcock.
Für mich spielt dieser Arm, wenn er mit dem richtigen Tonabnehmer kombiniert wurde besser als ein SME V.
Er spielt in meinen Augen auch besser als ein Mayware, aber das kommt sicherlich auch sehr auf den verwendeten Tonabnehmer an...
Aber genau das ist wie Rolf bereits sagte die Krux. Vieles resoniert mit dem Hadcock und dann klingt es nicht.
Der Hadcock ist aber auch nicht unbedingt ein Arm, der nur mit Deccas klingt, mir persönlich haben die zwar gefallen haben mich aber nicht
vom Hocker gerissen.
Meine Top-Empfehlung ist für den Hadcock GH 228 ist ein Benz Ruby 3 Open Air.
Wenn Du es nicht ganz so teuer möchtest dann ein Benz Glider L2. Diese beiden Systeme gefallen mir mit dem Hadcock besser als
in jedem anderen Arm, in dem ich sie bisher hören durfte.
Das Ruby hatte ich erst am vergangenen Samstag hier und konnte es sowohl in einem großen SME Arm als auch in dem Hadcock hören.
Mein Gast  kam eigentlich um es in dem SME zu hören, sucht jetzt aber nach einem Hadcock...  :flööt:

Allerdings möchte ich in Bezugs auf Rolfs Hinweis, dass man an dem Hadcock "alles" einstellen kann auch gleich eine Warnung aussprechen.
Meiner Meinung nach sollte man bevor man sich mit dem Hadckock beschäftigt auch etwas an Erfahrung was den Umgang miit Tonarmen angeht angesammelt haben. Der Hadcock ist alles andere als einfach, er ist schon gar kein Plug and Play - Arm.
Wird eine Einstellung verändert müsse alle anderen überprüft werden.
Ein Hifi-Tester schrieb vor Jahren einmal, dass der Hadcock für ihn eine ständige Baustelle sei, dem ist nicht viel hinzuzufügen.
Ich würde nie einen Hadcock als alleinigen Tonarm wollen, aber ich möchte auch nicht mehr auf den GH 228 verzichten... 
Denn er verwöhnt er mit dem richtigen Tonabnehmer kombiniert mit einem traumhaft schönen Klang... :Band:

Viele Grüße

Tom

PS. Der in meinem Besitz befindliche Hadcock ist durchgehend neu verkabelt...
PPS. Der Arm in der Auktion in ebay UK scheint in Ordnung zu sein...
PPPS Der Hadcock hat obwohl Uni Pivot sehr wohl Lagerkugeln, aber das nur so am Rande....
« Letzte Änderung: Freitag, 04.Januar.2008 | 21:26:29 Uhr von TommiS »

be.audiophil

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #10 am: Freitag, 04.Januar.2008 | 21:31:32 Uhr »
Hi Rudi,

Ist der 300er Rega oder Linn kompatibel was die Montage anbelangt?

... also ... was ist eigentlich die Linn-Geometrie?

Ok, die Tonarme von Linn folgen alle IEC ... und das ergibt dann bei vorgegebenem Montageabstand von Tellerachse zu Tonarmdrehpunkt von 211 mm und einem Überhang von 18 mm in der Folge eine Kröpfung von 24 Grad und die Nulldurchgänge bei 65.6 / 120.6 mm. Demzufolge ist auch die effektive Länge dieser Tonarme immer identisch ... 229 mm. Und die Montagebohrung im Armboard mißt imho 25 mm im Durchmesser.

Rega folgt geometrisch Stevenson und ist damit rein theoretisch das modernere Produkt  ;0001 ... bedeutet aber einen Montageabstand von 222 mm, 21,63 Grad Kröpfung und die Nulldurchgänge bei 60.0 / 114.7 mm sowie eine effektive Länge von 237 mm. Hier ist die Montagebohrung 23 mm

Die 9"-Tonarme von Audio-/ Ultracraft folgen einer eigenen Geometrie, die konstruktiv über den sog. Offset nach Rother sowie Keisuka Ikegami and Susumu Hoshimi bestimmt ist. Ber Montageabstand entspricht zwar mit 222 mm dem der Rega-Tonarme, aber sowohl Kröpfung (22 Grad) als auch Überhang (15 mm) und Nulldurchgänge (57.2 / 120.4 mm) sind unterschiedlich. Die Ultracrafts benötigen übrigens eine Montagebohrung von 22 mm.

Somit passen die Ultracraft-Arme auch in für Rega-Tonarme vorbereitete Armboards  ...

Ich denke es ist eine Befestigung die am Rohr ein Außengewinde hat

yepp ... die Tonarmbasis hat ein Außengewinde ... und es gab zwei Befestigungsmuttern ... eine kleine für Subchassisspieler und eine richtig große mit richtig Gewicht, die für Masselaufwerke und Co. gedacht war ... damit klingt der Ultracraft übrigens deutlich homogener ... deren Außendurchmesser kann ich Dir jetzt aber nicht aus dem Stehgreif sagen ... und zum Nachmessen müßte ich meinen Dreher zerlegen ...

be.audiophil

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #11 am: Freitag, 04.Januar.2008 | 21:37:13 Uhr »
Hi Tom,

PPPS Der Hadcock hat obwohl Uni Pivot sehr wohl Lagerkugeln, aber das nur so am Rande....

yepp ... der Hadcock hat im Pivot ein ganz kleines Kugellager, welches den Lagerdorn zentriert ...

... der Mayware hat an dieser Stelle eine diamantene Lagerpfanne ...

... deshalb klingt der Mayware im direkten vergleich auch etwas luftiger ... der Hadcock etwas strammer ... und der Hadcock reagiert wesentlich deutlicher auf unterschiedliche TAs ...

... ich hatte ja beide lange Jahre hier und auch gegeneinander gehört ...

Offline Captn Difool

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #12 am: Samstag, 05.Januar.2008 | 11:44:44 Uhr »
Zur Zeit geistert ja eine Kleinserie von Ortofontonarmen (neu) durch das Netz. 9" wie 12". Die sehen vom Konstruktionsprinzip aus wie der Ultracraft 300. Könnten die Ortofonarme vom gleichen Hersteller sein? Mein Bankkonto streikt derzeit leider, da der 12"er genauso viel kostet wie ein teuer gehandelter SME 3012. In der Bucht werden die von William Thakker angeboten.

be.audiophil

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #13 am: Samstag, 05.Januar.2008 | 12:23:02 Uhr »
Hi André,

Zur Zeit geistert ja eine Kleinserie von Ortofontonarmen (neu) durch das Netz. 9" wie 12". Die sehen vom Konstruktionsprinzip aus wie der Ultracraft 300. Könnten die Ortofonarme vom gleichen Hersteller sein?

... definitv nein ... die Ortofon-Tonarme sind kardanisch gelagert und werden bei Jelco Ichikawa gefertigt ... das ist ja nun hinlänglich bekannt ...

... und angesichts des "moderaten" Preises sind deren Lager keinen Deut besser als die der Vivid Modelle ... das ist also lagertechnisch Einsteigerklasse ... und in keinster Weise mit dem alten RMA/RMG/SMG/SMA-Tonarmen aus Eigenfertigung oder dem damals ebenfalls von Jelco Ichikawa in Auftrag gefertigtem Shindo-Tonarm vergleichbar ... der Produktionspreis bei Jelco wird bei maximal EUR 400 liegen, der Straßenpreis liegt dafür jenseits der EUR 1400 ...

... so klingen die Dinger dann auch ... belegt, im Bassbereich mumpfig, im Hochton deutlich limitiert und tonal eher warm ... ebenso stimmt die dritte Dimension - die Bühnenhöhe - nicht ...

... das ist die Folge der verwendeten preisgünstigen Vertikallager in Kombination mit der hohen sichtbaren Masse - dieser dicke Knubbel - um den Drehpunkt ... somit ist die effektive Masse, die der TA sieht deutlich höher, als z.B. bei den alten Ortofönern ...

... selbst ein komplett überholter und sinnvoll modifizierter SME 3012er - also nur mit nachgearbeitetem Vertikallager ohne sonstige Veränderungen - spielt bereits deutlich homogener und stimmiger als diese neuen Ortofon ...

... also ein netter Marketing-Gag und garantiert keine Alternative zu einem gebrauchten RMG 309i/ RMA 309 ... und erst recht nicht zu einem langen Ultracraft ...

Offline Captn Difool

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #14 am: Samstag, 05.Januar.2008 | 16:11:12 Uhr »
Danke für die Aufklärung. Vom Ursprung der Arme wußte ich noch nichts, auch wenn mir Jelco als Auftragsfertiger bekannt ist. Von liegenden Vertikalspitzenlagern (drehend) halte ich auch nicht so viel, das ist praktisch Massenstandard. Die Lager haben immer eine Restreibung und immer etwas Spiel, gleich wie gut man sie einstellt. Dann gebe ich (wenn ich's denn hätte  :mega_shock: ) die Kohle lieber für einen 3012 aus, den ich dann noch nach allen Regeln der Kunst optimiere. Ich denke, nicht umsonst nehmen einige Hersteller lieber kippende als drehende Lager für die Vertikalachse, sie es nun Spitzen oder Schneiden.

Den AC300 finde ich auch sehr interessant, gab es dafür auch ein 12"-Rohr? Allerdings bin ich noch etwas skeptisch, bezüglich der Rohrbefestigung, die immer einen Punkt mechanischer Nachgibigkeit darstellt. Den hat zwar schon die Headshell, aber das wäre dann noch ein weiterer. Beim AT1100 hat man das Prinzip ja auch aufgegriffen. Aber wahrscheinlich sehe ich das wieder zu unpragmatisch, die klangliche Auswirkung wird wohl kaum negativ ausfallen, sonst würde Dich der Arm ja nicht so überzeugen.

Somit eigentlich schade, Plattenspieler bekommt man noch massenweise, aber gute Tonarme kann man bald in Gold aufwiegen. Daher wohl auch die recht happigen Preise der neuen Ortofonarme, da wo Mangel herrscht, kann man ja die Preise fast nach Belieben anziehen. 

be.audiophil

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #15 am: Samstag, 05.Januar.2008 | 16:57:34 Uhr »
Hi André,

Den AC300 finde ich auch sehr interessant, gab es dafür auch ein 12"-Rohr?

yepp gibt es ... AC-300 bezeichnet die 9"-Version und AC-400 die lange Ausführung ... hat aber nciht ganz 12" sondern "nur" 11,4-Zoll ...

... die leicht reduzierte Länge hat aber auch konstruktive Vorteile ... so waren die alten japan. Studiotonarme auch alles keine 9- oder 12-Zöller sondern nur 10,5-Zöller ...

Bei den MKII-Ausführungen oder den ganz großen Modellen AC-3000 und AC-3300 der Audio-/Ultracrafts kannst Du dann sogar über den Wechsel des Armrohres auch auf die Langversion aufrüsten ... dafür gab es dann auch optional schwerere Gegengewichte ... bei den großen Arm-Modellen AC-4000 und AC-4400 war dann original sogar das leichtere Gegengewicht und ein leichteres 11,4"-Armrohr dabei, so daß man bei Bedarf nur noch das kürzere 9"-Armrohr hat nachkaufen müssen ...

... es gab dafür sogar auch S-shaped-Armrohre ... und diese dann in zwei Ausführungen ... für Ortofon A-Shell und G-Shell bzw. für normale Wechselheadshells ...

Offline jonas@psychedelic

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #16 am: Montag, 07.Januar.2008 | 15:44:41 Uhr »
Bin jetzt stolzer Besitzer eines 300Mk2 zu einem sehr guten Kurs..  :flööt: :)

Freue mich schon, wenn er endlich da ist..

Jonas
Ciao,
Jonas

be.audiophil

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #17 am: Montag, 07.Januar.2008 | 15:46:16 Uhr »
Hi Jonas,

Bin jetzt stolzer Besitzer eines 300Mk2 zu einem sehr guten Kurs..  :flööt: :)

... hat also geklappt mit der Auktion ... Glückwunsch ... und stimmt ... der Kurs ist heiß

... wie schon per PN gechrieben ... ich würde falls möglich abholen  :_good_:

Offline jonas@psychedelic

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #18 am: Donnerstag, 10.Januar.2008 | 23:03:04 Uhr »
wie groß muss das loch der tonarmbasis sein? habe im moment 22mm und bin der meinung etwas von 32 mm gelesen zu haben..
Ciao,
Jonas

Offline jonas@psychedelic

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #19 am: Freitag, 11.Januar.2008 | 22:56:31 Uhr »
Ach nein: 22mm, dann ist ja alles im Lot..
Nur ankommen muss er noch.. :)
Ciao,
Jonas

Offline jonas@psychedelic

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #20 am: Dienstag, 15.Januar.2008 | 15:11:50 Uhr »
 ;0006 :_aggressive: :cray:

Bohrung in der Armbase muss 27mm groß sein..

Dann wirds wohl erstmal nichts mit montieren.. :(
Ciao,
Jonas

Offline zoki12

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #21 am: Sonntag, 30.November.2008 | 16:40:03 Uhr »
Hallo Rolf,

deine Beschreibung über den Audicraft habe ich mit Interesse gelesen. Vor einigen Tagen habe ich einen Audiocraft AC 300 II gekauft, der vorher auf einem Strahtclyde 305M montiert war und somit über eine Montageplatform für SME und die kleine Mutter für Subchasis verfügt. Der Tonarm befindet sich in einem sehr guten und gepflegtem Zustand und wurde mit Siliconöl und Mayware-Kabel für EUR 350,-- (inkl. Versand) verkauft und geliefert.

Zwischenzeitlich wurde mir ein von Audio Origami überprüfter und sehr gepflegter Syrinx PU 2 mit Cardas-Verkablung für EUR 230,-- (inkl. Versand) angeboten, den ich ebenfalls gekauft habe und der nächste Woche geliefert werden soll.

Zur Zeit bin ich noch nicht sicher, welchen Tonarm ich auf meinem Strathclyde 305M montieren und behalten soll. Einen Einpunkter habe ich bisher noch nicht montiert und eingestellt. Wer könnte mir im Raum Frankfurt/Main eventuell behilflich sein?

Grüße

Zoki

Offline jonas@psychedelic

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #22 am: Sonntag, 07.Dezember.2008 | 00:04:59 Uhr »
Glückwunsch zum Ac300 Mk2.

Habe das Teil auch und bin seit jeher wunschlos glücklich. Der Arm ist super einzustellen, besonders die Dämpfung.
Bitte achte genau welches Öl du verwendest. Bei falscher Viskosität klingt der Arm überhaupt nicht!

Ansonsten ein Arm fürs Leben. ;)

Denn durch Wechselarmrohre kann man nahezu jedes System betreiben. Selbst für Deccas, Dl103 und SPU's gibt es spezielle Armrohre.
Ciao,
Jonas

Offline jonas@psychedelic

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #23 am: Mittwoch, 07.Januar.2009 | 17:24:12 Uhr »
Mal eine Frage:
Kennt jemand die effektive Masse des schwerem 9 Zoll Armrohres?
Ciao,
Jonas

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #24 am: Donnerstag, 08.Januar.2009 | 21:25:48 Uhr »
Hi Jonas,

sehe ich das richtig, Du suchst die eff.Masse für den AC-300 MK II?

dann sieh' einmal hier.... dies ist alles was ich habe im Archiv Michael-Otto....


Wenn man nun die Daten der Tonabnehmer verwendet und diese dann hier eingibt so kann man den Wert einigermaßen zurückrechnen.

für das Armrohr SP-S ergibt sich alsdann folgender Wert: 5g ~ eff.Masse
für das Armrohr SP-300 ergibt sich 11-12g ~ eff.Masse.
Das Armrohr SP-E ist speziell für die EMT-TSD und die Ortofon SPU

Gruß
Jürgen
Gruß
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Offline Anerol

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Re: Ultracraft AC-400 MK II
« Antwort #25 am: Samstag, 08.November.2014 | 21:03:33 Uhr »
Hallo,

Auch wenn dieses Thema schon lange ruht habe ich eine Frage. Ich habe einen nagelneun AC 400 MK II. Leider kann ich ihn nicht nutzen, da mir die Schraube zur Arretierung der Liftaufnahme fehlt und diese somit nicht arretiert werden kann. Bevor ich nun Anfänge und alle möglichen Schrauben ausprobiere möchte icg gerne fragen, ob jemand diesen TONARM (noch) hat und mir ein paar Angaben machen kann. Ist das Gewinde zB metrisch? Welches Maß? Die Schraube scheint nicht durchzugehen, sondern einen Kunststoffkopf zu haben. Hat jemand ein Photo? Oder gar eine freie Ersatzschraube?

Ich wäre für jeden Hinweis dankbar.


ANEROL