Autor Thema: Mein Koshin801 - Restauration  (Gelesen 11071 mal)

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Offline Captn Difool

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Mein Koshin801 - Restauration
« am: Freitag, 11.August.2006 | 00:07:12 Uhr »
Hallo, liebe Tonarmfans,
hier eine kleine Geschichte zu meinem Koshin801:

Ich erstand diesen Arm zusammen mit meinem TD126III VCM 1983. Der Koshin801 ist ein Originalarm, kein von Thorens kastriertes Derivat. Dieser war unten "abgespeckt" und mit Alublechen auf dem Tonarmboard befestigt, damit Thorens von unten die Endabschaltung (Ferritspule mit beweglichem Joch) montieren konnte. Mein Arm ist die Originalversion mit der massiven Messingmutter unten dran und bin froh, eine solche Version zu haben.

Der Arm ist von Design her eigentlich für einen der typischen japanischen Direkttriebler alá Denon, JVC usw. in ihren großen Rosenholzzargen gedacht gewesen, wo er optisch wie auch technisch eigentlich am besten passen würde. Die Handhabung suggeriert ein feststehenden Plattenspieler. Das Thorenssubchassis mag vom ersten Eindruck her nicht so passen, denn die Helicoilhöhenverstellung mag beim schwabbligen Subchassis nicht während des Spielens betätigt werden und das massive Messinggewicht der Befestiung beansprucht die Feder rechts hinten recht enorm, aber trotzdem, er paßt.

Ein Jahr später erstand ich recht günstig meinen Sony PUA1600L. Wie so oft üblich ist das Bessere des Guten Feind und der Sony war aufgrund seiner geringeren Lagerreibung dem Koshin überlegen, er klang in den Höhen freier und offener, löste diese besser auf. Die Lager waren schnell als schuldige ausgemacht und zerlegte den Arm. Aus heutiger Sicht leider etwas dilletantisch. :( Das Zerlegen war nicht einfach, denn alle Gewinde waren mit Loctite oder ähnlichem gesichert, was die Sache recht knifflig machte und trotz Einsatzes von Nitroverdünnung zum Lösen der Kleber (was anderes kannte ich damals nicht) mußte auch hin und wieder "sanfte Gewalt" angewendet werden, worunter manche Teile etwas litten. Aber verloren ist dennoch nichts. Ich begnügte mich über die Jahre mit dem Sony 1600L, da ich auch keine wirklich guten neuen Kugelager für den Koshin fand. Erst im Zeitalter des Internets wurde ich fündig, bei einem Unternehmen, welches Kleinstkugellager auch in höchster Qualtitätsstufe anbieten konnte. So erwarb ich neue Lager, welche der ABEC7 entpsrechen, welche bekanntlich auch im SMEV Anwendung finden. Das war der Startschuß, den Koshin endlich zu neuem Leben zu erwecken. Nur weiß ich nach über 20 Jahren nicht mehr so genau, wie und in welcher Reihenfolge ich den Arm zerlegt hatte, Unterlagen fehlen mir dazu leider auch. So muß ich also etwas Reengeneering betreiben um den Funktionszusammenhang der Technik wiederherzustellen.

Hier ein Bild von 1984, kurz bevor ich ihn zerlegte:



Die kleine Stange am Horizontallager ist ein vom mir zusätzlich angebautes Fadenantiskating, da das magnetische Antiskating für die Gygernadel des MC30S zu schwach war. Der Arm besteht es sehr präzis CNC-gedrehten Messingteilen, das Armrohr müßte aus Edelstahl sein. In einer von Jürgen veröffentlichen Tabelle meinte ich mal eine eff. Masse von 26,5g gelesen zu haben. Antiskating und Gewicht werden sehr genau magenetisch eingestellt, der Arm bleibt dynamisch ausbalanciert und könnte somit sogar kopfstehend betrieben werden, selbst im Weltraum... ;)

So sieht er jetzt aus:



Als nächstes werde ich die zentrale Einheit mit der magnetischen Gewichtseinstellung montieren müssen.

Ich werde in unregelmäßigen Abständen immer wieder mal berichten, wie weit ich bin.

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Mein Koshin801 - Restauration
« Antwort #1 am: Freitag, 11.August.2006 | 03:05:59 Uhr »
Hi Andrè.

von meinen persönlichen Gesprächen mit Joel weiß ich um die Diffizilität beim Zerlegen des Koshin bei Problemen mit dem Koshin. Wenn ich mich Recht erinnere ließen sie damals bei Thorens, wenn einige defekte zusammen kamen, extra einen Techniker von Koshin Japan selber rauskommen um die Arme zu reparieren. Bis dahin bekamen die Kunden einen neuen Ersatzarm. Selbst diesen Technikern gingen beim Zerlegen so manches Teil am Koshin den Gang des irdischen. Also Du bist mit diesen Problemen nicht alleine.

Leider kann ich Dir nicht mit Rat zur Seite stehen, ein Koshin blieb bis jetzt immer nur mein Traum......

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Offline Captn Difool

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Re: Mein Koshin801 - Restauration
« Antwort #2 am: Freitag, 11.August.2006 | 08:50:06 Uhr »
Hi Andrè.

von meinen persönlichen Gesprächen mit Joel weiß ich um die Diffizilität beim Zerlegen des Koshin bei Problemen mit dem Koshin. Wenn ich mich Recht erinnere ließen sie damals bei Thorens, wenn einige defekte zusammen kamen, extra einen Techniker von Koshin Japan selber rauskommen um die Arme zu reparieren. Bis dahin bekamen die Kunden einen neuen Ersatzarm. Selbst diesen Technikern gingen beim Zerlegen so manches Teil am Koshin den Gang des irdischen. Also Du bist mit diesen Problemen nicht alleine.

Leider kann ich Dir nicht mit Rat zur Seite stehen, ein Koshin blieb bis jetzt immer nur mein Traum......

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Jürgen

Hallo Jürgen,

in der Produktion soll der Arm damals angeblich 50$ gekostet haben, wurde in Taiwan, Malaysia o.ä. Land montiert.
Das Verkleben war m.E. unnötig und trug nichts zur Stabilität, die bei diesem Arm so gerühmt wurde, bei. Hätte ich den Arm nicht damals erstanden, wäre er wohl auch bei mir ein Traum geblieben, denn ich habe bisher noch kein solchen Arm im Netz als Angebot gesehen, lediglich in der Ebucht wurde wiederholt ein 126er mit werksmontierten Koshin für ca. 775€ angeboten, was den Käufern wohl zu teuer war. Einen Traumarm werde ich mir noch im nächsten Jahr besorgen müssen, einen SME3012, den es glücklicher Weise immer wieder mal im Angebot gibt.

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Mein Koshin801 - Restauration
« Antwort #3 am: Freitag, 11.August.2006 | 10:24:58 Uhr »
Hallo Andrè,

das Verkleben war laut Joel nicht wegen der Stabilität, sondern um die Resonanzarmut diesen Armes zu erhöhen. Bei den diversen Test ergab sich dann auch eine Resonanzarmut gleichermaßen gut wie beim Dynavector DV 505, der bekanntermaßen mit einer Antiresonanzfeder arbeitet auf der Unterseite des Arms.



Jeder Übergang/Verschraubung trägt ja nun auch zur Resonanzbildung/-erhöhung bei und von daher für mich Laien auch verständlich die Maßnahmen.

Gruß
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Offline Captn Difool

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Re: Mein Koshin801 - Restauration
« Antwort #4 am: Freitag, 11.August.2006 | 16:20:26 Uhr »
Verklebt waren bei mir nur die vertikalen Lager samt Staubkappen. Resonieren tun da, wenn ganz andere Teile, wie Gegengewicht, welches mit einem Gummi anstatt Filz entkoppelt ist oder der Lift samt Ruheklemme. Auch der Träger für das magnetische Antiskating kann resonieren. So gesehen müßten man einen Arm ganz anders aufbauen. Ich werde den Koshin jedenfalls nicht (mehr) verkleben.

hagu

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Re: Mein Koshin801 - Restauration
« Antwort #5 am: Samstag, 12.August.2006 | 07:02:27 Uhr »
Hallo Andre,

erstmal: "Hut ab"  ! Meinen Koshin zu zerlegen würde ich mich nicht trauen.

Auf die Fortsetzung deines Berichtes bin ich dennoch sehr gespannt
und werde diesen mit Interesse verfolgen.

Der Koshin ist zwar "nur" ein kastrierter, dennoch bin ich sehr zufrieden damit.
Doch wie Du oben schreibst ist das Bessere der Feind des Guten
und sollte mir endlich ein Sony PUA-286 (mein Traumtonarm) zufliegen
wird der Koshin wohl auch weichen müssen.

Gruß,
Volker

Offline Captn Difool

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Re: Mein Koshin801 - Restauration - Zwischenbericht -
« Antwort #6 am: Montag, 01.Januar.2007 | 14:54:38 Uhr »
Hi,
ich hoffe, alle sind gut ins neue Jahr gekommen, wo es sicher auch wieder den einen oder anderen kleinen Vorsatz zu verwirklichen gibt. Einer von meinen ist die Wiederherstellung meines Koshin GST-801. Über die Feiertage hatte ich etwas Ruhe und Zeit gefunden, obwohl ich keinen Urlaub habe und habe mich an erste Schritte der Montage herangemacht. Das wichtigste Teil, was zu nächst fehlte, war die Trägerachse für die vertikale Lagerung. Ein glücklicher Umstand war, das ein Bekannter von uns eine Edelstahlwerkstatt betreibt und er als einer der Wenigen überhaupt auch sowas exotisches wie Edelstahldraht vorrätig hat. Und das auch noch in 2mm  :thumbup:

Er zwackte mir kurzerhand ein kleines Stück davon ab und ich war glücklich. Daraus fertigte ich mir dann die Achse, mit jeweils einem Schlitz am Ende, um den Magnetantrieb der Auflagekraft justieren zu können.



Hier sehen wir die Achse, die jedoch noch ein wenig zu lang war. Ebenso die beiden Achslagerschrauben, welche durch die extreme Lagerverklebung leider etwas lädiert sind, ich habe sie so gut es ging, wieder glatt gefeilt.

Als nächstes gin es nun darum, die Lager zu testen. Dazu fertigte ich mir in einfacher Weise einen Testaufbau mittels eines kleinen Holzleistenstückes mit einem nicht ganz durchgebohrten 5mm-Loch. Ein 1-Centstück diente zu perfekten Ausbalancierung. Daran kann man schon sehen, wie leichtgängig die kleinen Lager sind.



Es  standen drei Lager zur Auswahl, 5mm Durchmesser, mit 2mm Bohrung:



Links das Originalllager, Mitte ein preiswertes Lager (ca. 3,50€) von Conrad-Electronic und rechts ein Präzisionslager von TS nach ABEC7 (35,00€).

Das Originallager hatte schon beim darüberrollen mit dem Finger einen etwas rauhen Lauf, der auch mit dem Bohrmaschinenschnellauf nicht richtig wegzubekommen war. Den glattesten Lauf hatte das Conradlager, kaum davon zu unterscheiden das TS-Lager. Im Testaufbau zeigten sich dann die Qualitätsunterschiede jedoch drastisch. Das Conradlager hatte eine geringfügige Ölung, die ich mit Nitroverdünnung entfernte. Dann ging es deutlich leichtgängiger, konnte sich aber nicht wahrnehmbar vom Originallager absetzen, beide schafften im langsamen Tempo gerade mal eine Umdrehung. Dann kam das TS-Lager, welches deutlich leichtgängiger war. Es mag vielleicht ein Zufall sein, das der zehnfache Preis eine gut zehnfach bessere Leichtgängigkeit ergibt. Selbst bei langsamster Bewegung, wo die anderen Lager schon längst still standen, drehte das TS-Lager immer noch weiter, war sogar sehr emfpindlich auf Luftbewegungen, so soll es sein. Die Leichtgängigkeit erinnert mich auch an die Spitzlagerung meines Sony PUA 1600L. Damit war ich nun beruhigt, die neuen Lager haben sich schon aus diesem Umstand voll gelohnt und sind ihren Preis wert.



In einem ersten Versuch habe ich dann mal die Lagergabel mit der Achse und allen weiteren Teilen, die dazu gehören, zur Probe montiert

Jetzt kam der nächste und wohl kniffligste Teil, die Montage des Magnetantriebes für die Auflagekraft. Diese wird beim 801 bekanntlich berührungslos durch magnetische Kraft erzeugt. Das Prinzip dahinter sind zwei Trommelmagnete aus "seltenen Erden" die mittels eines knochenförmigen Jochs Kräfte zueinander entwickeln. Dabei steht der eine Magnet in der Vertikallagerachse des Arms fest und der andere Magent wird verdreht. So entsteht aus der Lageänderung der Felder eine Änderung vom neutralen Zustand in einen magnetisch angeregten Zustand, der um die Lagerachse herum ein Drehmoment erzeugt, welches dei Auflagekraft stellt. Verstärkt wird das Feld durch einen kleinen Zusatzmageneten zwischen den beiden Trommelmagneten. Das ist eine für Tonarme recht aufwendige Mechanik.



In die rechte Bohrung des Jochs kommt mittels dem kleinen Mesinglagerteil samt Andruckfeder der bewegliche Trommelmagnet.



Hier nochmals aus der Nähe.









So sieht das fertig montiert aus, der Magnet hat einen Mitnehmerzapfen, der durch die Wendelnut im Drehring für die Auflagekraft gedreht wird, wie im Bild darunter zu sehen ist.





Das Ganze findet nun Platz im Herzstück des Tonarms.



Naja und ehe ichs mich versah, hatte ich die ganze Mimik zu Probe montiert...



...allerdings erstmal mit den Conradlagern um die guten TS-Lager noch ein wenig zu schonen. Es sollte erstmal die Funktionaliät des Magnetantriebes getestet werden. Dabei zeigt sich zwar die grundsätzliche Funktion, aber es gab noch ein paar kleine Probleme. Die Auflagekraft war viel zu gering  (ca. 0,5g bei Skala 2,5) und es war schwer einen Nullpunkt zu finden. Daraus folgt:
Der feste Magnet muß mit einem Tröpfchen Superkleber auf der Achse fixiert werden und den kleinen Verstärkermagneten im Joch zwischen beiden Rundmagneten (hier noch nicht abgebildet) muß anders gedreht werden, damit mehr magnetische "Spannung" entsteht. Dann sollte der Weg frei sein, die neuen TS-Lager einzusetzen. Als nächstes steht dann noch die Neuverkablung des Tonanrms an und die horizontale Lagerung.


« Letzte Änderung: Freitag, 26.März.2010 | 10:59:48 Uhr von Captn Difool »

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Mein Koshin801 - Restauration
« Antwort #7 am: Montag, 01.Januar.2007 | 23:22:57 Uhr »
Hi Andrè,

ein toller Bericht, der es verdient hat zu einem eigenen Thread zu werden. :sailor:

Was hälst Du davon? :icon_wink:

Gruß
Jürgen
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Re: Mein Koshin801 - Restauration
« Antwort #8 am: Dienstag, 02.Januar.2007 | 08:34:24 Uhr »
Danke Jürgen,

na ein eigener Thread ist es doch schon? ;)

Ich habe den Verstärkermagneten gedreht aber noch nicht richtig, es gibt mehrere Kombinationsmöglichkeiten. Jetzt finde ich einen guten Nullpunkt, nur geht bei Gewichtseinstellung der Arm leider hoch statt runter, also nochmal das Ganze...
BTW habe ich den Arm in seiner Ganzheit mit schwerer Messingmutter auf die Waage gestellt: 1,1kg....wahrlich der schwerste Arm, den ich bisher hatte  :icon_rolleyes:
Fortsetzung folgt...   :sailor:

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Mein Koshin801 - Restauration
« Antwort #9 am: Samstag, 06.September.2008 | 00:35:25 Uhr »
Hi André,

hat sich eigentlich seid damals noch was in Sachen Koshin Restauration getan?
Gruß
Jürgen

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Offline Captn Difool

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Re: Mein Koshin801 - Restauration
« Antwort #10 am: Samstag, 06.September.2008 | 10:42:44 Uhr »
Nein, erstmal nicht, wie ich in meinem Thorens-Thread erwähnte, kamen Umzuug und Heirat dazwischen, dann nahm die neue Wohnung oberste Priorität ein. Jetzt brauche ich erstmal eine gute Basis als Plattenspieler. Der Koshin wird also danach wieder weiter gemacht.

Offline Captn Difool

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Re: Mein Koshin801 - Restauration
« Antwort #11 am: Samstag, 03.Januar.2009 | 00:20:44 Uhr »
Nach pünktlich 2 Jahren gehts wieder weiter...au Backe... :flööt: Na ja, zwischendurch geheiratet und umgezogen.... :smile  ...die passende Laufwerksbasis war auch noch nicht da, aber jetzt.

Da sich mein TD126MkIII bisher im Wiederaufbau gut macht, bin ich nun kurz vor der Montage des Schwingchassis. Da auf diesen Thorens der Koshin wieder montiert werden soll, macht es sich doch besser, wenn man einen fertig montierten Arm zur Probe nehmen kann, als nur mal schnell zusammengeschustert. Vermutlich muß ich die hintere Feder des Subchassis verstärken, da muß ich den Arm mit Board dann einsetzen und "schwabbeln" lassen. Also habe ich mich heute hingesetzt und endlich den komplizierten Magnetantrieb fertig montiert.

Das letzte Mal war ich mir ja noch unsicher, wie denn nun der Magnetantrieb eingebaut werden soll so daß er funktioniert. Mit etwas Abstand zur Sache fällt es dann doch wesentlich leichter.



Man muß sich nur an der waagerechten Linie, die auf dem Magneten ist, orientieren. Zunächst ging der Arm bei Auflagekrafteinstellung nach oben, also den Magneten um 180° gedreht und schon paßte es. Allerdings verdeht sich der Magnet bei Einstellung der Auflagekraft durch seine eigene Gegenkraft. Justieren konnte ich ihn anhand des eingesägten Achsenschlitzes.




Wäre ich anfangs gleich schlauer gewesen, hätte ich die Achse mit ihrem Schlitz parallel zur Markierung geklebt  :01belehr Naja, so habe ich mich mit einer Eddingmarkierung beholfen. Die Lagerschauben habe ich leicht fest gezogen und dann wieder eine Vierteldrehung gelöst. Fester bremsen sie sonst den Arm in seiner Leichtgängigkeit, aber Spiel ist noch keines spürbar. Auch muß man auf die Zentrierung des Armes in der Gabel achten. Durch diese Eigenverdrehung durch Gegenkraft wurde mir dann auch wieder klar, warum Koshin die Lagerschrauben verkleben mußte. Also tappte ich dann hintendrein und fixierte die Einstellungen mit Superkleber, nur diesmal nicht so satt und fett wie vom Werk, falls man doch mal was nachstellen muß...





Dieser Passbolzen hat es auch in sich, die Passung ist so knapp, das man nur mit viel Geduld dieses Teil hineinbekommt. Ein Trick: Das Kugellager als Zentrierhilfe nehmen, sonst fummelt man eine Viertelstunde herum, ohne Ergebnis. Das Ding verkantet ständig.  Aber dann passte es doch.





Die Lagerschrauben mußten einige Zeit den Superkleber abbinden lassen, dann konnte eine erste Probe bestätigen, die Auflagekraft geht, wenn auch 0,3g zuviel nach Skala, genauere Messungen folgen noch. Aber der Arm läßt sich wieder einwandfrei ausblancieren und wippt knapp 10x nach bis er steht. Mit den alten Lagern schaffte er nur drei Perioden. Also schon mal eine Verbesserung  .,70

Als nächstes kommt dann die Horizontallagerung mit den neuen Kugellagern und die neue Innenverkabelung. Dann ist der Arm schon so gut wie fertig.

Armin777

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Re: Mein Koshin801 - Restauration
« Antwort #12 am: Samstag, 03.Januar.2009 | 10:02:19 Uhr »
Hallo André,

Respekt vor dieser filigranen Arbeit, da ziehe ich den Hut  :_hi_hi_:

 :drinks:

Offline Captn Difool

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Re: Mein Koshin801 - Restauration
« Antwort #13 am: Samstag, 03.Januar.2009 | 18:30:15 Uhr »
Hallo Armin,
danke, manche Sachen sind recht knifflig, aber wenn man sich ein wenig damit beschäftigt und nicht in die Hektik fält, "schnell fertig werden zu wollen", dann ist der Schrecken schon genommen.

Jetzt werden die Kugellager für die Horizontalachse eingabaut.



Links die Lager die dann endgültig zum Einbau kamen, sie sind sehr leichtgängig, das rechte Paar dagegen nicht.




Die Messinghülse trägte die beiden Lager, eines oben, eines unten. Durch die zwei Lager hat die Horizontalachse eine sehr hohe Stabilität.




Die Mutter unten fixiert die Hülse, auch hier darf sie nicht fest angezogen werden, sondern muß "locker" bleiben. Den festen Sitz erhält sie dann durch die kleine Fixierschraube. Oben sieht man den Magentring für das magnetische Antiskating.

Damit sind die Lager montiert, jetzt kommt die neue Innenverkableung. Bei der AAA gab es mal eine Sammelbestellung zu seidenumwickelten HF-Spulendraht, da ließ ich mir auch eine kleine Rollen zukommen. Der originale Silberdraht beim Koshin kann mich nicht recht überzeugen. Er ist zudem sehr kurz gehalten und bietet kaum Spielraum, die Steckbuchse anzulöten. Auch machten die Kabel bei einer Armdrehung leichte, elektrische Geräusche.



Hier sind die Drähte an die vorhandenen angelötet und farbig markiert. Als nächstes wird die Headshellmutter abgeschraubt und dann die Drähte eingezogen.




Die Schrauben sitzen recht fest...




...dann ging es aber doch.




Um die Gefahr der Verwechslung zu vermeiden, lötete ich immer ein Kabel ab und gleich den passenden neuen Draht an.




Der "rote" Draht blieb leider beim Einziehen hängen und riß ab, wahrscheinlich die Lötstelle zu schwach, da die Drähte den Zinn nur widerwillig annahmen. Also mittels dem "blauen" Draht zurückgezogen und beide nocheinmal, dann paßte es.




Headshellmutter wieder dran.




Jetzt mußte am anderen Ende die Steckbuchse angeschlossen werden. Die Pins sind nach innen nur sehr kurz und ebenfalls nicht einfach zu löten. aber schließlich war auch das erledigt.



Noch ein letzter Blick auf die Lagerschrauben, denn dann kommen die Kappen drüber. Ein schöner Anblick ist das leider nicht, der Koshin wurde wohl als Hybridarm gebaut, der nie wieder geöffnet werden sollte.




Fertig  .,a115





Ich habe den Arm dann gleich auf das alte Thorensboard montiert, so kann ich ihn gleich einsetzen, wenn ich das Schwingchassis abstimme.



So, mir scheint die Arbeit abgeschlossen zu sein. Weiter gehts dann wieder im Thorensthread... ;)

Offline bastro

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Re: Mein Koshin801 - Restauration
« Antwort #14 am: Dienstag, 03.April.2012 | 16:16:19 Uhr »
danke vielmals für die Erläuterungen samt Fotos, "SEHR Hilfreich"  :_good_: