Autor Thema: Kenwood Basic C1 and friends  (Gelesen 329 mal)

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Offline fossil

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Kenwood Basic C1 and friends
« am: Sonntag, 15.Januar.2017 | 15:34:41 Uhr »
Moin Allerseits!

Diesen Thread könnte ich auch bei Dual einstellen. Oder bei Philips. Jedoch scheint es mir so, dass echte Klassiker von Kenwood hier einfach unterrepäsentiert sind. So denn...

Es ist mittlerweile ca. 6 Jahre her, dass ich zuletzt in diesem schönen Forum mitmachte. Aber viel ist passiert in der Zwischenzeit. Altersbedingte, aber dennoch beklagenswerte Todesfälle, ein extrem spannender, aber eben auch extrem an-spannender Job, eine Guzzi und ein Segelboot, welche ihren Tribut an der Freizeit fordern, und so weiter. Kennt wahrscheinlich jeder.

Über alles dieses verschob sich das Interesse an guter Musik und schöner Wiedergabetechnik etwas in den Hintergrund. Die Pioneer S1010 wartet immer noch auf neue Sicken, bin ich aber jetzt aktiv dran. Musik wurde über's Windowsphone gehört, meistens mit Sennheiser HD 25 Amperior. Natürlich MP3 VBR. Immerhin... Und am Arbeitsplatz habe ich ein JBL Creature III im Einsatz. Geht so für den Zweck.

Im Grunde fing es damit an, dass ich immer wieder feststellte, das die gute alte Philips 22 AH 585 MFB doch besser war, als all das, was einen so umgibt heutzutage. Also wurde sie auch genutzt. Als Preamp der Philips F3238 - Plastikbomber. Na ja. Aber er war da.

Tja, dann kam die Entrümpelungsaktion bei Schwesters Garage. Darin befand sich, wohlverpackt und trocken (!) seit Jahren ein Dual CS 502. DEN WOLLTE SIE WEGWERFEN!
Wurde sofort konfisziert. Er hatte ein Philips Super M 412 eingebaut, leider durch das 'reinwürgen einer Shure - Nadel stark angeschlagen. Aber ansonsten: Zerlegen (ist ja nicht viel drin), reinigen, ein wenig ReVox Sinterlageröl verwenden, lief. Sogar der originale Riemen geht noch! Aus meinem Fundus kam ein Ortofon M20E zum Einsatz (keine Ahnung, wie ich dazu kam). Neue Nadel gab es noch. Tonarmgegengewicht vom Dual 701 (hatte ich damals dem 1229 spendiert, welcher übrigens auch noch lebt). Klingt.

Angeschlossen habe ich das ganze im Wohnzimmer, besagte Philips - Komponenten gaben die Kette, ein I7 - Dell Latitude auf Docking Station, verbunden mit einem professionellem focusrite - Audio - Interface sorgte für die "modernen Momente".

Tja... Wohnzimmer, kleine 585, welche mir im eigentlichen Hörraum doch fehlen. Wie sieht es eigentlich in der Bucht mit größeren MFBs aus? Na, gut natürlich. In kurzer Zeit kam ein Pärchen Ur - MFBs (532) bei mir aus Holland an. Guter Allgemeinzustand, neue Elkos. Die Verstärker und die Gegenkopplung habe ich eingestellt, die Kühlkörper mit moderner Wärmeleitpaste gekoppelt, jeweils 4 durchgehende Schraubenlöcher, die unter Filzgleitern versteckt waren, gedichtet. Der Klang: im Grunde so, wie man voraussehen konnte. Guter, schneller Bass, kräftige Mitten, etwas zurückgenommene, aber auch etwas "frühkalottige" Höhen. Also nicht unähnlich einem guten PA - Lautsprecher. Und laut können die Dinger auch!

Jedoch: so ganz überzeugend war es nicht! Die Stereo - Balance wanderte, auch abhängig von der Quelle. Tja - und damit kommen wir zum Titelstar der Geschichte.

Der Kenwood HiFi - Vorverstärker Basic C1. Schlicht, einfache Schaltung, schwer gebaut. Ich habe ihn früher selber im Verkaufsprogramm gehabt, ich höre ihn häufig bei einem sehr guten Freund, welcher ihn mit einer M1 betreibt. Also: was kostet so etwas überhaupt in der Bucht? Und kriegt man ihn überhaupt?

Zur ersten Frage: wenig! Vor Allem, wenn man ihn mit meinen geliebten silbernen Pioneers vergleicht. Zur zweiten Frage: ja, man kriegt ihn. Und seinen größeren, besser ausgestatteten, aber technisch sehr ähnlichen Bruder C2 auch. Also her damit. Ein schönes Exemplar, welches bis vor ganz kurzer Zeit noch in Benutzung stand, fand den Weg zu mir. Für einen sehr fairen Preis. Einzige Macke: die Lackierung ist am Rande des Laustärkeknopfes ganz leicht abgestoßen. Kein Krachen beim Betätigen eines Reglers, keine Aussetzer bei den Schaltern! Funktioniert wie neu!

Ja, und der Klang? Ich habe Schallplatten und CDs aufgelegt, die ich vorher mit der Anlage, aber dem Philips PreAmp schon gehört habe. Und da waren Sachen, die ich noch nicht gehört habe! ELP - Aufnahmen wurden transparent. Das Ganze ist einfach glasklar.

Wie geht es weiter? Na ja, erst einmal die alte Pioneer - Hauptanlage aufarbeiten. Und dann steht in Holland noch ein Pärchen 22AH587 MFB. Mit substraktiven Filtern und einem sauberen Phasengang. Ich brauche die Dinger zwar eigentlich nicht, aber mal sehen, ob sie in einigen Monaten noch da sind...

Aber die Freude an alter, schöner HiFi - Technik ist wieder da. Und ich werde jetzt wieder Vinyl kaufen. Versprochen!
Gruß aus Lüneburg

Thorsten

Offline PeZett

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Re: Kenwood Basic C1 and friends
« Antwort #1 am: Dienstag, 17.Januar.2017 | 22:42:32 Uhr »
Eine schöne, persönliche und autentische Geschichte. Wie aus dem normalen Leben eines Hifi-Freaks, wie wir hier alle welche sind. Der C1 werkelt bei mir im Übrigen auch und gibt sein Sigal an verschiedene Endstufen weiter. Das einzge, was ich an ihm misse, ist ein Kopfhörerausgang.

Gruß
Peter
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Offline fossil

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Re: Kenwood Basic C1 and friends
« Antwort #2 am: Mittwoch, 18.Januar.2017 | 11:09:44 Uhr »
Das stimmt! Gelegenheit, sich doch mal einen Kopfhörerverstärker in Röhrentechnik selber zu bauen...
Gruß aus Lüneburg

Thorsten

Offline hifikauz

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Re: Kenwood Basic C1 and friends
« Antwort #3 am: Donnerstag, 19.Januar.2017 | 15:24:47 Uhr »
Bei mir sind die C2 und die M2a an meine Hauptlautsprecher angeschlossen.
Beide im Internet im angeblich Top-Zustand erworben. Die M2a sogar von jemanden, der sich gerne als Kenwoodexperte ausgibt.
Die C2 hatte Poti- und Schalterprobleme. Die M2a war verbastelt.
Also kamen beide zur Revision bei der von Kenwood für Klassiker empfohlenen Fachwerkstatt in Karlsruhe.
Nach der Revision bei Dominik laufen die Schätzchen wie am ersten Tag und sind klanglich nicht wieder zuerkennen!

Man sollte nie ein Gerät, frisch aus der Bucht gefischt, als klanglichen Maßstab für den damaligen Neuzustand heranziehen. Hier hinken alle mir bekannten "Klangbeurteilungen" gebrauchter Geräte im Internet.
Keiner gibt an, dass die Geräte vorher professionell revidiert wurden.

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass die M2a nicht so prickelnd klingen soll. Auch einem Accuphase E 303 wurde dies mal angelastet. Beide waren sicherlich unrevidiert bzw. gänzlich ungepflegt.
Sowohl die M2a als auch besagter E303 sind in gepflegten und revidiertem Zustand klanglich ganz vorzügliche Geräte.
Gerade bei der M2a hat man beim Drehen den Eindruck, dass sie immer weiter anschiebt, frei nach dem Motto:" Wie? Willst Du schon aufhören?"
Viele Grüße,

Käuzchen

Offline fossil

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Re: Kenwood Basic C1 and friends
« Antwort #4 am: Sonntag, 22.Januar.2017 | 13:53:33 Uhr »
Nö, schlecht klingen soll die M2 - Serie keinesfalls. Aber starke Schwingneigung haben. Wohingegen die M1 völlig unproblematisch ist.
Gruß aus Lüneburg

Thorsten

Offline hifikauz

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Re: Kenwood Basic C1 and friends
« Antwort #5 am: Sonntag, 22.Januar.2017 | 17:50:00 Uhr »
Die Schwingneigung ist nach der Revision weg. Dafür hat die M2a jetzt Dampf ohne Ende.

BTW: Manchmal trauere ich der Pioneer-Anlage nach, die ich Anfang 1980 bei Dir gekauft habe. Aber mein Sohn hat jetzt wieder einen SA-408... :smile
Viele Grüße,

Käuzchen

Offline fossil

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Re: Kenwood Basic C1 and friends
« Antwort #6 am: Dienstag, 24.Januar.2017 | 10:51:32 Uhr »
Einige der alten kleinen Pioneer - Receiver (SX-626, 727, 535) sind ja zu kriegen. Sogar die leistungsschwachen Versionen sind ziemlich teuer. Aber klingen taten sie schön. Ein 727 mit Klipsch Heresy wäre noch mal was!
Gruß aus Lüneburg

Thorsten

Offline hifikauz

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Re: Kenwood Basic C1 and friends
« Antwort #7 am: Freitag, 27.Januar.2017 | 17:10:57 Uhr »
Und dann The Who?

War das nicht damals Deine Lieblingsband?


Die Klipsch Heresey würde mich auch mal interessieren. Ich habe die leider noch nie gehört. Die von Dir genannten Pios wären auch schick, schön mit Holzhäuschen... Anfang der 80 hätte ich sowas nie gekauft.
So ein SX-1980 wäre mir zu klobig.
Viele Grüße,

Käuzchen

Offline fossil

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Re: Kenwood Basic C1 and friends
« Antwort #8 am: Freitag, 27.Januar.2017 | 19:24:02 Uhr »
The Who mag ich auch Heute noch extrem gern. Aber seit einigen Jahren habe ich das Glück, nicht mehr nur eine Lieblingsband zu haben. Emerson, Lake & Palmer, die frühen Genesis, Afro Celt Sound System, Jethro Tull, natürlich AC/DC, Premiata Forneria Marconi, neben Keith Emerson alle möglichen anderen Hammond - Orgel - Treiber aus Rock und Jazz, und, und, und. Dazu natürlich Josef Haydn, Händel, Beethoven, wenn er sehr gut interpretiert wird (sonst driftet er in Lärm ab!), J. S. Bach natürlich. Musik ist so vielfältig, ich mag mich nicht mehr festlegen. Gib mir einen guten Pop - Song, ich höre ihn gerne an.

Der 1280 und der 1980 hatten in halber Höhe, so weit ich weiss, innen einen Wartungsgang rundum für den Techniker...
Gruß aus Lüneburg

Thorsten