Autor Thema: Die Röhrenendstufe HK-250 - aus der Anfangszeit des Stereo  (Gelesen 2065 mal)

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be.audiophil

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Die Röhrenendstufe HK-250 - aus der Anfangszeit des Stereo
« am: Freitag, 23.Januar.2009 | 11:05:55 Uhr »
Moin,

vor einiger Zeit ist mir eine Harman Kardon Stereoendstufe aus vergangenen Tagen zugelaufen ... also eine Röhre ... es handelt sich um die altehrwürdige und gut beleumundete HK-250, welche aus 4 Stck. 6L6 ganze 25 Röhrenwatt je Kanal oder 50 Monowatt in der optionalen Brückenschaltung kitzelt.

Damals nannte man das auch noch nicht Stereo sondern Stereophonic ... sie stammt also aus dem Ende der Fünfziger/ Anfang der Sechziger. Und sie ist in Europa eher gänzlich unbekannt geblieben und nur sehr selten anzutreffen. Mir sind in den letzten 10 Jahren nur ganze 2 Stck. auf dem Gebrauchtmarkt aufgefallen.

Hier findet sich neben einigen Bilder zu einer Überarbeitung auch ein Scan der Bedienungsanleitung sowie der Schaltplan aus dem Oktober 1959:

http://www.peternelson.com/photos/index.cgi?mode=album&album=./2006_08_Tube_Amplifier_Restoration_Harman_Kardon_HK-250_HK250

Die von Harmann verwandte Farbe für das Chassis der Röhrenendstufe sieht bei meinem Exemplar ähnlich aus, wie auf den Fotos; anscheinend reagiert dieser Bronzefarbton über die Jahre mit diesen dunklen Flecken auf die hohe Temperatur einer Röhrenendstufe.

Die HK-250 kam in einem optisch passablen aber technisch komplett verwursteten Zustand hier an. In der Schaltung hatte sich ein echter Spezialist so richtig ausgetobt und seine Arbeiten Gott sei Dank nicht vollendet ... so fanden sich in der zusammengeflickten Siebkette moderne Elkos des Herstellers JJ, welche nur für eine Spannungsfestigkeit von 350 Volt ausgelegt sind ... und dies obwohl die Anodenspannung 390 Volt beträgt. Das krude zusammengewastelte Netzteil hatte zudem auch noch + und - vertauscht. Die Treiberstufe war ein wilder Verhau und dieser Profi brachte auch noch zwei zusätzliche Bohrungen im Gehäuse für weitere und gänzlich unnütze Elkos an. Die Ausgangsübertrager un der Netztrafo aber Gott sei Dank und trotz des "Mißbrauchs" durch diesen Nobs noch in Ordnung.

Deshalb habe ich die Endstufe zuerst einmal komplett zerlegt und das Gehäuse so gut es ging gereinigt. Leider bekommt man mit Reinigungsmittelchen die dunklen Flecken nicht mehr weg und da die komplette Beschriftung auflackiert erscheint, würde eine Neulackierung diese unwiederbringlich zerstören. Deshalb habe ich mich auch entschieden, den äußeren farblichen Zustand mit den dunklen Flecken so zu belassen. Er gibt ja auch nur ein gutes Zeugnis über das Alter ab und diese Patina des Gebrauchs hat natürlich auch was ...  :flööt:

In den nächsten Schritten werde ich versuchen, Euch den Wiederaufbau in Wort und Bild zu beschreiben. Derzeit ruht das Projekt allerdings noch. Das Chassis steht aktuell im Schrank, nur neue Röhrensockel sind bislang im komplett ausgeräumten Chassis montiert. Aber in den nächsten Wochen soll es an dieser Baustelle dann endlich weitergehen. Ich werde auf jeden Fall weiter berichten.

Für den Anfang gibt es hier noch ein wenig mehr Lesestoff zur HK-250

http://www.audioshopper.com/HK250.htm
« Letzte Änderung: Freitag, 23.Januar.2009 | 11:11:17 Uhr von be.audiophil »

Offline Stapelkönig

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Re: Die Röhrenendstufe HK-250 - aus der Anfangszeit des Stereo
« Antwort #1 am: Freitag, 23.Januar.2009 | 17:39:20 Uhr »
Na dann mach dich auf ;)
Ich hab zur Zeit auch so ne verbastelte Röhrenendstufe vor mir liegen, bei der offiziell schon vieles repariert, tatsächlich aber alles Mögliche kaputtgemacht wurde ...  .,c045
Gruß, Tommy

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Offline applewoi

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Re: Die Röhrenendstufe HK-250 - aus der Anfangszeit des Stereo
« Antwort #2 am: Freitag, 23.Oktober.2009 | 22:07:07 Uhr »
Ich habe auch noch so eine im Keller stehen. Original aus USA mit 110 V. Ist aber schon mit neuen Elkos restauriert und anscheinend hier in Old Europe auf ECC82 umgestrickt worden. In der Endstufe liefen GE 6L6GC, russische 5881 small base und am Anfang auch Mesa STR415s zur allgemeiniglichen Ergötzung.

Der(oder ist es eine Sie?) HK250 liefert ein wunderbar flüssiges, cremiges Klangbild mit klaren und sanften Höhen an nicht allzu unempfindlichen LS(Focal) und ist alle Mühen der Restauration wert.
Hammerharte Prügelbässe in Discolautstärke muss man aufgrund der kleinen Output-Trafos aber woanders suchen. 


frank