Autor Thema: FR MC 44 - Eine besondere Begegnung  (Gelesen 4369 mal)

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FR MC 44 - Eine besondere Begegnung
« am: Donnerstag, 07.September.2006 | 21:47:29 Uhr »
Hallo,

dieser Tonabnehmer war die letzte Tonabnehmer-Innovation aus der japanischen Werkstatt Fidelity Research:

Vorab ein wenig was zu dem MC 44 zu recherchieren ist:
Fidelity research's MC44 cartridge is an advanced moving-coil cartridge incorporating a smaller version of the cross armature used in other cartridges in the Fidelity Research lineup. Moving-coil cartridges are traditionally designed with heavy, square armatures. FR's advanced design gives the armature of the MC44 a mass 40% less than that of conventional armatures. Normally, this mass saving would be utilised by giving the coils more turns and thereby increasing the output of the cartridge; but other features of the MC44's design have made this unnecessary. In fact, we have been able to reduce the number of turns of the coils by 10%, achieving a further mass reduction, while maintaining the high output of the cartridge. The low mass of the MC44 gives it the advantage of extremely low impedance - a value of 2.7 ohms, considerably less than the 3 ohms of usual low-impedance cartridges.

The stylus used in a cartridge has a considerable effect on the total equivalent tip mass. The stylus of the MC44 is a 'refined-contact' super-elliptical nude diamond, with a slim design 67% thinner than conventional styluses. The cantilever, made of hard, rigid, tapered aluminium alloy, weights only 63% of the cantilevers used in other Fidelity Research moving-coil cartridges.

The lighter armature, coils, stylus and cantilever of the MC44 give it an extremely low equivalent tip mass of 0.35 milligrams. This has enabled us to use a softer rubber compound in the damping system, increasing the dynamic compliance to the very high value. This higher dynamic compliance gives the MC44 better tracking ability than most other comparable cartridges.

High tracking ability is important; but if the cartridge has a low output, the signal-to-noise ratio will be low, and the total sound quality will be poor. To prevent this, FR used a high-strength samarium cobalt magnet and constructed the pole pieces in such a way that the magnetic flux is concentrated directly in front of the cross armature, resulting in a high output of 0.20 mv.

Die Specs:

Moving Coil Output (1Khz 50 mm/sec)
0,2 mv
Freq Response 20Hz - 45kHz
Output Impedance 2.7 ohms
Load Impedance > 3 ohms
Stylus Tip Super Elliptical Nude Cantilever
Aluminum Dynamic Compliance
10 x 10-6 cm/
VTF 1.25-1.75gm


Nun dieser Tonabnehmer kam zu mir mit dem Hinweis, ich glaube er ist kaputt, er trackt nicht.

Ich habe ihn in Augenschein genommen, Nadelträger gerade, Diamant unter dem Mikroskop völlig in Ordnung.

So nun schnallte ich ihn zum Test auf einen PUA 286 und legte eine Müllplatte auf. Da sah ich etwas was ich bisher so noch nie sah. Der Tonabnehmer hüpfte wie ein Frosch über die Platte, trotz korrekter
Auflagekraft etc.

Zuächst:
Irritation, selbst bei falscher Arm Tonabnehmer Abstimmung hatte ich so etwas noch nicht gesehen.

Aus einer Laune heraus habe ich diesen Tonabnehmer einige Tage später auf einem Grace 565 12" Tonarm montiert. Trotz seiner Länge ein leichter Tonarm. Und siehe da das MC 44 lief sauber.....Testplatte aufgelegt...es tastet 100 mü problemlos ab...

So nun begannen die Hörtest und Versuche mit dem Abschlußwiderstand...

Die Verwunderung ging weiter:

Von 10 Ohm bis 47 KOhm läuft das MC 44 ohne große Unterschiede, es scheint, obwohl es ein Low Output MC mit niedriger Eigenimpedanz ist, gegen verschiedene Abschlußwiderstände fast resistent zu sein.
Mit Übertragern verhielt es sich ähnlich.

Hinsichtlich des VTAs oder SRAs ist das MC 44 schon wählerischer.

Nun ging es zum Hörtest.

Andere FR Tonabnehmer wie das FR 1 oder die wirklich guten MM Systeme von FR hatte ich gehört. Die FR MCs waren ja sonst eher Low Output Boliden mit einem starken, kräftigen Klangcharakter, einem soliden Bass und sauberen Mitten. Aber sie sind eben Systeme mit einem typischen Sound.

Nun das MC 44 ist da ganz anders, es ist neutral im besten Sinne. Es fehlt nichts, es ist klanglich einfach nicht da und reproduziert in feinster Weise was man ihm vorsetzt. Von den tiefsten bis zu den höchsten Tönen.


Gruß

René


Equipment:

Der PLattenSPIeler, Grace 565, Pass Xono, verschiedene Übertrager, Pioneer C21, Spendor BC 1

Offline Jürgen Heiliger

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Re: FR MC 44 - Eine besondere Begegnung
« Antwort #1 am: Donnerstag, 07.September.2006 | 21:57:39 Uhr »
Hi René,

ja bei den alten TA-Systemen habe ich auch schon so manche Überraschung erlebt. Vielleicht kann sich Rolf einmal dazu äußern.

Gruß
Jürgen

PS hast Du mal mit einem Resonanztest auf einer entsprechenden Platte versuch die tatsächliche Cu heraus zu bekommen?
Die Formel für die Resonanzfrequenz läst sich ja auch umstellen, übrigens auch mal ein Thema für den FAQ-Bereich. ;)

Gruß
Jürgen

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Re: FR MC 44 - Eine besondere Begegnung
« Antwort #2 am: Donnerstag, 07.September.2006 | 22:03:45 Uhr »
Hi René,

ja bei den alten TA-Systemen habe ich auch schon so manche Überraschung erlebt. Vielleicht kann sich Rolf einmal dazu äußern.

Gruß
Jürgen

PS hast Du mal mit einem Resonanztest auf einer entsprechenden Platte versuch die tatsächliche Cu heraus zu bekommen?
Die Formel für die Resonanzfrequenz läst sich ja auch umstellen, übrigens auch mal ein Thema für den FAQ-Bereich. ;)




Hi Jürgen,

CU Tests habe ich nicht gemacht, aber Tonabnehmer mit ähnlicher Compliance auf dem PUA und anderen schweren Armen wie AT 1503 etc. getested. Diese haben sich nie so verhalten wie das MC 44. Ich sah schon mal nen Decca auf dem falschen Arm hoppel, aber das MC 44 hat richtige Sprünge gemacht.

Gruß

René

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Re: FR MC 44 - Eine besondere Begegnung
« Antwort #3 am: Donnerstag, 07.September.2006 | 22:06:40 Uhr »
Hi René,

besitz Du eine Testplatte mit einem Resonanzfrequenztest, z.B. Shure 115/117 oder andere?
Es wäre halt mal interessant zu erfahren, welche Cu das TA-System nun tatsächlich hat.

Gruß
Jürgen
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Re: FR MC 44 - Eine besondere Begegnung
« Antwort #4 am: Donnerstag, 07.September.2006 | 22:20:19 Uhr »
Hi René,

besitz Du eine Testplatte mit einem Resonanzfrequenztest, z.B. Shure 115/117 oder andere?
Es wäre halt mal interessant zu erfahren, welche Cu das TA-System nun tatsächlich hat.

Gruß
Jürgen

Hi Jürgen,

ich habe 3 versch. Testplatten hier und müßte mal schauen. 1 hat glaube ich diese Tracks... teste es demnächst mal...

Gruß

Jürgen

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Re: FR MC 44 - Eine besondere Begegnung
« Antwort #5 am: Donnerstag, 07.September.2006 | 22:23:08 Uhr »
Hi René,

Du brauchst dazu einen Arm dessen effktive masse bekannt ist und achtest dann dauf bei welcher Frequenz der Arm sich am meisten bewegt/aufschaukeln lässt.

Dies können naturlich je nach Platte auch Zwischenwerte sein.

Gruß
Jürgen
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Re: FR MC 44 - Eine besondere Begegnung
« Antwort #6 am: Donnerstag, 07.September.2006 | 23:34:49 Uhr »
Hallo Jürgen,

ja bei den alten TA-Systemen habe ich auch schon so manche Überraschung erlebt. Vielleicht kann sich Rolf einmal dazu äußern.

... das FR MC-44 müßte eigentlich eine Compliance von 10 x 10-6 cm/Dyne sowie einen Innenwiderstand von 2,7 Ohm und eine Ausgangsspannung von ca. 0,2 mV besitzen.



Das beschriebene Verhalten ist zumindest am Grace 565, der - wenn ich das jetzt noch richtig im Kopf habe - eher zu den mittelschweren Armen gehört (bitte René korrigiere mich, wenn ich hier falsch liegen sollte), durchaus nachvollziehbar. Allerdings ist das Verhalten am Sony PUA286 schon merkwürdig - würde imho eher für ein sich auflösendes und weich werdendes Dämpfungsgummi sprechen. Das ist jetzt nur eine Vermutung, die man aber über den von Dir vorgeschlagenen und beschriebenen Compliance-Test durchaus verifizieren könnte.

Allerdings habe ich auch bei bislang noch keinem FR-System ein sich auflösendes oder hart werdendes Dämpfunggummi gesehen...

Die gegebene Klangbeschreibung teile ich nicht ganz. Ja, das FR-1 MK 3F ist sicherlich ein Schönzeichner, der mit ausgesprochen zartem Schmelz zu begeistern weiß. Das FR-1 MK II allerdings ist eher ein klanglich analytisch ausgerichtetes und sehr bewußt sauber aufspielendes System mit einer sehr ordentlichen Bassgewalt, wenn es an einem schweren und langen Tonarm spielen darf. Aber Hörgeschmäcker sind nunmal verschieden. 8)

Die von René gegebenen Hinweise für den Abschlußwiderstand werden wahrscheinlich bei Ihm in Verbidnung mit seiner Pass Phono entstanden sein. Bei Übertragerbetrieb sollte schon der seitens FR empfohlene Abschlußwiderstand von >3 Ohm eingehalten werden.

Übrigens habe ich die Erfahrung gemacht, daß meine FRs mit passendem Übertrager betrieben deutlich musikalischer und aufgeräumter klingen. Insbesondere die Tiefenstaffelung gewinnt duch einen wirklich passenden Übertrager ungemein.

Ansonsten sicherlich ein sehr schönes und gut klingendes System. Da es zum Ende der Schaffensperiode von FR entstanden ist, kommt die klanglich tendenziell analytischere Ausprägung auch sicherlich hin. Allerdings habe ich mit dem MC-44 außer einer Hörsession vor sehr vielen Jahren keine weitreichenderen Erfahrungen sammeln dürfen ... es wäre sicherlich eine Überlegung bzw. Sünde wert... wenn da nicht schon so eingie andere FRs bei mri schlummern würden und nicht auch noch so viele andere FRs auf der durchaus Habenwollen-Liste stünden und die Dinge nicht nur alle Jubeljahre angeboten würden  8)

Ansonsten ein sehr guter und ehrlicher Bericht. Danke René ...

... oh, und schön, daß Du auch hier bist. ;D ;)
« Letzte Änderung: Freitag, 08.September.2006 | 00:08:39 Uhr von be.audiophil »

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Re: FR MC 44 - Eine besondere Begegnung
« Antwort #7 am: Freitag, 08.September.2006 | 00:17:18 Uhr »
Hallo Rolf,

zunächst Danke für die Begrüßung.

Ein paar Anmerkungen

Der Gracearm ist wirklich leicht für einen 12" leider reicht mein japanisch nicht aus den Wert zu ermitteln.

Das Dämpfungsgummi ist ok.

Der Vergleich mit den Abschlußwiderständen war im Vergleich zum FR1MKII gemacht und auch mit Übertragern. An der Pass reagiert das FR1 sehr sensibel auf Werteveränderungen das MC 44 fast nicht. Und an der recht guten Phonostufe des Pioneer C 21, sowie einem weiteren Phonoverstärkers (Eigenbau) war es vergleichbar.

Mit 3 Ohm an Übertragern wo sich das FR 1 wohl fühlte war das MC 44 eher etwas lahm, am besten geht es mit >1000 Ohm.

Das MC 44 war das letzte FR System was gebaut wurde.

Das MC 44 hat nicht die "Schönheit eines Supex oder FR1" aber es ist extrem präzise und hat nicht den sterilen CHarakter vieler heutiger MCs in der Preiskategorie bis 1000,- €

Gruß

René