Autor Thema: Das Ende der klassischen Stereoanlage  (Gelesen 2379 mal)

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Offline Dodi

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Das Ende der klassischen Stereoanlage
« am: Dienstag, 31.Dezember.2013 | 14:49:47 Uhr »
Hallo zusammen,

gerade habe ich diesen Artikel von Ulf Schönert im Stern gefunden.
Also entweder ist Ulf noch sehr jung, oder er hat grundsätzlich nicht das Prinzip von Stereoanlagen und dem Genuß von Musik, speziell von Vinyl verstanden. Aber lest selbst.

http://www.stern.de/digital/homeentertainment/wlan-lautsprecher-das-ende-der-klassischen-stereoanlage-2077334.html

Bis bald Dodi

Offline PeZett

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Re: Das Ende der klassischen Stereoanlage
« Antwort #1 am: Dienstag, 31.Dezember.2013 | 17:22:52 Uhr »
Wenn man ehrlich ist (und in seiner nächsten Umgebung genau hinschaut), ist dieser Trend eigentlich schon ein alter Hut (= vollzogen).
Viele meiner Bekannten besitzen (betreiben) keine klassische Hifi-Anlage mehr. Bei vielen trohnt ein IPod in einer "Wiedergabeschale" und
gibt über -häufig nur mässige- Böxchen das "Schallgeschehen" wieder. Plattensammlungen gibt es nicht mehr, selbst die CDs sind in eine
Cloud hochgeladen, die Tonträger selbst ruhen im Keller oder sind verschenkt/verscherbelt...
Die Konsumgesellschaft hat sich längst andere Spielwiesen gesucht - ernsthaftes "Hinhören" gehört da nicht mehr dazu (bzw. tat es
eigentlich für die breite Masse noch nie... ...fristeten doch jahrzehntelang Hifi-Anlagen als reine Statusobjekte ihr Dasein).

Gruß

Peter
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Offline WHSOUND

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Re: Das Ende der klassischen Stereoanlage
« Antwort #2 am: Donnerstag, 02.Januar.2014 | 06:43:31 Uhr »
Ich muss PeZett's Bemerkungen meine volle Zustimmung geben. Ich selbst bin froh, dass ich meine Stereo Anlage und LP/CD Sammlung seit 1968 regelmaessig erweiterte und verbessert habe. Somit kann ich noch heute die Musik mit welcher ich aufgewachsen bin mit Freude anhoeren. Die meisten der Aufnahmen in meiner Sammlung, sei es Klassik, Jazz, Tanz- oder Unterhaltungsmusik gibt es heute nicht via Internet oder Anderweitig digital. Nur meine exklusive Stereo Anlage erlaubt mir den wirklichen Hoergenuss - hoffentlich noch fuer eine lange Zeit. Gruesse zum Neuen Jahr aus den USA = http://new-hifi-classic.de/forum/Smileys/default/111.gif
Fritz - USA

Offline rascas

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Re: Das Ende der klassischen Stereoanlage
« Antwort #3 am: Dienstag, 01.März.2016 | 08:17:49 Uhr »
Wat'n quatsch!

Das wirklich schöne an diesen neuen Möglichkeiten ist (zumindest für mich), dass man klassische Anlagen damit kombinieren kann. Schallplatte mal aussen vor: mir ist es relativ egal, ob das digitale Signal aus einem CD-Player von einer Festplatte gestreamt oder sonst wie auf die Anlage kommt. Wichtig ist doch noch "nur" die Qualität der Übertragung.

Junge Leute, die ohne den Ballast highendiger Stereoanlagen aufgewachsen sind wissen oftmals nicht, was sie verpasst haben. So gibt es zwar wieder einen Trend zu Schallplatte, aber entweder sind das die "Gusseisernen", die das begrüßen, oder NERD's, für die das einen nostalgischen touch hat, der aber in die Moderne zeigen darf: man entdeckt immer mehr Plattenspieler mit USB-Ausgang!!! Ist das nicht schon ein Widerspruch in sich?

Ich finde auch bedenklich, dass digital produzierte Musik auf Schallplatte besser klingen soll. Wo soll das den herkommen. Das ist für mich noch so ein Widerspruch.... Wenn analog, dann doch bitte von vorne bis hinten. Und das dürfte heutzutage kaum noch anzutreffen sein. Aber vielleicht kommt auch das wieder....

Am Ende zählt, was rauskommt und was Spass macht.  :;aha

Mir machen moderne Medien über meine klassische Anlage mindestens genauso viel Spass wie klassische Medien. Bei den klassischen Medien kommt meist noch das Haptische hinzu (Plattencover, Platte auflegen etc.). Und die Überraschung bei jungen Leuten, dass da auch was Nettes rauskommen kann.

Offline dcmaster

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Re: Das Ende der klassischen Stereoanlage
« Antwort #4 am: Dienstag, 01.März.2016 | 23:49:30 Uhr »
Das sehe ich als alter Bock schon deutlich anders. Vinyl ist nicht nur im Aufwind, es werden auch wieder ganz neue Produktionen auf gelegt. Mit z. T. drastisch gesteigerten Qualitäten.

Die digitalen Quellen verkommen immer öfter zu hundsmiserablen Qualitäten. Da lobe ich mir doch weiterhin die unnachlässigen Qualitäten der guten alten Vinyls. Für mich kommt noch die nicht ersetzbare Zeremonie des kompletten Umgangs mit Vinyl dazu. Das kann mir kein digitales Medium geben.

Ich will hiermit die digitale Welt nicht verteufeln. Sie hat für mich lediglich einen Platz neben der Vinyl Welt.

Klausi
Wer Musik mag, sollte sie nicht nur hören sondern besser noch genießen - und ich genieße sie sehr.

Die aufrichtigste Form der Anerkennung ist - Neid

Offline rascas

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Re: Das Ende der klassischen Stereoanlage
« Antwort #5 am: Mittwoch, 02.März.2016 | 08:43:12 Uhr »
Gerade im digitalen Bereich gibt es inzwischen durchaus "Qualität". Gerade wir alten Säcke werden da vorzüglich bedient. Spotify oder andere lowres-Plattformen nutze ich auh nur zur Orientierung. In spotify kann ich (Ohne Abo) mal eben ein komplettes Album durchhören (in gerade mal akzeptabler Alltagsqualität) um dann zu entscheiden, ob das was für mich ist.

Zuschlagen tue ich dann entweder in HiRes, auf CD oder eben auch auf Schallplatte (je nach Verfügbarkeit Lust und Laune).

Da ich inzwischen eine mächtige iTunes Mediathek habe (90 % in losless überspielte CD's) möchte ich die natürlich in meine oldschool-Anlage einbinden. Warum soll ich ausgerechnet dort darauf verzichten?

Wenn ich ehrlich bin höre ich die meiste Zeit über ein ordentliches aber moernes System am Computer. Danach nutze ich die digitalen Medien viel im Auto. Im Büro läuft auch immer etwas (wobei ich gerade überlege mir dafür einen alten Monster-Receiver zu gönnen), der dann aber auch wieder in die digitalen Möglichkeiten eingebunden wird. Wer weiss, vielleicht stelle ich auch einen Plattenspieler dazu? Habe noch einen alten Elac im Keller stehen....

Erst ganz am Ende höre ich auch auf der oldschool-Anlage im Wohnzimmer. Dort aber auch öfter digital als analog. Das ist aber keine Wertung. Die wenige Momente sind auch die besonderen...

Meine Meinung zu iTunes-Daten muss ich inzwischen etwas revidieren: da wird inzwischen auch erheblicher Aufwand betrieben und man ist bestrebt Studio-Master-Daten als Basis zu bekommen. Bei einem grossem Vergleichstest in England konnten selbst Experten keinen Unterschied zwischen iTunes-Daten und CD heraushören (trotz der niedrigeren Auflösung).

Klar ersetzt das alles nicht die Schallplatte und das ganze drumherum....

Das eigentliche Problem liegt meiner Meinung woanders: bei der Musik selbst. Neuerscheinungen werden nicht mehr unter HiFi-Aspekten produziert. Augenmerk liegt eher auf Mobilgeräten und bluetooth-Übertragung auf in-ear-Kopfhörer. Da ist was ganz anderes gefragt als auf einer grossen HiFi-Anlage.

Da kommt also wenig Neues nach und neue Generationen werden nicht mehr so richtig an das Thema herangeführt. Schallplattenspieler mit USB-Ausgang helfen da dann auch nicht richtig weiter, oder?

Wichtig für uns ist es doch, dass alle Aspekte unseres Hobbies weiter bedient werden....und dass es auch ab und zu Neues gibt, womit man Spass haben kann. Alles gut!  :drinks:

Offline Ersatzwellenkino

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Re: Das Ende der klassischen Stereoanlage
« Antwort #6 am: Donnerstag, 03.März.2016 | 14:53:53 Uhr »
Das eigentliche Problem liegt meiner Meinung woanders: bei der Musik selbst. Neuerscheinungen werden nicht mehr unter HiFi-Aspekten produziert. Augenmerk liegt eher auf Mobilgeräten und bluetooth-Übertragung auf in-ear-Kopfhörer. Da ist was ganz anderes gefragt als auf einer grossen HiFi-Anlage.

du triffst des Pudels Kern. Wenn auf einer CD mit Oldies schon draufsteht digitally remastered, (=totkomprimiert) kann man sich den Kauf gleich sparen

lG Martin

Offline PeZett

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Re: Das Ende der klassischen Stereoanlage
« Antwort #7 am: Freitag, 04.März.2016 | 06:38:29 Uhr »
Moin,

...das kann man aber so nicht stehen lassen: "digitally remastered" heisst nicht zwangsläufig "totkomprimiert" - das sind rein technisch gesehen zwei Paar Schuhe. Viele der "digitally remastered"-Nachfertigungen sind sogar äusserst brilliant. (Habe genug davon im Schrank stehen und die Vergleichsexemplare in Vynil und "Normal"-CD auch...) Es ist allerdings richtig, dass gerade solche Oldie-Sampler oftmals recht lieblos "zusammen gekloppt" werden. Zum Teil ist das verwendete Quellmaterial aber auch fragwürdig.
Ich verstehe rascas allerdings ein wenig anders: viele Neuerscheinungen (und darunter verstehe ich neu Produziertes und keine Oldie-Compilations...) sind schon klanglich "durch den Wind", bevor sie überhaupt auf den Silberling (oder ins WWW) kommen. Da ist einfach schon die Datenquelle klanglich vermurkst. Wie diese Produktionen dann verbreitet werden, spielt fast schon keine Rolle mehr. Wozu auch Mühe geben, wenn doch "Hauptsache laut" gefragt ist.

Gruß
Peter
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