Autor Thema: Revox B710 einmessen, Bezugskasette  (Gelesen 1854 mal)

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Offline andeejark

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Revox B710 einmessen, Bezugskasette
« am: Freitag, 21.August.2015 | 15:56:19 Uhr »
Hallo !

Habe mir aus Neugier einen defekten B710 gekauft. Gerät läuft jetzt und gefällt mir jeden Tag besser. Um den sinnvoll einzustellen, benötige Ich dafür wohl eine Pegel - Bezugskasette. Wer vertreibt so etwas noch ? Das Gerät läuft, klingt gut, die Aufnahmen sind aber leiser als das Original, so das ich da dran muß. Eine sinnvolle Restauration wäre, alle Elkos/Trimmer ersetzen, Kugellager in die Wickelmotoren, neue Andruckrollen..  Nun ja, Ich höre kein Leiern, die 60-70 Euro spare ich mir, wie ich die Kugellager wechsle, weiß Ich nicht...er spult ja vollkommen einwandfrei um. Ich werde also bald Elkos und Trimmpotis tauschen und den Recorder einmessen, sollt er irgendwann leiern oder nicht mehr umspulen, kann Ich immer noch weiterschauen

Offline andeejark

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Re: Revox B710 einmessen, Bezugskasette
« Antwort #1 am: Freitag, 04.September.2015 | 00:38:29 Uhr »
Hab eine Kasette gekauft, hat sich damit erledigt, Danke

Offline gyrator

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Re: Revox B710 einmessen, Bezugskasette
« Antwort #2 am: Freitag, 04.September.2015 | 08:19:15 Uhr »
Mit einem Pegelbezugsband wirst Du aller Wahrscheinlichkeit nicht den von Dir beanstandeten Pegelabfall von Vorband auf Hinterband beheben können!

Der Rekorder muss ja auf eine Bandsorte eingestellt werden und dies erledigt man nicht mit einer Bezugskassette. Anders sieht es aus, wenn Du wirklich einen Tausch der Kondensatoren und der Trimmer vornimmst. Was sicherlich sinnvoll nach all den Jahrzehnten ist.

Gruß

Thomas

PS: Soweit ich weiß befinden sich keine Kugellager an den Motoren, daher lassen sich hier auch keine wechseln. Hast Du da einen Hinweis, dass dies an Deiner B710 anders ist?

« Letzte Änderung: Freitag, 04.September.2015 | 08:25:11 Uhr von gyrator »

Offline kuni

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Re: Revox B710 einmessen, Bezugskasette
« Antwort #3 am: Freitag, 04.September.2015 | 12:25:53 Uhr »
Die Revoxe haben keine Kugellager.
Darf man fragen, wo Du die Bezugsbandkassette her hast ?

Bezugsbandkassetten gab's zumindest mal bei www.bluthard.de/.
Sind aber dort nicht mehr gelistet (hätte man nachfragen müssen).

Die von Alex Nikitin sollen auch gut sein: http://www.ant-audio.co.uk/index.php?cat=post&qry=alignment_tapes
Gruß, Kuni
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Offline BorisK

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Re: Revox B710 einmessen, Bezugskasette
« Antwort #4 am: Freitag, 04.September.2015 | 14:23:21 Uhr »
Habe dort bei Alex Nikitin auch bereits ein Band bezogen. Bin vollauf zufrieden damit.
Er stellt außerdem auch Bänder nach Wunsch zusammen....
Zudem scheint's eine sehr nette Person zu sein.

Liebe Grüße
BorisK

Offline andeejark

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Re: Revox B710 einmessen, Bezugskasette
« Antwort #5 am: Dienstag, 27.Oktober.2015 | 23:19:03 Uhr »
von http://www.pievox.de/

der hat mir 3 verschiedene Kassetten angeboten, Ich habe aber nur die mit dem Bezugspegel genommen..Ich meine die hat 200nW, muß Ich aber noch mal schaun. Kann man ja umrechnen

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Revox B710 einmessen, Bezugskasette
« Antwort #6 am: Mittwoch, 28.Oktober.2015 | 07:44:03 Uhr »
Nur mit dem Pegelteil kannst Du die Wiedergabe sektion eines Bandgerätes niemals richtig überprüfen / einstellen (justieren)

Und was Du hast ist eine Messkasette.....

Die von der Genauigkeit einer Bezugsbandkasette noch um den Faktor 10 entfernt ist!

Was meint ihr wohl warum sowohl Bluthard und Pievox selber niemals den Namen Bezugsbandkasette in den Mund nehmen.

Gruß
Jürgen

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Offline andeejark

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Re: Revox B710 einmessen, Bezugskasette
« Antwort #7 am: Donnerstag, 29.Oktober.2015 | 01:19:58 Uhr »
Das stimmt ja alles lieber Jürgen. Nur bei einem Gerät, bei dem Ich vor Band schon Abweichungen von 2-3 dB habe, gebrauchte Tonköpfe etc....da reicht eine Messkassette völlig. Der Maurer braucht auch keine Schieblehre oder Mikrometerschraube.

Wenn Ich neue Geräte herstelle, oder ein Tonstudio betreibe, ist es was anderes,

Offline Peter Ruhrberg

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Re: Revox B710 einmessen, Bezugskasette
« Antwort #8 am: Donnerstag, 29.Oktober.2015 | 10:15:14 Uhr »
Das stimmt ja alles lieber Jürgen. Nur bei einem Gerät, bei dem Ich vor Band schon Abweichungen von 2-3 dB habe, gebrauchte Tonköpfe etc....da reicht eine Messkassette völlig. Der Maurer braucht auch keine Schieblehre oder Mikrometerschraube.

Jürgen hat darauf in deinem zweiten B710 Thread schon geantwortet.

Ich würde gerne zur Klarheit zwei Fragen voneinander trennen:

1) Bezugs- oder Justiercassette?

Da gut erhaltene Bezugscassetten mangels aktueller Produktion zunehmend seltener werden, steigen Anwender mehr und mehr auf Justiercassetten um. Diese sind zwar um eine Größenordnung weniger genau, doch immer noch besser als nichts.

Beispiel: Nach DIN 45513, Teil 6+7 (1982) beträgt für Bezugsbänder 4,75/3,81 (Cassetten) die Abweichung von der Spaltsenkrechtstellung nur ± 2 Winkelminuten. Das ist eine extrem harte Forderung, die nur mit äußerst genau arbeitenden Laufwerken und präzise gefertigten Cassettengehäusen zu erfüllen ist. Diese Toleranzgrenze aber entspricht bereits einem Phasenversatz zwischen den Kanälen von fast 40° bei 10 kHz! (Kein Wunder, dass die Spaltjustage industriell vorbespielter Cassetten oft mehr oder weniger Glückssache ist.)


2) Welche Testsignale müssen auf der Justiercassette vorhanden sein?

Diese Frage beantwortet sich ganz leicht: Genau das, was man auch einstellen möchte!

Pegel: Pegeltonteil
Azimut: Teil zur Spalteinstellung (meist 1 kHz / 10 kHz, evtl. Rauschen oder Multifrequenz)
Frequenzgang: Frequenzgangteil 30 Hz … 18 kHz (oder Multifrequenz)

Mit einem Pegeltonteil alleine lässt sich der Azimut nicht einstellen, und der Wiedergabefrequenzgang natürlich auch nicht.

Anm. 1:
Für den Azimut lässt sich grundsätzlich auch der Frequenzgangteil > 4 kHz nutzen. Um diesen zu schonen, würde ich trotzdem eine Spalteinstellungsaufzeichnung vorziehen (wo es weniger auf den absoluten Bandflusspegel ankommt als auf Phasengleichheit zwischen den Kanälen).

Anm. 2:
Wegen der unvermeidlichen Toleranzen bei Justiercassetten würde ich für Pegel, Azimut und Frequenzgang grundsätzlich keine unterschiedlichen Justiercassetten verwenden, sondern möglichst eine, die alle notwendigen Aufzeichnungen erhält.


Grüße, Peter