Autor Thema: Telefunken M 20 TC, die Königin der Telefunken  (Gelesen 7748 mal)

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Offline Jürgen Heiliger

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Telefunken M 20 TC, die Königin der Telefunken
« am: Donnerstag, 07.September.2006 | 22:14:56 Uhr »
Wie kam ich eigentlich zu der Telefunken M 20

Es war wie so oft im Leben, man ist am richtigen Ort und das zur richtigen Zeit.
Und da gab es einen MichaelB, der seine ach so verkannte M 20, selber gerade erst bei Emtecauflösung ersteigert, mit den Service Unterlagen wieder los werden wollte.   ;D
Hatte er sich doch selber erst einige Studer bei Emtec besorgt.
Ich also geschwind geschriben "Du hast Post" und danach erst die PN geschrieben. Denn der Preis war schon sehr verlockend.
Schnell wurden wir uns einig und wenige Tage später brachte mir MichaelB mir meinen Schatz nach Hause.

Mittlerweile habe ich mit Michaels und Andreas G. Hilfe einiges über die Maschiene herausgefunden.
Bei BASF/Emtec wurde sie als Überprüfungsmaschiene bei der Herstellung der Bezugsbänder benutzt und wurde im Werk zuletzt 12/03 überholt und gewartet. Bei mir wird sie nun zur Erstellung von hochwertigen Bandaufnahmen benutzt.
MichaelB hat mir noch die M 20 auf meine Bandsorten eingemessen, die ich hauptsächlich zu benutzen gedenke.

Ich hoffe, sie wird mir genauso viel Freude bereiten wie die beiden "kleineren" Brüder, die M 15.

Hier ein Auszug des Prospektes soweit er meine M 20 betrifft:
AEG magnetophon 20
Studio-Magnettongerät mit Timecode-Variante


Verwendungszweck
Seit 50 Jahren entwickelt und baut AEG Magnetophongeräte . Der Weg zum führenden Anbieter professioneller Magnetophongeräte für höchste Anforderungen wurde durch fundiertes technisches Know-how, ausgereifte Konzepte und hohen Qualitätsstandard der Produkte erreicht . Rundfunkund
Fernsehanstalten sowie Industriestudios vertrauen auf magnetophone von AEG.
AEG bietet für die elektronischen Medien die für den jeweiligen Einsatz passenden Geräte und Systeme. Sie sind zukunftsicher, langlebig und auf dem höchsten technologischen Stand.
Durch jahrzehntelangen Dialog zwischen Anwendern und Herstellern sind die magnetophone ergonomisch besonders ausgereift.
Das M20 stellt die höchste Ausbau- Klasse der neuen ¼ " Kompaktgerätefamilie von AEG dar. Damit bieten wir mit der preisgünstigen Redaktionsmaschine M 21 R, der Standard Studio-Maschine M 21 und der digital einmeßbaren M 20 sowie der Timecode-Maschine M 20 TC für jeden Anwender eine maßgeschneiderte Lösung.
Das M 20 ist mit moderner Mikrocomputertechnik für Steuerung, Überwachung und Einmessung ausgestattet.
Es stellt mit elektronisch einmeßbaren Verstärkern Tonaufnahme und -wiedergabe höchster Qualität sicher. Die Verstärker sind bei allen vier Bandgeschwindigkeiten auf die genormten Entzerrungen und für beliebige Bandsorten einmeßbar (3 davon speicherbar).
Einmesspanel

Durch digitale Einmessung und Abruf der gespeicherten Einmeßdaten kann diese universelle Maschine an die verschiedensten Anforderungen im heutigen Studiobetrieb angepaßt werden .
Das magnetophon 20 ist für stationären und mobilen Einsatz in vertikaler oder horizontaler Gebrauchslage geeignet und kann in höhenverstellbare Variogestelle, 19"-Gestelle, Truhen oder Koffer eingebaut werden.
Das M 20 TC ist als Variante für die Tonnachbearbeitung in der Video-Produktionstechnik mit einem gesonderten Zeitcodekanal für die Aufzeichnung des 80 Bit SMPTE Timecodes in der EBU (PAL, 25 Hz)- oder NTSC (30 Hz oder 29,97 Hz)-Version gemäß IEC 461 in der 2 mm Trennspur konzipiert. Die Timecode-Aufzeichnung kann durch eine Delay-Unit zur Modulation koinzident oder M 15A-TC kompatibel - d. h . um 2 Frames versetzt - erfolgen .
Über eine Synchronisierschnittstelle kann das M 20 TC mit Video- und Tonschnittsystemen synchron verkoppelt werden.
Zusätzlich kann das M 20 TC aus der Parkposition einer Einzelbildfortschaltung (»Bild für Bild«) des Masters in beiden Laufrichtungen folgen und positionieren (optional) .
Die Maschine ist ausgelegt für Stereospuraufzeichnung und für die Aufzeichnung des Timecodes (Option), und zwar für Schichtlage außen.
Die Wiedergabe erfolgt wahlweise über den Wiedergabe- oder Aufnahmekopf (Sync-Betrieb) .
Das Bedienfeld erfüllt die Anforderungen an logische und ergonomische Bedienung. Insbesondere die Locator-Funktionen sind für eine schnelle und sichere Arbeitsweise ausgeführt .
Der Betrieb ist mit allen Spulenverriegelungen möglich, wie: Wickelkern mit Bandteller für freitragende Wickel, NAB-Verriegelung oder Dreizack .
Dabei kann mit NAB-Spulen bis zu 12 ½ " Durchmesser oder Bandtellern mit 300 mm Durchmesser gearbeitet werden . Der minimale Kern-Durchmesser von Dreizackspulen nach DIN 45514 beträgt 45 mm und erfordert »kein« Umschalten der Bandzugregelung.

Besonders wichtig für den Betrieb im Ü-Wagen: Das M 20 ist bei -5° C nach einer Anlaufzeit von 5 Minuten betriebsbereit.
Für den weltweiten Einsatz sind alle Entzerrungen einstellbar, und zwar IEC1 (CCIR), IEC2 (NAB bzw. AES) oder NAB (9,5 cm/s) .
Die Aufnahme- und Wiedergabeköpfe sind mit 2 mm Trennspur zwischen den beiden Tonspuren lieferbar .
In der 2 mm breiten Trennspur wird der SMPTE-Timecode (80-Bit-Timecode) in der EBU (PAL, 25 Hz)- oder NTSC (30 Hz oder 29,97 Hz)-Version aufgezeichnet und wiedergegeben.
Timecodeplatine der M 20

Das Abhören vom Aufnahmekopf ohne Zeitversatz (Selsync) ermöglicht den elektronischen Schnitt im Produktionsbereich von Hand und bei zeitcodegesteuerten Schnittsystemen über die Rechnerschnittstelle.
VU-Meter- und Abhör-Einheit (mit Kopfhöreranschluß) sind zusätzlich lieferbar.

Besondere Merkmale (optional)
O Koinzidente und optional nicht koinzidente Zeitcodeaufzeichnung möglich
O Zeitrichtige Verstärkersteuerung für elektronischen Schnitt
O Taktwiedergabe mit gleicher Tonqualität wie bei Wiedergabe
O Elektronisch einmeßbare Verstärker über internes Einmeßfeld oder extern über die serielle Schnittstelle (optional)
O Jede der 4 Bandgeschwindigkeiten mit beliebiger Entzerrung kombinierbar. Alle 4 Geschwindigkeiten am Bedienfeld wählbar.
O Guter Tiefenfrequenzgang durch unsymmetrische Kopfspiegel
O Hohe Obersprechdämpfung des TC-Signals in die Modulation
O Ein- und Ausgänge elektronisch symmetrisch, erdfrei
O Integration eines Telcom C-4 Ekompanders in die Aufnahme-/ Wiedergabeverstärker als Option:
- ein Telcom je Kanal, automatisches Umschalten zwischen Aufnahme und Wiedergabe
- zwei Telcom je Kanal, einen für Aufnahme, der andere für Wiedergabe
O Ergonomisch übersichtliches Bedienfeld
O CUE/ZERO-Locator und REPEAT-Betrieb
Automatischer Cue-Speicher für jeden Startpunkt
Zusätzlich bis zu 4 Cue-Marken abspeicherbar
O Elektronisches Zählwerk
O Direktantrieb mit quarzbezogenem, elektronisch geregeltem, bürstenlosem Gleichstrommotor
O Variospeed ± 50% über die Schnittstelle mit einer externen Referenzfrequenz von 9,6 kHz oder ± 20 % mit dem Potentiometer auf dem Bedienfeld (eingeengter Bereich für gutes Einstellen)
O Sehr kurze Startzeit
O Kurze Zeiten beim Umschalten der Bandgeschwindigkeiten
O Umspulfunktion mit der Taste WIND und dem Rangierhebel (je 14 Stufen nach beiden Seiten)
oder wahlweise schnelles Umspulen mit den Tasten REWIND und WIND
O Konstanter Bandzug bei allen Bandgeschwindigkeiten und unabhängig vom Spulendurchmesser
O Editbetrieb ohne Berührung des Lösch- und Aufnahmekopfes
O Papierkorbbetrieb
O Aufsuchen von Bandstellen mit konstanter Abhörgeschwindigkeit rückwärts (mit Rücksetztaste) und automatischer Übergang in Wiedergabe bei Loslassen der Taste.
O Kompaktes Studio-Magnettongerät in 19"-Aufbau für'/4"-Magnetband
O Nationale und internationale Schichtlage
O 12'/2" Spulen (1200 m Standardband 50µm)
O Stationärer und mobiler Einsatz
O Betriebslage beliebig zwischen horizontal und vertikal
O Schnitttstellen :
Fernbedienungsschnittstelle
Synchronisierschnittstelle
Serielle Schnittstelle (optional)

Mit dem M 20 können alle handelsüblichen professionellen 50 µm und 35 µm Bänder bearbeitet werden, entweder als offener Wickel, mit Dreizack- Filmspulen (min. Spulendurchmesser 45 mm) oder NAB-Spulen (max . Spulendurchmesser 12½" - 1200 m Standardband).
Die Funktionen Rückspulen, Vorspulen, Aufnahme, Wiedergabe und Stop sind entweder direkt oder fern bedienbar (Fernbedienung als Option) .
Ein interner Programmierschalter erlaubt die Wahl der Aufnahmefunktion.
Knackfreier Aufnahme-Ein- und Ausstieg ist durch zeitrichtige Rampensteuerung gewährleistet .
Aus der Aufnahmesteuerung werden die Steuersignale für Kompander wie Telcom, Dolby oder DBX gebildet und liegen an der Fernsteuerschnittstelle an .
Die Aufnahme kann durch Umschalten am Programmierschalter gesperrt werden (reines Wiedergabegerät) .
Außer diesen Grundfunktionen bietet das M 20 serienmäßig ergänzende Funktionen für einen erhöhten Bedienungskomfort:
Zero Locator - positioniert das Magnetband von jeder Bandstelle aus auf die Position Zählwerk Null
Cue-Locator - positioniert das Magnetband auf die beim vorhergehenden PLAY- oder Record-Befehl eingespeicherte Bandstelle.
Ein PLAY-Befehl während dieser Positionierzeit bewirkt automatisch Wiedergabe, sobald die eingespeicherte Bandstelle erreicht ist.
Schleifenbetrieb (Repeat) - Abhörbetrieb zwischen zwei markierten Bandpositionen mit automatischer Wiederholung . Die erste Bandposition wird durch den Befehl PLAY und die zweite durch Drücken der Tasten PLAY und LOC markiert.
Zusätzlich sind bis zu 4 Locate- Positionen über LOC1 bis LOC4 abspeicherbar und über ENABLE/LOC und LOC1 bis LOC4 positionierbar.
Rücksetzen mit Abhörgeschwindigkeit:
Solange diese Taste betätigt wird, spult das Gerät mit Nenngeschwindigkeit zurück; Loslassen der Taste bewirkt Wiedergabe-Betrieb.
Vari-Speed : Mit der Taste "Vari- Speed" wird das Gerät auf variable Bandgeschwindigkeit umgeschaltet.
Mit dem Einstellknopf ist die Bandgeschwindigkeit um ± 20% verstellbar (Display-Anzeige) .
Rangierhebel für das Einstellen der Umspulgeschwindigkeit und Richtung oder wahlweise schnelles
Umspulen mit den Tasten REWIND und FAST FWD
Edit-Betrieb
Spot erase
Löschen von kurzen Bandstücken (Störungen) durch Bewegen des Bandes von Hand.
Input: Knackfreies Vorband-Hinterband-Umschalten
Startposition für kurze Startzeit durch Drücken der Taste STOP nach dem Einschalten des Gerätes
(Load) .
Unload:
Band hebt von den Köpfen ab.
Das M 20 hat folgende Anzeigen zum sicheren und schnellen Erfassen des Betriebszustandes :
Die elektronische Zählwerks-Anzeige:
5-stellige beleuchtete LCDAnzeige, ab Null in Rückwärtsrichtung mit negativem Vorzeichen
betragsmäßig aufwärtszählend.
Anzeige umschaltbar auf Vari-Speed
Automatisches Umschalten auf Fehlercode-Anzeige
Automatisches Umschalten auf Anzeige der Einmeßdaten (Testbetrieb)
Eine VU-Meter- und Abhör-Einheit (mit Kopfhöreranschluß) als Option.
Für das Schneiden sind alle Voraussetzungen vorhanden :
Markiereinrichtung (Option)
Bandschere mit Klebeschiene (Option)
Vorkopfschere und Klebeschiene (Option)
Papierkorbbetrieb rechts und links
Mithörmöglichkeit beim Umspulen und im Stand durch Drücken der Taste EDIT und Herandrücken
des Bandeintauchhebels automatisch, und von Hand zur individuellen Einstellung der Mithörlautstärke
beim Umspulen Einfaches Aufsuchen der Schnittstelle von Hand
Hohe Umspulgeschwindigkeit
Rangierhebel
Konstante Suchgeschwindigkeit
Automatische Arretierung der Bandzug-Fühlhebel in Stellung STOP (Option)
Anschlüsse an der M 20, die TC-Anschlüsse sind auf dem Bild nicht zu sehen

Aufbau
Das M 20 kann frei aufgestellt oder in Truhen, Koffer, Variogestelle oder direkt in 19"-Gestelle eingebaut werden. Mit dem Variogestell ist die Arbeitshöhe und Neigung für sitzende oder stehende Bedienung ergonomisch optimal einstellbar .
Das komplette Gerät ist in einem stark verrippten, sehr stabilen und verwindungssteifen Aluminiumgußchassis montiert . Die Auflagepunkte für den Kopfträger sind sehr präzise gefräst und dienen als Bezugsebene für den Bandlauf.
Der Kopfträger selbst ist auswechselbar, ohne daß eine Nachjustierung erforderlich ist.


Band ab, Band läuft: Queen Live bei Band Aid.  --
Nein nicht auf DVD sondern auf Band, wie übrigens das gesamte Konzert damals, die ganzen 16 Stunden. Man waren das noch Zeiten.
Weiß eigentlich einer von Euch noch wer alles in der Band für Afrika war? Und wer war damals unbekannterweise zufällig mit mir am 3. Live-Konzertpunkt?

Gruß
Jürgen
« Letzte Änderung: Freitag, 22.Januar.2010 | 20:03:52 Uhr von Jürgen Heiliger »
Gruß
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Offline frank1391

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Re: Telefunken M 20 TC, die Königin der Telefunken
« Antwort #1 am: Mittwoch, 27.September.2006 | 10:27:21 Uhr »
Hi Jürgen,
vielleicht hilft das weiter:

http://de.wikipedia.org/wiki/Band_für_Afrika

 Ich kann, wenn nicht, einen alten Schulfreund befragen, der dabei war.
gruß Frank
« Letzte Änderung: Mittwoch, 27.September.2006 | 10:32:10 Uhr von frank1391 »

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Telefunken M 20 TC, die Königin der Telefunken
« Antwort #2 am: Mittwoch, 09.September.2009 | 01:44:22 Uhr »
Hallo Freunde,

an dieser Stelle möchte ich, Aufgrund der Bandaufnahmen am 18.09. anlässlich eines Liveauftrittes, diesen Thread nochmals ausgraben um anhand diesem einmal zu zeigen wie präziese die Bandeinmessung bei einer Profimaschine von Statten geht.

Zunächst waren denn einige Vorbereitungen zu treffen..... so holte ich die M-20 aus Ihrem Variogestell um sie eine Etage tiefer zu tranportienen um so an den Messplatz zu kommen.
Alleine dabei zeigten sich schon die ersten durchdachten Kontruktionen derer sich der Hersteller bediente......

So bringt die M-20 ihre eigenen Tragegriffe mit, die nach Lösen der Sicherungsschraube im Variogestell durch herausziehen ausgeschwenkt werden können und dann um 90° verdreht wieder eingeschoben werden. Somit hat man vernünftigen Halt beim Transport. Die Dame ich nicht gerade ein Leichtgewicht zu nennen mit ihren 45 kg.

Also zunächst einmal den Bandlauf sauberst entmagnetesiert und gesäubert..... dazu dann auch einmal die Abdeckplatten entfernt..... man will ja auch einmal darunter sauber machen.
MAl sehen was mich da nach 3 Jahren Betrieb erwartet.

Aber dazu erst weiter nach dem morgentlichen Frühstück und ordentlicher Stärkung....  .,045 :_good_:
Gruß
Jürgen

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Offline Captn Difool

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Re: Telefunken M 20 TC, die Königin der Telefunken
« Antwort #3 am: Mittwoch, 09.September.2009 | 07:05:34 Uhr »
Eine wirklich tolle "Traummaschine"   .,d040 Für Plattenüberspielungen eigentlich schon zu schade, denn da wäre sie klanglich schon unterfordert. Solche Kisten dienten m.W. u.a. auch als Mastermaschine für Plattenschnitte?

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Telefunken M 20 TC, die Königin der Telefunken
« Antwort #4 am: Mittwoch, 09.September.2009 | 17:27:45 Uhr »
Hi Freunde,

es ist vollbracht....... sie ist Eingemessen.... :grinser:

hier erst einmal einige Bilder.....



Im ersten Bild ist die eigentliche "Kopfbrücke" der M-20 TC zu sehen mit folgernder Bestückung..... Löschkopf TC / Löschkopf + Aufnahmekopf (AC35) / Aufnahme TC + Wiedergabe TC / Wiedergabe (WC33)
TC steht für Time-Code, mit welchem meine M-20 Bestückt ist....
Das zweite Bild zeigt die Kopfabdeckung von der Unterseite mit dem "Bediener" der Kopfschere (zu sehen direkt am Wiedergabekopf), mittels derer man das Band direkt an der zu schneidenden Stelle trennen kann ohne es rangieren zu müssen.
Nun einmal die Köpfe ohne ihre Abdeckung.....


also nach erfolgert Entmagnetesierung und Säuberung der Köpfe habe ich erst einmal das 38 cm/s CCIR bezugsband auf die Maschine gelegt und den Azimut kontrolliert..... nach ein klein wenig Nachjustieren sah dieser dann am Wiedergabekopf so aus....


danach dann den Wiedergabefrequenzgang mittels des Bezugsbandes überprüft.....
dieser war von 31,5 Hz bis 18 kHz im Bereich von +1,0 bis -1,5 dB, gemessen 20 dB unter Vollaussteuerung. Nachdem ich den Bassfrequnezgang mittels des BassEQ-Wiedergabe-Potis angeglichen habe war er wesentlich linearer, er lag 31,5 Hz bis 18 kHz ± 0,75 dB, also war er real um 1 dB glatter geworden. Eine Anmerkung dazu, Heimmaschinen träumen schon von dem erstgenatten Messwert.

Als Vollaussteuerung wurde der Bandfluss von 514 nWb/m für 0 dB = 1,55 Volt festgelegt.

Anschließend gings an den eigentlichen Eimessvorgang......
Also erst mal Einstellen des REC-Levels bei 1kHz und 1,55 V Eingangsspannung.......
ab hier dann alles -20 dB, also bei einer Eingangsspannung von 75,5 mV .......
und danach des BIAS-Stroms, dieser wurde nach Telefunkenvorschrift auf -3,5 dB Delta 10 kHz für das SM468 von Emtec gelegt. Dieser Wert weicht etwas ab, da das Spaltmaß der Telefunkenköpfe 7µ ist. Die Angaben der Emtec-Leute für den Delta 10 kHz bezieht sich auf das Spaltmaß der ReVox/Studer Köpfe.

Den Azimut für den Aufnahmekopf eingestellt......


Nun ist Fleißarbeit angesagt.....
Zuerst wird der Frequenzgang anschließend nochmals bei 10 kHz (HI-1 REC-EQ) linearisiert und anschließen bei 18 kHz (HI-2 REC-EQ) gemessen und justiert.


Hier auf den Bildern die geöffnete Klappe unter der sich das Einmesspanal verbiergt.

Und was ergab dies für einen Frequenzgang........ über Band gemessen?

31,5 Hz bis 20 kHz im Bereich von ± 1,0 dB für die Telefunken M-20 TC von mir.....

Es waren zwar 6 Stunden Arbeit die ich damit verbracht habe, Sie zur Höchstleistung zu trimmen, aber es hat sich gelohnt. :_yahoo_: :_yahoo_:

=> André,

ja die M-20 gehörte wie auch die Studer A-820 zur Gilde der sogenannten Mastermaschinen auf denen die Mastertapes erstellt wurden. Nicht umsonst die Königsklasse unter den Bandmaschinen.
Gruß
Jürgen

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Offline m_ETUS_alem

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Re: Telefunken M 20 TC, die Königin der Telefunken
« Antwort #5 am: Donnerstag, 10.September.2009 | 18:03:21 Uhr »
Unglaublich guter Zustand das Teil.
Die Führungsnasen haben noch fast keine Kratzer und Einschnitte also arg wenig gelaufen...wie kommt man an soetwas denn ran?

Fast schon als "mint" zu bezeichen....naja...ähhh...wer hat schon Platz für so einen Trümmer ;)

Musu auch immer schön mit der Abdeckfolie abdecken gelle  :_55_:

P.S.
Wenn Du den Wagen mal nicht mehr brauchen solltest..... :_55_:.....und weg  :grinser:

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Offline cavemaen

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Re: Telefunken M 20 TC, die Königin der Telefunken
« Antwort #6 am: Donnerstag, 04.April.2013 | 17:58:16 Uhr »
Der "Wagen" nennt sich Variogestell. Habe davon noch einen übrig incl. Einbausatz, welcher unter der M20 oder M21 befestigt wird, allerdings ohne den Rahmen um die Maschine herum. :;aha

Was wäre er Dir wert?

Rudy