Autor Thema: Mosfet vs Bipolar  (Gelesen 3119 mal)

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Offline dcmaster

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Mosfet vs Bipolar
« am: Montag, 17.Januar.2011 | 07:40:42 Uhr »
Hallo Ihr Bastler,

es gibt ja immer wieder den Streitpunkt, was denn wohl besser klingt: Mosfet oder Bipolar? Auch ich habe mir da mal Gedanken gemacht und in der Folge auch mal einige Tetst mit der jeweiligen Elektronik gemacht. Das liegt zwar schon wieder eine Weile zurück, aber der Grundgedanke hat mich bis heute nicht los gelassen.

Warum fange ich das hier schon wieder an? Na das ist schon einfach. Ich habe vor, mir noch mal zu zeigen, was geht und dazu wollte ich mir noch mal was richtig fettes zu "basteln". In Anlehnung an meine bisherigen "Klangerfahrungen" mit Mosfet und Bipolar habe ich für mich einen Favoriten heraus gehört: MOSFET!

Was sagt Ihr dazu? Bevor ich mit der Arbeit anfange, würde ich gerne Eure Meinungen zu dem kontroversen Thema hören. Dies auch deshalb, weil die geplante "fette" Endstufe für mich sowas, wie eine finale Abschlussarbeit werden soll. Dafür müssen aber noch viele Einzeldetails geklärt werden.

Klausi
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Offline UBV

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Re: Mosfet vs Bipolar
« Antwort #1 am: Montag, 17.Januar.2011 | 12:23:58 Uhr »
Hi Klausi,
in den letzten 20-25 Jahren habe ich sowohl Endstufen mit Mosfets als auch welche mit Bipolaren Transistoren gebaut.Auch besitze ich noch einige Hifi-Klassiker wie diverse Sansuis , Onkyo oder Yamaha. Dabei hatten anhand meines Hörempfinden die Mosfets leicht die Nase vorne. Dies jedoch immer an wirkungsgradarmen HiFi Lautsprechern.
Jetzt höre  ich mit einem JBL E 140 im Karlson Koppler , einem JBL 2426 Kompressionstreiber am Mittenhorn und zusätzlich läuft ein JBL 075 ab 12 KHz .
Diese Kombi hat einen Wirkungsgrad um 99dB. Jetzt machen die Transistorverstärker ( egal ob Mos oder Bipolar ) einfach keinen richtigen Spass mehr.
Am entspanntesten höre ich jetzt mit Röhren und Ausgangsleistungen um 7Watt. Ist die Aufnahme gut , hat man immer das Gefühl direkt dabeizusein. Genau dieses Gefühl vermisse ich leider bei den Transistorisierten Verstärkern obwohl  diese an Hifi Lautsprechern nicht schlecht klingen.
« Letzte Änderung: Montag, 17.Januar.2011 | 12:28:16 Uhr von UBV »
Gruß Bertram

Offline dcmaster

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Re: Mosfet vs Bipolar
« Antwort #2 am: Donnerstag, 20.Januar.2011 | 06:19:02 Uhr »
Moin Bertram,

da gehen unsere Vorstellungen, was die Lautsprecher angeht schon auseinander. Bei Dir mit den vor Hochwirkungsgrad strotzenden Boxen machen Röhren ja durchaus einen Sinn.

Bei mir ist es aber komplett anders herum. Wirkungsgrad bei meinen Boxen? Bösartige Frage: Was ist denn Wirkungsgrad? :grinser: Um es kurz zu machen. Meine Boxen sind allesamt nicht unbedingt die "Brüller", was den Wirkungsgrad angeht. Dafür haben sie aber für meine Ohren die Klangeigenschaften, die ich liebe.

Aus dieser Sicht heraus komme ich mit Röhren nicht all zu weit. So bleiben mir nur noch die Transen und bei denen eben nur die Frage: Mos oder Bipol? Übrigens haben Mosfets ja auch einen etwas "röhrigen" Klang, weshalb sie mir bisher auch am meisten zusagen. Dazu kommt aber für mich noch die rein technische Seite bei den Mosis.

Da die Mosis vereinfacht umschrieben einen spannungsgesteuerten Widerstand darstellen, haben sie für mich also auch aus technischer Sicht durchaus ihre Vorzüge. Dazu kommt noch, wenn man mit den Anreicherungstypen arbeitet, das diese völlig "Stromlos" gesteuert werden. Das gibt es bei den Bipolaren Typen überhaupt nicht! Diese Eigenschaft bietet somit auch den für mich interessanten Ansatz der vielfachen Parallelisierung, ohne dabei auf den "Steuerstrom" achten zu müssen. (ich wollte schon immer mal den Mythos "Kappas killen den Verstärker" umdrehen und den Verstärkerkillern mal einen "Kappakiller" :grinser: entgegen stellen). Das geht nur mit einem "Schweißgerät" mit riesigen Stromreserven im schicken Gewand raucher01 , was so ganz nebenbei auch noch Musik macht. Da bieten sich die Mosis förmlich an.

Darüber hinaus bieten die Anreicherungs Mosfets einen internen Selbstschutz gegen Überlastung durch zu hohen Strom, der in der Folge ja auch einen Temperaturanstieg mit sich bringt. Diese überhöhte Temperatur sorgt aber bei diesen Typen für einen Anstieg des Innenwiderstands, was wiederum den Stromfluss senkt und damit auch die Temperatur. Genial, diese Sache. Sowas suchst Du bei herkömmlichen Bipols vergeblich.

Auch das ist für mich ein Grund, die Mosis zu favorisieren. Wenn ich also die Summe der Vorteile bei den Mosis im Vergleich zu den Bipols betrachte, kann das Ziel ja nur Mosis heißen. Bei den Bipols gibt es aber auch viele Schaltungstricks, mit denen ebenfalls sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Diese haben auch einen weiteren Vorteil gegenüber den Mosis: die massenhafte Verfügbarkeit an Komplementärtypen, was man bei den Mosis nicht so üppig angeboten bekommt.

Deshalb und weil eben beide Varianten ihre Vorteile haben, hatte ich hier mal das vergleichende Thema angeschnitten, aber eben unter der Vorgabe der Klangeigenschaften der beiden Typen. Wenn man also etwas Gutes auf die Beine stellen will, hat man die Qual der Wahl. Dennoch tendiere ich derzeit aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen, die sich ja zumindest in Ansätzen auch mit Deinen Erfahrungen decken, zu den Mosis.

Gibt es denn noch weitere Leute, die hier mal ihren transistortechnischen Senf mit Blick auf die Klangeigenschaften dazu geben können?

Klausi
« Letzte Änderung: Donnerstag, 20.Januar.2011 | 06:28:56 Uhr von dcmaster »
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