Autor Thema: Restauration einer Technics RS1500  (Gelesen 29682 mal)

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Offline RunT

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Restauration einer Technics RS1500
« am: Montag, 14.September.2009 | 21:26:17 Uhr »
Moin,

als Teenager besaß ich schon mal ein Tonbandgerät, eine Grundig TK 947, oder so, jedenfalls war es damals die größte mit 18 cm Spulen.
Schon damals schielte ich zu den _Großohren_ in der Auslage der Hifi-Händler, wobei es mir die Technics RS 1500 besonders angetan hatte, aber unereichbar.

Heute, etwas besser situiert, kann man mal wieder schielen, obwohl sich die Preise kaum geändert haben, nur heute sind die Dinger nicht neu sonder zig Jahre alt!!!

In sonem Laden mit Hifi-Klassikern in FFM entdeckte ich eines Tages wieder diese Großohren: Von Telefunken M15, über ReVoxe bis zu meiner alten Liebe.
Die Ölöfen von Telefunken waren mir zu groß und die RS 1500 optisch und haptisch eindeutig besser als die Revoxe!

Also habe ich mich auf dem Gebrauchtmarkt umgesehen und da in der heutigen Zeit die Anschaffung einer Bandmaschine eh Unfug im Großformat ist war ich wegen der fehlenden Ersatzteile völlig unvernünftig:



Technics RS 1500, 33 Jahre alt, sieht aus wie neu, auf diesem Bild aber schon geputzt

Diese Isolated Loop Bandführung ist einfach zu geil:




... to be continued

cu
« Letzte Änderung: Montag, 14.September.2009 | 21:28:54 Uhr von RunT »
Thorsten

Offline Captn Difool

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #1 am: Montag, 14.September.2009 | 22:21:21 Uhr »
Mmmmmmmhhhh....bei so einem Teil könnte ich auch noch schwach werden, wenn schon keine M-15.... :_good_:  :-handshake:

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #2 am: Dienstag, 15.September.2009 | 00:19:23 Uhr »
Hallo Thorsten,

Danke für den Einstieg zur Restaurationsgeschichte Deiner RS-1500, dieser war ja auch der Grund für den engeren Kontakt neben den Foren her.

Ich will an dieser Stelle auch nicht Dir vorgreifen und hier schon berichten welche Klippen und Kanten es für Dich zu umschiffen galt, bzw. welche Kippen noch immer zu nehmen sind. (übrigens das Tentolometer ist reisefähig verpackt und geht dann (mittlerweile) heute noch raus an Dich. Hinter dem Schaumstoff in der Kunststoffbox befindet sich übrigens die BDA dazu. :zwinker: Ins Päckchen habe ich Dir noch paar kleine Schmankerl reingelegt zum Ausprobieren.....)

Ich weiß nun nicht was zur RS-1500 genau vorgeschrieben als Bandzug ist, meiner Erfahrung ist aber ein Bandzug von etwa 80g (aufwickelnde Spule) zu 60g (abwickelnde Spule) im Playbetrieb und jeweils 100g je Richtig im Umspulbetrieb haben sich als sehr praktikabel und Bandschonend/Wickelschonend gezeigt.

Übrigens nich ein jedes Maxellband ist Rückseiten beschichtet, dies sind nur die Typen mit dem "B" in der Längenbezeichnung. Bei BASF/EMTEC sind die die Typen mit dem "R" oder mit "SM"in der Bezeichnung. Nur mit diesen Rückseiten beschichteten Bändern erreichst Du auch beim Umspulen glatte Wickel.
Gruß
Jürgen

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Offline RunT

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #3 am: Dienstag, 15.September.2009 | 06:18:48 Uhr »
Hallo Jürgen,

vielen Dank erstmal dafür :)

...weiter gehts:

Das Gerät ist wie gesagt 33 Jahre alt und laut Information des Verkäufers ist es bis Mitte 90er von seinem Schwiegervater in Betrieb gewesen. die letzten zehn Jahre hat es nur noch als Deko gedient.
So wie es aussieht ist dieses Gerät niemals aufgeschraubt und wohl auch nie gewartet worden.

Bei der ersten Inbetriebnahme in seiner neuen Heimat zeigten sich die für alte Hifi Geräte typischen Fehler: Knarzende Potis und Schalter. Der Schalter für die 2/4-Spur Wahl sorgte sogar für Totalasufälle :(
Beste Ruckzuck-Methode ist hier tatsächlich Balistol. Überall ein kleiner Sprüher dran, kurz einwirken/verteilen lassen, Schalter und Potis benutzen und eventuell nochmal hier und da ein wenig nachsprühen.
Es gibt noch die auwendigere Methode mit Schleifbahnen neu versilbern usw., aber das wollte ich mir für Später aufheben - denn es gibt größere Baustellen.

Ein typischer Fehler der RS 1500 ist das mechanische Bandzählwerk: Es kreischt beim Umspulen das einem das Blut aus den Ohren läuft. Aber auch hier hilft Balistol an der richtigen Stelle wahre Wunder. Jedoch musste ich hier etwas geduldiger sein, ich musste einige Versuche mehr starten bis es endlich still war.
Ein weiteres Problem des Bandzählwerks ist zumindest bei mir der Antrieb. Es wird über mehrere Riemen vom Idlewheel angetrieben und diese schlabbern herum, was in Ungenauigkeit des Zählwerks resultiert. Auch das will ich später machen


In den nächsten Tagen und Wochen möchte ich die Maschine komplett neu einmessen.
Als Unterlage hat mir Jürgen freundlicherweise das Servicemanual Part II: Measurements and Adjustments der RS 1500 zur Verfügung gestellt und und eben die o.g. Messlehre für den Bandzug.

Aktuell will ich die Bremsen der Wickel erneuern. Dazu erstmal ein paar Bilder von innen:


hier ist die Maschine von hinten ohne Abdeckung zu sehen.
Die große Schwungmasse in der Mitte gehört zum Dierct Antrieb des Single-Capstans und stammt von einem Technics DD-Turntable

Die Wickelantriebe:


und



Hier handelt es sich ebenfalls um Dirctantrieb

Unterhalb dieser Wickel sitzen die Bremsen, um die es in den nächsten Beiträgen geht

cu
Thorsten

Offline PeZett

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #4 am: Dienstag, 15.September.2009 | 09:21:10 Uhr »
Hallo !

Eine interessante Story - bitte mehr davon.

Auch das hier macht neugierig:
Zitat
....und stammt von einem Technics DD-Turntable
Kennst Du die Motortype oder besser noch die Gerätetype des Drehers, der dahinter steckt?
(Oder hat die RS nur die Schwungmasse vom Dreher, nicht aber dessen Motor)

Gruß

Peter
« Letzte Änderung: Dienstag, 15.September.2009 | 09:23:21 Uhr von PeZett »
Wege entstehen dadurch, dass man sie geht. (F.Kafka)

AndreasTV

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #5 am: Dienstag, 15.September.2009 | 09:28:08 Uhr »
Guten Morgen  :_hi_hi_:.
Ja - die "Rs - 1500" ... :shok:.
Die wird immer wieder gesucht und entsprechend hoch gehandelt  :cray:; Die wär´ sogar noch Was für mich "Kassettenkasper"  .,70 .,a095.

MfG

Andreas

be.audiophil

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #6 am: Dienstag, 15.September.2009 | 11:35:28 Uhr »
Moin Peter,

Kennst Du die Motortype oder besser noch die Gerätetype des Drehers, der dahinter steckt?

erinnert irgendwie an SP-10, SL-110 oder SL-1200 ... ich tippe einfach mal auf SL-110

Offline RunT

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #7 am: Dienstag, 15.September.2009 | 13:59:51 Uhr »
Moin,

ich glaube der Motor ist die gleiche Basis wie die DD-Dreher SL110, SP10 usw. und die Schwungmasse ist für die RS anders.
Der Motor des SL1210 ist jedenfalls ne Ecke kleiner.

cu
Thorsten

Offline Captn Difool

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #8 am: Dienstag, 15.September.2009 | 15:58:18 Uhr »
Hatten die späteren RS-Versionen nicht sogar Quartz-DLL?

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #9 am: Dienstag, 15.September.2009 | 16:07:14 Uhr »
Hi André,

nicht nur die späteren Versionen alle RS-150x hatten einen Quarz zur Drehzalkontrolle.
Gruß
Jürgen

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Offline Jürgen Heiliger

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #10 am: Dienstag, 15.September.2009 | 16:40:16 Uhr »
Hallo Thorsten,

habe mir diese Nacht einmal die Abgleichvorschriften zum Laufwerk genauer angesehen und dabei noch einiges festgestellt.
Du bräuchtest also zur Einstellung der Bremsen noch zwei unterschiedliche Federzugwaagen...... für bis 1000 g und für bis 500g hast Du diese?

Habe deshalb das Packet noch nicht losgeschickt, könnte Dir diese leihweise auch zukommen lassen. Bitte melde Dich noch mal bei mir.
Gruß
Jürgen

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Offline Captn Difool

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #11 am: Dienstag, 15.September.2009 | 17:01:00 Uhr »
Moin,

ich glaube der Motor ist die gleiche Basis wie die DD-Dreher SL110, SP10 usw. und die Schwungmasse ist für die RS anders.
Der Motor des SL1210 ist jedenfalls ne Ecke kleiner.

cu

Jürgen,
ich fragte nur deshalb, weil die vorgenannten Player noch kein Quartz hatten, erst die zweiten Generationen als "MkII" ;)

be.audiophil

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #12 am: Dienstag, 15.September.2009 | 18:31:22 Uhr »
Moin André,

richtig ... nur wurde bei den DDs nur die Motorregelung geändert ... der Motor von SL-110 und SP-10 MKI bis MKIIa blieb imho gleich ... beim SP-10MKIII wurde dann wohl noch zusätzlich das Tellerlager und nicht allein die Motorregelung geändert  ...

Offline RunT

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #13 am: Dienstag, 15.September.2009 | 18:47:59 Uhr »
Hallo Thorsten,

habe mir diese Nacht einmal die Abgleichvorschriften zum Laufwerk genauer angesehen und dabei noch einiges festgestellt.
Du bräuchtest also zur Einstellung der Bremsen noch zwei unterschiedliche Federzugwaagen...... für bis 1000 g und für bis 500g hast Du diese?

Habe deshalb das Packet noch nicht losgeschickt, könnte Dir diese leihweise auch zukommen lassen. Bitte melde Dich noch mal bei mir.

Hallo Jürgen,

nee, habe ich nicht, und es kommt noch schlimmer, man braucht eine für 140 g.
Ich habe so'ne Zugwaage für Besaitungsgeräte bestellt, dass dumme ist nur die gehen bis 35 kg, zwar in 10 g Schritten, aber selbst wenn die Waage eine Genauigkeit von 2 % hat sind das bei 35 kg Skalenendwert 700 g Ungenauigkeit - ob das Teil 140 g vernünftig misst???
Naja, schlimmstenfalls kann ich mit ner Küchenwaage/Litermaß ne Referenz herstellen.

Was mir auch noch Sorge macht ist das Bezugsband. Das Manual schreibt Messpunkte bei 31,5 Hz, 63 Hz, 100/150 Hz, 8/10 kHz, 12,5/16 kHz 16/20 kHz  (19/38) bei Pegeln 4, 3,5, 3, 2,5 und 1,5 dB vor!!! wo krieg ich denn so'n Bezugsband her, außer von Technics - soll ich da mal nachfragen :0keule

Ansonsten, was gibt's für Empfehlungen für Bezugsbänder?

PS: Immer schön vorsichtig mit den Sprengringen :wallbash

danke & cu

Thorsten

Offline Captn Difool

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #14 am: Dienstag, 15.September.2009 | 21:10:29 Uhr »
Wenn ich 140g Zugkraft einstellen soll, könnte das ja heißen, ein von der Maschine hängendes Bandende sollte mit einem drangehängten Gewicht von 140g noch hochgezogen werden? Was wenn das Gewicht schwerer ist, greift dann eine Rutschkupplung?

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #15 am: Dienstag, 15.September.2009 | 22:24:40 Uhr »
Hi André,

diese 140 g bedeuten folgendes......

wenn z.B. das Bandgerät aus dem Schnellen Vorlauf (oder Rücklauf, egal) auf Stop geschaltet wird, geschieht folgendes.....
auf der abwickelnden Spule werden die Bremsen (in Wirklichkeit Bremsbänder in Zusammenarbeit mit den Motoren, die auf Gegenlaufrichtung gehen) so stark angezogen dass sich eine Bremskraft von etwa 450 ±70g ergibt. So als wenn das Band ein Gegengewicht von 450 ±70g hochheben würde.
Auf der aufwickelnden Seite fasst die Bremse weniger stark zu.....
dort wird eine Bremskraft von 140 ±25g erbracht.

Somit wird im Zusammenspiel der beiden Bremsen Bandschlaufen vermieden, aber auch eine mögliche Banddehnung durch einseitiges zu Starkes Bremsen auf der abwickelnden Seite ebenfalls.

Mit Rutschkupplungen im eigentlichen Sinne hat dies nichts zu tun.....
Gruß
Jürgen

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Offline Captn Difool

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #16 am: Dienstag, 15.September.2009 | 22:33:51 Uhr »
Ah, danke, das hatte ich so nicht verstanden. Ich nahm erst die normale Wickelkraft an.

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #17 am: Dienstag, 15.September.2009 | 22:56:04 Uhr »
Hallo André,

Wickelkraft? ----- Meinst Du den Bandzug? - Also die Kraft die auf das Band während des eigentliche Betriebs, also im Play, wirkt?

diese wird nur mit den unterschiedlichen Drehmomenten der Motoren selber realisiert, also in dem unterschiedliche Spannungen angelegt werden.....

So betragen die Bandzüge für die aufwickelnde Seite, gemessen nach dem Captsan 65±5g...... und für die abwickelnde Seite, gemessen vor dem Capstan 75 ±5g ....Laut der Vorgabe von Technics. Diese bezieht sich alsdann auf Langspielband.....

Da Thorsten aber auch Standartband (50µm dick im Gegensatz zu 35µm von Langspielband) gedenkt zu nutzen ist die Überlegung den Bandzug um etwa 10 g für beide Seiten zu erhöhen.
Maschinen die von Hause aus nur mit Studio-/Standartband genutzt werden haben in der Regel etwa 100 g Bandzug und knapp darüber.

Gruß
Jürgen

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Offline Jürgen Heiliger

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #18 am: Mittwoch, 16.September.2009 | 01:21:16 Uhr »
Moin Peter,

erinnert irgendwie an SP-10, SL-110 oder SL-1200 ... ich tippe einfach mal auf SL-110

Habe gerade ein Bild des capstanmotors gefunden.....

© hifi-wiki ; wahrscheinlich von Uhu gepostet aus dem Bandmaschinenforum....


EDIT: Bild vergrößerbar gemacht
« Letzte Änderung: Mittwoch, 16.September.2009 | 13:41:41 Uhr von Jürgen Heiliger »
Gruß
Jürgen

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Offline Jürgen Heiliger

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #19 am: Mittwoch, 16.September.2009 | 14:00:13 Uhr »
Hallo Jürgen,
........

Was mir auch noch Sorge macht ist das Bezugsband. Das Manual schreibt Messpunkte bei 31,5 Hz, 63 Hz, 100/150 Hz, 8/10 kHz, 12,5/16 kHz 16/20 kHz  (19/38) bei Pegeln 4, 3,5, 3, 2,5 und 1,5 dB vor!!! wo krieg ich denn so'n Bezugsband her, außer von Technics - soll ich da mal nachfragen :0keule

Ansonsten, was gibt's für Empfehlungen für Bezugsbänder?

PS: Immer schön vorsichtig mit den Sprengringen :wallbash

danke & cu

Zum Bezugsband, Thorsten,

wie schon am Telefon gesagt, kannst Du ein beliebig hoch ausgesteuertes Bezugsband (magnetischer Fluss in nWb/m!) nehmen, man muss nur wissen auf welchen Pegel eine 1500er abgeglichen wird (Technicsvorschrift!) oder werden soll. Das weitere ist dann nur Umrechenarbeit der Pegelgrößen.

In Deinem Fall sagt Technics 185 nWb/m für 0 dB = 775 mV, dies ergibt dann z.B. bei einem 320 nWb/m Bezugsband einen Ausgangpegel von 1340 mV = + 3,13 dB
Es wird dann mit diesem Band auf den errechneten Wert eingestellt und somit ist die RS-1500 dann in den von Technics vorgesehenen Werten.

Die von Dir angesprochenen Messpunkte, also Eckfrequenzen gilt es zu überprüfen in der (Lautstärke-)Abweichung gegenüber 1 kHz und diese dürfen bestimmte Pgelabweichungen nicht überschreiten. Das sind die von Dir angesprochenen dB-Werte.

Gruß
Jürgen

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #20 am: Freitag, 18.September.2009 | 10:19:26 Uhr »
Hallo Thorsten,

wenn Du passendes Leder für die Bremsbeläge benötigst, dann lass es mich wissen. Ich habe noch einen riesigen Lappen, mit dem ich schon 6 oder 7 Maschinen repariert habe. Die Bremsen funktionieren bei diesen Maschinen seither tadellos. Was die Sprengringe betrifft, benutze ich inzwischen einen kleinen Greifer (da drückt man hinten drauf und vorn öffnet sich eine feine Drahtzange). Du kannst den Ring auch mit Zwirn anbinden, dann findest Du ihn wieder, wenn er in die Maschine fällt. Ich habe die Maschinen beim Abziehen und Aufdrücken der Sprengringe auch schon auf den Kopf gestellt um zu verhindern, dass der Ring irgendwo in der Elektronik landet.

Gruß von der Saarschleife, Michael

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #21 am: Freitag, 18.September.2009 | 13:36:25 Uhr »
Hallo Michael,

Danke für Dein promtes Reagieren.

Da Thorsten Montag oder Dienstag zu mir kommt, damit die RS-1500 mal eingemessen wird, werden wir dann sehen welche sonstigen Probleme noch bestehen sollten und entsprechend hier berichten.
Gruß
Jürgen

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #22 am: Freitag, 18.September.2009 | 13:43:56 Uhr »
aus eigener leidvoller Erfahrung: wenn Leder auf die Bremsen aufgebracht wird, beginnt es sich nach einiger Zeit abzureiben und zu zersetzen....dann ist ne' Reinigung fällich....nur mal so als Anmerkung....bin ich mit reingefallen...
Gruß Michael
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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #23 am: Freitag, 18.September.2009 | 13:57:03 Uhr »
Hi Michael,

klar kann man zu so einem Zweck kein Schälleder brauchen..... es sollte schon das Spaltleder sein.... dieses ist Fester in seiner Struktur und auch wesentlich abriebfester.
Gruß
Jürgen

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Offline Uhu

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #24 am: Freitag, 18.September.2009 | 20:28:16 Uhr »
aus eigener leidvoller Erfahrung: wenn Leder auf die Bremsen aufgebracht wird, beginnt es sich nach einiger Zeit abzureiben und zu zersetzen....dann ist ne' Reinigung fällich....nur mal so als Anmerkung....bin ich mit reingefallen...
Gruß Michael

Hallo Michael,

wenn mich nicht alles täuscht habe ich Dir dieses Leder mal zugeschickt (zumindest weiss ich noch, dass wir mal Kontakt hatten wegen einem RS-M95). Wie rum hast Du es aufgeklebt und mit was? Die rauhe Seite muss nach oben! Ich habe mit diesem Bremsbelag noch nie Probleme gehabt. Meine Maschinen gehorchen mir auf Tastendruck und Abrieb oder Zersetzung des Leders habe ich bisher noch nie gehabt. Kann es sein, dass Du die Bremsen so straff eingestellt hast, dass sie im Play-Modus noch angezogen sind? Man erkennt das an den zappelnden Umlenkrollen oder dem plötzlichen Abschalten der Maschine.

Gruß von der Saarschleife, Michael
« Letzte Änderung: Freitag, 18.September.2009 | 20:45:59 Uhr von Uhu »

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #25 am: Sonntag, 20.September.2009 | 22:42:21 Uhr »
Moin,

sooo, habe die Bremsen bei meiner Maschine gemacht und möchte im folgenden den Vorgang mit Bildern beschreiben:

Als erstes muss man die Wickelmotoren, die mit drei Schrauben befestigt sind ausbauen.
Ich weiß nicht, ob bei Matsushita nur Sumoringer arbeiten, oder ob Arnold die Schrauben in meiner RS höchstpersönlich angezogen hat?! Meine Fresse, habe ich geochst, bis ich die Schrauben gelöst hatte - ob die wohl nicht wussten, das Aluguss nur eine begrenzte Zugfestigkeit hat?  .,111



Man kann die Motoren dann irgendwie euf dem Kabelbaum vom Netzteil, oder Motorendstufe ablegen...

...und voilá, da sind sie, die ollen Bremsen



Laut Service Manual sollte man jetzt die Netzteilplatine und die Platine für die Motorendstufen ausbauen, geht aber auch ohne, wenn man einen entsprechend langen Schraubendreher hat, um die Federmimik der Bremsen etwas zu lösen, dann kommt man gut von vorne an den besagten Sprengring und kann die Plastenumpsis nach vorne abziehen, wenn man die Federmimik einwenig nach hinten kippt



Hier die Bremsbacken noch mit den originalen Filzbelägen: Glatt wie ein Kinderarsch.

Also mit einem Cuttermesser die alten Beläge entfernt, die Plastenumpsis gesäubert und angeschliffen und aus einem Fensterleder die neuen Beläge zugeschnitten:



Die neuen Beläge mit Zwei-Komponenten-Kleber von UHU aufgeklebt und ab in den Backofen damit für 10 min.
Aber Vorsicht, den Kleber wirklich nur dünn auftragen, sonst suppt das Zeug durch das Leder durch und wird im Backofen Glashart; so wird man keine gute Bremswirkung bekommen.

Hier sind die DBacken neu belegt:



... und wieder eingebaut:



Auf dem Bild sieht man auch den besagten Sprengring gut.
Übrigens vielen Dank für den Tipp mit dem Festbinden. Man kommt übrigens nicht wirklich gut dran, man kann nicht jeder Zange daran, und die Federmimik ganz auszubauen fehlte mir der Mut.

So jetzt muss die Bremse noch eingestellt werden. Ich habe es erstmal nach _Gefühl_ gemacht, da ich kein geeignetes Messinstrument zur Hand hatte, aber da ich ja am Montag beim Jürgen bin werden wir das richtig einstellen.

Wie das geht werde ich dann noch beschrteiben.

bis dahin erstmal

cu


hab mir mal erlaubt die Bilderlinks etwas zu korregieren
Jürgen
« Letzte Änderung: Sonntag, 20.September.2009 | 23:19:07 Uhr von Jürgen Heiliger »
Thorsten

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #26 am: Sonntag, 20.September.2009 | 23:23:23 Uhr »
Hi Thorsten,

hast Du noch die alten Beläge? ---- Wenn ja, bitte mitbringen und auch den 2-K-Kleber.....

Ich müsste noch Spaltleder hier haben und entsprechenden Filz wird's auch hier im Haushalt finden. Normales Fensterleder ist nicht abriebfest genug.

Dann können wir uns immer noch entscheiden wie wir weiter vor gehen..... wenn die ersten Messungen hinter uns liegen.

Freue mich auf Morgen.
Gruß
Jürgen

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #27 am: Sonntag, 20.September.2009 | 23:38:56 Uhr »
Bisher schöner Bericht (ich liebe Bilder ;)   )

Aber wie Jürgen schon schreibt ist Leder bei schweren drehenden Lasten nicht gut geeignet.
Ich habe die Erfahrung gemacht, das sich nach Laufzeit eine art Klebewirkung zeigt und es dann schnell "rubbelt"
Mann stellt sich an den Teilen totein ( wasn das für ein Wort  .,a015 )
Besser ist Filz, allerdings gibt es da auch viele Unterschiede, mit unterschiedlichen Dichten und Faserlängen.
"Gewölle" ist dabei ein echter Müll.....ich nahm bei Kapstanbremsen immer extrem dichtes und kurzfaseriges Material aus der Fototechnik.

Gewerblich

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #28 am: Montag, 21.September.2009 | 00:00:30 Uhr »
Moin,

den Tipp mit dem Fensterleder habe ich irgendwo aus den Tiefen des Internets, wo es eine Beschreibung für das Neubelegen der Bremsen gibt.

Ich freue mich auch auf Morgen und bin super gespannt. Wichtig wäre mir die Einstellung des Tape Amps. Wenn wir auf keine größeren Probleme stoßen und noch Zeit haben können wir die Bremsen ja noch mal neu machen, weiß ja jetzt wie es geht.

cu
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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #29 am: Montag, 21.September.2009 | 10:20:25 Uhr »
Zwei werktechnische Hinweise:

1. Die Schrauben sind oft mit elektrischen oder pneumatischen Maschinenschraubern auf maximales Drehmoment angeknallt. Manche Hersteller meinten es besonders gut und haben noch ein Tröpchen Loctite drangegeben. Dagegen gibt es mittlerweile Lösungsmittel, früher habe ich mit einem feinen Pinsel etwas Nitro einlaufen lassen, dann gingen manche Schrauben etwas leichter. Unbedingt einen absolut passenden "Kreuzer" (Schraubendreher) nehmen und sehr gewissenhaft ansetzen. Die Schrauben und somit auch deren Köpfe sind aus weichem Stahl gemacht und ensprechend schnell lutschen die Köpfe aus, bevor sich überhaupt noch was dreht. Dann helfen nur noch spezielle Bits, die Schraube muß dann ersetzt werden.

2. 2k wie z.B. UHU Endfest würde ich für die Kunststoffteile der Bremsen nicht unbedingt nehmen, da sollte auch Pattex oder Kövulfix (Lederkleber) reichen, die bekommt man im Zweifelsfall auch wieder ab, 2K-Kleber ist dann sprichwörtlich "endfest" bis in die Ewigkeit. Ein "abschmelzen" ab 200°C ist hier bei den Kunststoffteilen aus verständlichen Gründen nicht mehr möglich.

Ansonsten: Gut dokumentiert, da macht das mitlesen Spaß  :_good_:

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #30 am: Montag, 21.September.2009 | 10:32:04 Uhr »
Hi André,

ich hätte auch eher Patex Kontakt-Kleber genommen..... den bekommt man wenigstens wieder angelöst.....


Zu den Schrauben..... da glaube ich auch an eine Sicherung mittels Schraubensicherungslack. Erlebe ich oft genug in den Bandmaschinen, das Laufwerksschrauben die mechanisch durch die Laufwerksfunktionen belastet sind, so gesichert wurden. Die Methode mittels Nitropinsel muss dann häufig genug angewendet werden.  .,d040
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Offline Jürgen Heiliger

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #31 am: Montag, 21.September.2009 | 23:32:07 Uhr »
N'abend Michael,

ich sehe Dich gerade Online, und möchte Dich auf ein Problem ansprechen welches sich heute bei der Einmessung der RS-1500 ergab.....
Der Frequenzgang war unter 300 Hz als hundsmiserabel zu bezeichnen...... Bei 19 cm/s (Band MAXELL XL-I) waren es gegenüber 1 kHz (20 dB unter Vollaussteuerung) mehr als 6 dB Abfall zu verzeichen.... bei 125 Hz -7,0 dB; bei 63 -10 dB.

Weist Du ob dies bei Deiner auch so ist?

Übrigens bei der 38er Geschwindigkeit war das Abfallmaxima bei 125 Hz und -10 dB gegenüber 1 kHz (20 dB unter Vollaussteuerung)

Ich überlege gerade ob dies über das Equalization Circut Board zu ändern wäre, bwz. ob da der Fehler zu suchen wäre......
Gruß
Jürgen

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Offline Uhu

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #32 am: Dienstag, 22.September.2009 | 01:11:39 Uhr »
N'abend Michael,

ich sehe Dich gerade Online, und möchte Dich auf ein Problem ansprechen welches sich heute bei der Einmessung der RS-1500 ergab.....
Der Frequenzgang war unter 300 Hz als hundsmiserabel zu bezeichnen...... Bei 19 cm/s (Band MAXELL XL-I) waren es gegenüber 1 kHz (20 dB unter Vollaussteuerung) mehr als 6 dB Abfall zu verzeichen.... bei 125 Hz -7,0 dB; bei 63 -10 dB.

Weist Du ob dies bei Deiner auch so ist?

Übrigens bei der 38er Geschwindigkeit war das Abfallmaxima bei 125 Hz und -10 dB gegenüber 1 kHz (20 dB unter Vollaussteuerung)

Ich überlege gerade ob dies über das Equalization Circut Board zu ändern wäre, bwz. ob da der Fehler zu suchen wäre......

Hallo Jürgen,

falls Du mich gemeint hast muss ich leider passen. Ich habe das Equipment für das Einmessen nicht, und so etwas bisher auch noch nie gemacht. Von Maxell habe ich nur ein einziges XLI-Band und ein paar UDXL-Bänder. In der Regel benutze ich aber Agfa PER528 oder LPR35 von BASF und RMG.

Von der 38'er Geschwindigkeit halte ich nichts, da mal abgesehen vom hohen Bandverbrauch, die Wiedergabe der tiefen Frequenzen schlechter wird, und die Wiedergabe der hohen Frequenzen von 25.000 Hz auf 30.000 Hz erhöht wird.

Zum Thema Bremsbeläge: Der hier benutzt Kork! http://www.j-corder.com/J-Corder_Tapedecks.html siehe hier: http://www.j-corder.com/The_Restoration_Process.php

Gruß von der Saarschleife, Michael
« Letzte Änderung: Dienstag, 22.September.2009 | 01:32:03 Uhr von Uhu »

Offline RunT

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #33 am: Mittwoch, 23.September.2009 | 22:17:50 Uhr »
Moin, moin,

ich war ja am Montag mir meiner Maschine bei Jürgen und habe gestern erstmal voller Begeisterung neue Bänder aufgenommen.
Bevor ich auf unsere Tätigkeiten eingehe möchte ich sagen, dass es für mich ein sehr interessanter und lehrreicher Tag in leicht _chaotischer_ aber sehr angenehmer Umgebung war.
Ich wurde königlich mit Kaffee, Donuts und anderesn Süßigkeiten verwöhnt und durfte auch noch Rauchen. Ein Tag nach meinem Geschmack mit einem der wohl nettesten und hilfsbereitesten Menschen - danke Jürgen.

So, nun zur Technik. Da ich im Eifer des Gefechts vergessen habe Fotos zu machen, muss ich wohl mehr schreiben:
Das Messequipment:




Die Messassistenz:



... hier etwas gelangweilt; gutes Personal ist ja schwer zu bekommen...

Als erstes haben wir die Bremsen noch mal eingestellt, dieses mal mit nem passenden Messwerkzeug - mein Gefühl lag doch weit daneben

Die offene Maschine:



Zur Erläuterung: In dem Unteren Teil ist der Tape-Verstärker. Wenn man den unteren Deckel mit den Füßen abschraubt, kann man den ganzen Verstärler mit Frontblende nach oben herausziehen, um 90° umklappen und wieder in das Gehäuse herinschieben.
Man kommt dann wie auf dem Bild zusehen ist an alle Potis mehr oder weniger gut heran. Sieht soweit erstmal recht servicefreundlich aus, birgt aber eine Falle in die wir auch getappt sind:
Es gibt zwei Potis, für den Wiedergabepegel (19/38cms), die so halb unter der Platine für die VU-Meter liegen, an die man besser von unten dran kommt.
Den Wiedergabepegel für 19 cm/s hat Jürgen umständlich von oben eingestellt. Bei 38cm/s wollten wir uns es einfach machen und haben den Verstärker wieder aus dem Rahmen gezogen und so halb hingestellt.
Und siehe da, wir hatten Probleme bei der Einstellung, immer irgend so ein HF-Gelumpe auf dem Oszi.
Nach einer halben Stunde haben wir gemerkt, das der Verstärker so in der Luft keine richtige Masseverbindung mehr hat.
Am Rahmen festgeschraubt waren die Probleme beseitigt, also drauf achten.

Eines der Messbänder/Bezugsband:



Die Maschine sollte auf Maxell XL bei 19 cm/s und SM 468 bei 38 cm/s eingemessen werden.
Die Justage der VU-Meter haben wir gemacht als die Maschine auf dem Rücken lag. Da die Technics wohl hauptsächlich im stehen betrieben wird, sollten auf die VU-Meter im stehen eingestellt werden!!!
Mit dem Messband haben wir als erstes den Wiedergabeazimuth und Entzerrung eingestellt:



Auch das ist nit ganz so einfach.
Ich dachte bis jetz immer, diese Isolated Loop Bandführung sei eine _geniale_ Konstruktion.
Leider sieht sie nur gut aus, denn sie erweist sich in der Praxis als instabil, so dass es mehr Zufall ist den richtigen Azimuth zu treffen.
Hier muss ich mir mal mit meinem Kumpel (Zerspanungstechniker seines Zeichens) Gedanken machen, wie man das verbessern kann.

Hier noch ein bild vom Messmeister:



hier ist er gerade in der Vorbereitung zur Justage des Aufnahmezweigs.
Ich dachte ja, die Maschine wäre jungfräulich, aber wir haben festgestellt, das Maschine bereits auf 250 nWb  Bezugspegel statt der serienmäßigen 185 nWb eingestellt war.
Da dass Bezugsband ein 320 nWb Band war haben wir den Ausgangspegel per Dreisatz umgerechnet.
Zum Einstellen des Aufnahmezweigs ahben wir als erstes den  Vormagnetisierungspegel auf SM 468 Band eingestellt.
Dann hat Jürgen Azimuth des Aufnahmekopfs und die Aufnahmeentzerrung eingestellt:



Die Abgenommenen Frequengänge sind leider hundsmiserable. Ich werde da noch eine Kurve malen und dann später hier posten.
Nach dem wir die Maschine so gut es ging eingestellt haben, sind wir dann zum gemütlichen Teil übergegangen...


« Letzte Änderung: Mittwoch, 23.September.2009 | 22:26:10 Uhr von RunT »
Thorsten

Offline RunT

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #34 am: Mittwoch, 23.September.2009 | 22:38:44 Uhr »
... nach dem die Pflicht erfüllt war kamen wir zur Kür: Jürgen hat mich durch sein Refugium geführt:
Hier nur sein Musik/Wohnzimmer:

Die neuen Technicse:



... die Dinger knallen wirklich gewaltig...

Jürgens Plattenspieler:



... und die beiden _Ölöfen_ hinter der Couch:



... das ist natülich längst nicht alles.

Alles in Allem eine amtliche Sammlung von HiFi-Geräten, vornehmlich Bandmaschinen und Tonbändern.
Jürgen betreibt dieses Hobby wirklich mit vollem Herzblut!

Auch meine Frau war tief beeindruckt und wir haben uns auf der gesamt Rückfahrt noch darüber unterhalten.

cu
Thorsten

Offline carawu

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #35 am: Mittwoch, 23.September.2009 | 22:50:14 Uhr »
Ich überlege gerade ob dies über das Equalization Circut Board zu ändern wäre, bwz. ob da der Fehler zu suchen wäre......
Hm,
 
nach Durchsicht des SM empfehle ich den Arbeitspunkt der Treiberstufe zu kontrollieren.
Alle folgenden Seitenangaben beziehen sich auf das PDF. Für die Printausgabe eine Seite für das Deckblatt abziehen.
Seite 6 Fehlerdiagnose: Playback frequency response->siehe S. 27
Dort bitte die "Playback frequency response charts" beachten.
Den eingestellten Wert von 5k Poti VR 105 und 205 messen und notieren. Abbildung auf S. 26, PCB S. 85 (links, auf halber Höhe)
Einstellen nach den Angaben ab S. 27 folgende.
 
Bin auf das Ergebnis gespannt....
 
LG Carsten
LG Carsten

Es gibt Menschen und Foren, die man einfach meiden sollte, bis sie in sich selbst zusammenfallen, verpuffen und keiner sie vermisst.

Offline Kappa8.2i

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #36 am: Mittwoch, 23.September.2009 | 22:53:43 Uhr »
Glückwunsch zur gelungenen Revision.
Wenn der Heilige eins kann dann einstellen  :_55_:

Zu Bild 1= Das Messequipment: Ganz wichtig die Fliegenklatsche

Offline stefan_4711

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #37 am: Mittwoch, 23.September.2009 | 23:32:26 Uhr »
Hallo Jürgen,
ich habe von Tonbandmaschinen keine Ahnung, aber ich lese die Threads mit immer mehr Begeisterung. Hier sind wirklich Leute mit Fachwissen und Erfahrung am Werk. Können (oder besser müssen) eigentlich Profis sein, deshalb meine Frage:

 "Welcher Berufliche Werdegang steckt dahinter" ?

 :drinks:

  
"... das Auge hört mit ..."     Gruss Stefan

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #38 am: Mittwoch, 23.September.2009 | 23:46:08 Uhr »
Hi Stefan,

meinst Du meinen beruflichen Werdegang? ----- ich bin Pinselquäler und habe mir dies alles beigebracht..... Das kannst Du ganz bestimmt auch, davon bin ich überzeugt....

Wichtig ist die Liebe zum Hobby, die Bereitschaft erfahrenen Leuten zu zu hören..... und nicht in Aktionismus zu verfallen.

Das schöne an der Bandtechnik, es ist eine abgeschlossene Technik und wir können beruhigt und ohne hitzige Diskusionen gemeinsam verstehen lernen was dahintersteckt.
Es sind im Prinzip simple Gesetzte der Physik, die es zu beachten gilt und kein Hokuspokus.
Gruß
Jürgen

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Offline Jürgen Heiliger

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Re: Restauration einer Technics RS1500
« Antwort #39 am: Mittwoch, 23.September.2009 | 23:56:36 Uhr »
Hi Carsten,


die problematik ist eigentlich folgende, der Wiedergabefrequenzgang, gemessen mit dem Bezugsband sieht wesentlich weniger dramatisch aus als der Aufnahmefrequenzgang über Band gemessen (also bei der Wiedergabe).

Leider habe ich selber die Frequenzschriebe nicht hier vor Ort, diese hat Thorsten mitgenommen. Wird sie uns aber bestimmt noch nachreichen.
Gruß
Jürgen

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