Autor Thema: Telefunken M 15 / A, ein rubustes Arbeitspferd mit Wohlklang  (Gelesen 9133 mal)

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Offline Jürgen Heiliger

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Telefunken M 15 / A, ein rubustes Arbeitspferd mit Wohlklang
« am: Donnerstag, 07.September.2006 | 22:33:52 Uhr »
Hallo Leute,


Wie kam ich eigentlich an mein Telefunken M 15 Tonbandgerät?

Daran ist eigentlich mein Freund Tom (AAA) schuld.
Nach einem Vergleichstest verschiedener alter Aufnahmemedien bis in die Neuzeit, der bei mir stattfand, erbrachte mir eine Einladung zu Tom nach Hause. Dort kam ich dann das erste Mal mit einer Telefunken M 15 A in Kontakt. Von jeher sich für alte Technik begeisternt und von den klanglichen Eigenschaften absolut überzeugt, war ich ab sofort auf der Suche einer M 15 / A, die auch für mich bezahlbar war.
Da kam mir wie so oft der Zufall zu Hilfe. Man muss nur am richtigen Platz zur richtigen Zeit sein.
Ein befeundetes Studio löste seinen Bandbestand auf und wie ich denn dort war, um mir diesen gemeinsam mit Tom zu sichern, stand dort eine M 15 herum die nicht mehr gebraucht wurde. Schnell wurde man handelseinig.
Telefunken M 15

Die von mir damals erworbene M 15, sie hat mittlerweile den Besitz gewechselt, war eine für den WDR gebaute Version mit wesentlich erhöhtem Bandzug und stärkteren Wickelmotoren, gedacht um auch einmal 1100m, doppelt Rückseitenbeschichtet, auf den normalen Wickel zu bekommen. Diesen lies ich dann erst einmal von Andreas G. runterstellen, damit ich mit den normalen Bändern keine Probleme bekomme.

Hier einmal ein Auszug aus dem Telefunkenprospekt, den ich ein klein wenig ergänzt habe:

Das Telefunken M 15 (kurz für »magnetophon 15«) ist ein Kompaktgerät, welches eine Weiterentwicklung der berühmten Telefunken M 10 / A war. Sie war konzipiert für Tonaufnahmen und -wiedergabe bei Rundfunk und Fernsehen, sowie Tonstudios aller Art.
Austauschbare Europakarten guter Qualität, von der Übersprechddämpfung und vom Rauschen eher für den Rundfunk als für das Mastering konzipiert (Ausnahme sind die Karten mit "M" Aufdruck - hier wurde durch Bauteilselektion ab 1981 vor allem auf den Geräuschspannungsabstand im Tonkanal nach CCIR nachgebessert!) machten die tägliche Arbeit mit dem Gerät einfacher.
Im Laufwerkschassis enthalten sind die Verstärkerkarten für für Mono-, Stereo- oder Zweispuraufzeichnung, für bildsynchronen Betrieb mit Pilotton oder Zeitcode.
Ausgeliefert wurde sie mit 2 Bandgeschwindigkeitspaarungen wahlweise für alle Modelle 38 und 19 cm/s oder 76 und 38 cm/s.
Weiterhin gab es Spezialausführungen für Vorhörbetrieb (Schallplattenüberspielung) oder für quadrophonische Aufzeichnung (1/2"-Magnetband).
Das M15 ist ein modernes, professionelles Studio-Magnettongerät mit erhöhtem Bedienungskomfort, unter Berücksichtigung der modernsten Technologie. Es ist mit kompakten Verstärkern ausgerüstet, die mit funktionsabhängigen Modulationsschaltern bestückt sind.
Das M15 ist für Tonaufnahme und -wiedergabe höchster Qualität bei Rundfunk und Fernsehen, bei der Schallplattenindustrie sowie bei Tonstudios aller Art bestimmt.

Mittlerweile besitze ich eine zweite M 15, eine Sonderversion für Radio Bremen, die entgegen den "normalen" M 15, schon das elektronische Zählwerk und eine zusätzliche Lichtschranke für die Erkennung von Dolby A/Telcom C-4 sierten Bändern besitzt.
Auch ist hier der Bandzug normal und die Wickelmotoren sind Orginal.


Eine Telefunken M 15 A (76/38 cm/s) mit den obengenannten M-Karten fand auch den Weg zu mir, bedarf aber noch einer Überholung.   ;)

Die Radio Bremen M 15 ist noch immer in meinem Besitz  und vollzieht ihr tägliches Arbeitspensum klaglos.

Gruß
Jürgen
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Offline Jürgen Heiliger

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Re: Telefunken M 15 in die Jahre gekommen mit Problemchen
« Antwort #1 am: Freitag, 20.April.2007 | 16:46:09 Uhr »
Hi Jungs,

leider hab' ich meine M 15 lange nicht mehr in Betrieb genommen und so stellte sich das erste Problemchen mir in den Weg. (Hoffe ja ihr könnt mir helfen :angle:).

Also was macht sie denn, bzw. nicht.
Wenn ich aus dem schnellen Rücklauf in die Wiedergabe oder in den Stop gehen will, mag sie dies überhaupt nicht..... nein sie geht dann in den schnellen Vorlauf (obwohl der Hebel auf Rücklauf bleibt) und blockiert ab da jede Art von Laufwerksbefehl bis sie, wenn der Wickel komplett durchgelaufen ist das Laufwerk abschaltet, nicht im Sinne des Erfinders :icon_mrgreen:, oder man sie vom Stromnetz trennt, dies er recht nicht mit laufendem Wickel :oops:.
Einzige Abhilfe ist es vorher den Wickel mittels des Hebels für den Vor-/Rücklauf zum Stillstand zu bringen, dann geht's in 60 % der Fälle in den Stop oder den Wiedergabemodus zu kommen. Aber immer mit einer kleinen Bandschlaufe (ca 0,5m).

Also wo muss ich suchen als absoluter Elekroniklaie, welche der Laufwerkskarten könnte es sein die einen Schuss hat. Damit ich diese einzeln an MichaelB schicken kann zur Reperatur und er nicht mit allem hier anrücken muss. :icon_wink:

Gruß
Jürgen
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Offline PhonoMax

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Re: Telefunken M 15 / A, ein rubustes Arbeitspferd mit Wohlklang
« Antwort #2 am: Samstag, 21.April.2007 | 14:51:01 Uhr »
Lieber Jürgen,

gestern wurde der nachfolgende Text dir schon persönlich gemailt, nachdem aber auch hier ein Thread existiert, was trotz deines dezidierten Hinweises meinerseits unbeachtet blieb, wiederhole ich das gestern Geschriebene mit geringen Veränderungen:

Meine Überlegungen zu deinem Laufwerksproblem haben zu gewissen Ergebnissen geführt, bei denen ich allerdings nicht weiß, ob sie wirklich zutreffen. Das rührt nicht zuletzt daher, dass die Schaltungen  bei Telefunkens teilweise sehr unerfreulich zu lesen sind, aber auch
daher, dass bekanntlich mehrere Weg nach Rom (und in den Tiber) führen.

Bei dir liegt folgendes Problem vor:

Maschine läuft im

Rücklauf, du schaltest auf

Stopp. Die Laufwerkssteuerung schaltet die Maschine dann selbsttätig auf

Gegensteuern (Erregung des Vorlaufmotors), um die bis zum Bandstillstand
erforderliche Abbremszeit zu verkürzen.

In dieser Laufwerksposition bleibt die Maschine aber hängen, verbleibt im Vorlauf, was heißt, dass vermutlich eines der beiden ICs FS1 oder FS2 auf der Platine B-MB1 nicht mehr in seine Ruhestellung zurückfällt, sobald vom Zählwerksprint >Bandstillstand< gemeldet wird.

Jene ICs sind FPH 141 (Vierfach-NANDs mit zwei Eingängen), die zu allem Überfluss von Telefunken kamen und heute natürlich nicht mehr als solche erhältlich sind. Man muss sie durch passende Vergleichstypen ersetzen, die aus der LS-Ecke stammen müssen, weil mit einer Betriebsspannung von 12 Volt gearbeitet wird. LS-Typen sind heute mitunter keine Lagerware mehr, aber nicht -wie ich gestern wähnte- bereits schwerer zu bekommen. Bürklin hätte sie beispielsweise.
Das IC selbst scheint ansonsten ein Hypernormalo-74LS00 zu sein, denn es ist mit diesem pinkompatibel. Der CMOS-Baustein 4011 enthielte auch vier an sich passende NANDs, ist aber nicht pinkompatibel, kann damit ohne zusätzliche Maßnahmen auch nicht verwendet werden.

Generell sollte man nach der Reparaturanleitung (und mit Hilfe eines Verlängerungsprints oder einem ähnlichen Hilfswerkzeug) die Spannungslogik in diesem Bereich überprüfen, vielleicht liegt ja noch etwas anderes vor. Die Symptomatik jedoch spricht für einen Fehler innerhalb der mit den genannten ICs aufgebauten Schalter.

Mit geringem Abreitsaufwand auszuprobieren wäre außerdem, ob du durch Tausch der genannten Platine mit derjenigen B-MB1 deiner zweiten, betriebstüchtigen Maschine (idealerweise derselben Serie) -bitte bei Spannungsfreiheit des gesamten Gerätes- die Laufprobleme 'provisorisch' beseitigen kannst.  Nachdem das 74LS00 bei dir sicher fest eingelötet ist, wäre das vorgeschlagene Austauschverfahren zunächst einmal der vernüntigste Weg, bevor die Lötarie anhebt. Auch Telifanken geht nach Handbuch so vor, weil so eine aussagefähige Fehlergroblokalisierung möglich ist (ehe man sich zu Tode sucht).

Ich hoffe, mich in den Verbindungslinien der Telefunkenschaltzeichnung nicht allzusehr verlaufen zu haben, man muss ja zwischen mindestens zwei Blättern immer hin- und herwandern, was mit Vergrößerungsbrille schlicht grausam ist. Also: Es kann etwas anderes sein; ich habe mich jetzt lediglich an die mir am wahrscheinlichsten erscheinende Möglichkeit gehalten.

Hans-Joachim

MichaelB

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Re: Telefunken M 15 / A, ein rubustes Arbeitspferd mit Wohlklang
« Antwort #3 am: Montag, 23.April.2007 | 21:00:41 Uhr »
Hallo,

ich darf in diesem Zusammenhang einmal auf diesen Thread (http://mb.abovenet.de/forum/index.php?topic=2732.0) hinweisen. Dort gab es das gleiche Problem, was zur allseitigen Zufriedenheit gelöst werden konnte.

Gruß
Michael

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Telefunken M 15 / A, ein rubustes Arbeitspferd mit Wohlklang
« Antwort #4 am: Montag, 23.April.2007 | 23:19:44 Uhr »
Hi Michael, Hans-Joachim,

Danke in der Beziehung schon mal für Eure bisherige Hilfe.
Ich werde also die Karte bei Deiner nächsten Anwesenheit Dir mitgeben, damit Du sie Dir dann zu Hause in Ruhe mal ansehen kannst.

Gruß
Jürgen
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Offline Jürgen Heiliger

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Re: Telefunken M 15 / A, ein rubustes Arbeitspferd mit Wohlklang
« Antwort #5 am: Sonntag, 03.August.2008 | 23:20:10 Uhr »
Hi Hans-Joachim,

mittlerweile habe ich die Laufwerkskarten einmal probeweise bei Matthes testen lassen, der auch eine, der damals von mir besorgten, M-15 Radio Bremen besitzt.....
Und was soll ich sagen, dort tritt der Fehler in keinster Weise auf.
Also war meine Vermutung, der Fehler läge an den Steckkartenverbindungen......
Des heutigen Tages hatte ich nun ein sehr nettes Gespräch mit Johannes Brüning, Dir ja auch bestens bekannt, und der gab mit den Tip einmal nach den Umlenkhebeln für die Magnetrelais (Wickelmotoren) unter der oberen Abdeckung zu sehen..... Bei dem von mir geschilderten Fehler handele es sich um die Konstoffhülsen, die sich anscheinend in Auflösung befänden. In diesem Zustand würden sie gerne das Kleben anfangen..... und somit das Relai für den "Spulzustand" nicht mehr sauber schalten....

Werde ich mal diese Woche untersuchen.... und dann hier berichten....
Gruß
Jürgen

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Offline cavemaen

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Re: Telefunken M 15 / A, ein rubustes Arbeitspferd mit Wohlklang
« Antwort #6 am: Samstag, 14.Mai.2011 | 19:27:17 Uhr »
Mein Tipp:

Sollte eine M15 oder M15A länger nicht benutzt werden, hängen nur die Schleppschalter oberhalb der Bremsen aufgrund fehlender Wartung (5000 Stunden oder 10.000 Stundenwartung).

Von den 74er Krabblern habe ich Tausende geerbt und zu all dem anderen Kram in die Garage gestopft.

Falls eine M15A Steckkarte im Eimer sein sollte, kann ich die in einer meiner 7 M15A prüfen.

Daneben habe ich noch 'ne Handvoll M21 plus Teilekonvolut...

Rudy

Offline cavemaen

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Re: Telefunken M 15 / A, ein rubustes Arbeitspferd mit Wohlklang
« Antwort #7 am: Samstag, 21.Mai.2011 | 16:42:24 Uhr »
Hier mal ein Bild der Schleppschalter.

Löse mit 'nem 2er Imbus den Wickelflansch und zieh den nach oben ab. Dann kannst Du den Filz reinigen, ggf. auch das Bremsband (nichts verstellen!!).

Das Blechlein mit dem runden Filz kannst Du etwas nach oben ziehen, um eine sichere Funktion zu erreichen.

Beim Anbau des Wickelflansches und des Graphitringes der Bremse (ggf. nur mit Benzin o.ä. reinigen) achte darauf, dass das Bremsband nicht verknickt, sonst ist es Schrott!

Rudy

Offline cavemaen

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Re: Telefunken M 15 / A, ein rubustes Arbeitspferd mit Wohlklang
« Antwort #8 am: Dienstag, 28.Juni.2011 | 18:09:00 Uhr »
Hat es geklappt?  .,111