Autor Thema: Transistor verschleiß  (Gelesen 4939 mal)

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Cassius

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Transistor verschleiß
« am: Freitag, 04.März.2011 | 20:13:39 Uhr »
Verschleißen Transistoren? Sollte man die in Geräte die über 25 Jahre alt sind Tauschen wenn sich ein Grundrauschen breit macht? Und wie unterscheiden sich Transistoren, kann man die bedenkenlos durch Transistoren desselben Typs tauschen oder klingen Transistoren einer anderen Marke anders. Die machen doch alle im Grunde dasselbe, sollten doch auch dann identisch klingen.

Offline m_ETUS_alem

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Re: Transistor verschleiß
« Antwort #1 am: Freitag, 04.März.2011 | 21:20:42 Uhr »
Verschleißen Transistoren?
Jain,
Halbleiter "verschleissen" im eigentlichen Sinne nicht, was sie aber dennoch schädigen kann sind dauernde Überbelastungen, Spannungsspitzen, Leistungsüberlastungen aus dem "Umfeld"

Zitat
Sollte man die in Geräte die über 25 Jahre alt sind Tauschen wenn sich ein Grundrauschen breit macht?
Ansteigende Grundrauschen, Ruherauschen, sinkendes SNR rührt oft von gealterten Zeitgliedern her.

Zitat
Und wie unterscheiden sich Transistoren, kann man die bedenkenlos durch Transistoren desselben Typs tauschen oder klingen Transistoren einer anderen Marke anders. Die machen doch alle im Grunde dasselbe, sollten doch auch dann identisch klingen.

Wenn alle das selbe machen würden würde es dann so viele verschiedene Typen (selbst vom selben Hersteller) geben ???

Dazu sollte man wissen, ob der T als "Verstärker" oder "Schalter" betrieben wird.
Im Audiobereich doch eher als Verstärker (Imp.Wandler etc) und gerade da kommt es auf die Identität des Transistors an.
Dabei ist zu beachten, daß es nicht nur auf den Grundtypen (Bsp.: 2SC1234) sondern auch auf die Selectionen ankommt....
(Ein Mathematiker würde sagen " was nach dem Komma steht"  :grinser:  )  Also ist als Beispiel ein 2SC1234(Y) nicht
identisch mit 2SC1234(O) !!!!
Was allerdings wenige beachten ist, daß die Selektionen oft nicht mit auf den Gehäuse der T´s stehen sondern nur
aus den Serviceunterlagen zu entnehmen ist.
Die Transistoren die man dann in "Jubelelektronikgeschäften" bekommt, bei denen im Angebot nichts an Selektionen dabeisteht, auffallend günstig sind, sind oft "durchgefallene Chargen". D.h. es kann der Gesuchte dabei sein aber darauf hoffen muß man nicht. (Insbesondere wie schon erwähnt steht die Selektion
seltenst auf dem Gehäuse)

Natürlich muß man auf sog. "Equivalente" zurückgreifen, wenn es den Originalen nicht mehr gibt.
Speziell bei einer diskreten Endstufe kann das übelst in die Hose gehen, wenn man bei einer kompl. Endstufe nicht auch den "Partner" ersetzt.

Klanglich kann sich dann sowas schon bemerkbar machen, da aber oft die Überholung der Vor/Klangregelstufen vergessen wird ist das dann eh egal
und wird dann eben nicht bemerkt.

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Cassius

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Re: Transistor verschleiß
« Antwort #2 am: Samstag, 05.März.2011 | 01:34:18 Uhr »
Ich denke dabei an meinem Kenwood 7400. Der hängt an meinem PC und kommt mehrere Stunden täglich zum Einsatz. Der wird im Normalbetrieb höchstens auf 40% aufgedreht, meistens aber eher ein viertel und bei zwei möglichen Boxenpaaren wird nur eins angesteuert.

Kann die Hitze, die an der Endstufe entsteht den Transistor abnutzen oder sind die Dinger Hitzeresistent?

Offline uk64

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Re: Transistor verschleiß
« Antwort #3 am: Samstag, 05.März.2011 | 02:39:11 Uhr »
Deine eröffneten Threads in diesem Bereich zielen alle in die gleiche Richtung.

Es gibt keine allgemeingültigen “to do Lists” anhand derer Geräte restauriert oder repariert werden können.
Es gibt keinen Transistorverschleiß im allgemeinen Sinn.

Blindes tauschen von Bauteilen ohne Verständnis der elektrotechnischen Grundlagen ist eh ein sinn und zweckloses und oft auch kontraproduktives Unterfangen.
Wenn auch auf diesem Weg das ein oder andere blinde Huhn mal ein Korn gefunden haben soll.

Ich mag den ein oder anderen Hifi Klassiker, aber man sollte sie so nah wie möglich im
Originalzustand erhalten. Das beinhaltet alle Bauteile.
Im Zweifelsfall ist mir ein defektes Gerät im Originalzustand lieber als ein Verbasteltes.
Ein durch  allgemeine “Alterung” schlecht “klingendes” Gerät ist als Argument eh nur Wischiwaschi.
Der Begriff "Klang", so wie er in der Regel in Hifi Foren angewendet wird, eignet sich im technischen Sinn in keiner Weise.

Gruß Ulrich
« Letzte Änderung: Samstag, 05.März.2011 | 02:52:55 Uhr von uk64 »

Offline jan.s

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Re: Transistor verschleiß
« Antwort #4 am: Samstag, 05.März.2011 | 15:00:26 Uhr »
Hallo
Transistoren altern. Durch ungünstige Temperaturen altern sie schneller. Durch starke Temperaturschwankungen altern sie noch schneller.
Wenn sie dann irgendwann mal in den Bereich kommen, wo sie zu viel gealtert sind, sterben sie in Sekundenbruchteilen. Dann sind sie aber auch wirklich kaputt.

Grade die Transistoren in Endstufen sind oft abgestimmt. Wenn du hier einen austauschst, stimmt da nichts mehr und du läufst Gefahr, dass dir die Endstufe "abraucht".
=> Erst anfassen wenn kaputt
Gruss
jan


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Offline Katzenfreund

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Re: Transistor verschleiß
« Antwort #5 am: Samstag, 05.März.2011 | 17:35:10 Uhr »
Viel Erfahrung habe ich auf dem Gebiet noch nicht. Bei einer recht heruntergekommenen A77MKI habe ich mir die Mühe gemacht, einen Teil der Transistoren zu tauschen. Speziell die Transistoren des Eingangsverstärkers habe ich gegen jüngere (afair BC550 / BC560) ausgewechselt. Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass ich einen signifikanten Unterschied erkenne. Die Elkos habe ich natürlich auch gewechselt.
Weil die Platinen in der A77 so schön zu entnehmen sind, fiel mir der Austausch leicht; in einem verbauten Vollverstärker würde ich das ungerne tun wollen.
LG Peter

Offline gyrator

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Re: Transistor verschleiß
« Antwort #6 am: Samstag, 05.März.2011 | 20:22:08 Uhr »
Wir Menschen altern auch und wir verändern uns dabei sogar.

Natürlich altern auch Transistoren, doch Falten habe ich auf deren Stirn noch nicht entdecken können.
Hat schon jemand Elektronen beobachten können?
Tragen diese evt starke Falten auf deren Gestalt?
Wenn ich bedenke wie alt manch Kupferleitung ist, kann ich mir nicht denken, dass diese weiterhin für guten Klang sorgen kann.

Thomas, der auch schon gealtert ist und morgen älter als heute ist ;-)


Offline jan.s

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Re: Transistor verschleiß
« Antwort #7 am: Samstag, 05.März.2011 | 23:16:47 Uhr »
Hallo
das Altern von Transistoren mit dem Altern von Menschen zu vergleichen ... ? Naja  ;0003

Das ist schon etwas sehr weit ausgeholt.

Selbst der Vergleich von Kupferleitungen mit elektronischen Bauteilen trifft es nicht ganz. Ok, auch die Leitungen werden durch Oxidbildung altern. Aber dies geht seeeehr viel langsamer als die (überwiegend) thermische Alterung bei den Halbleitern. Diese verändern sich dabei tatsächlich auch und werden "schlechter".

Kondensatoren und Potis altern aber nochmals um ein vielfaches schneller und deshalb müssen sie auch am schnellsten getauscht werden.
Bei Kondensatoren lohnt ein generelles Tauschen einfach nicht. Bei der Fehlersuche, wenn ich es auf eine Platine eingegrenzt habe und die Kondensatoren gewechselt sind, wird auch schon mal ein Standardtyp bei den Transen erneuert. Hat auch schon oft geholfen.
Ohne konkreten Fehler würde ich sowas aber lassen
Gruss
jan


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Cassius

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Re: Transistor verschleiß
« Antwort #8 am: Sonntag, 06.März.2011 | 00:25:42 Uhr »
Potis altern auch? Wie beeinträchtigen die den Klang? Können die rauschen versursachen? Ich dachte die muss man nur reinigen wenns beim drehen kratzt. Hab ich was übersehen?

Offline gyrator

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Re: Transistor verschleiß
« Antwort #9 am: Sonntag, 06.März.2011 | 09:38:45 Uhr »
Potis beeinträchtigen maßgeblich den Klang!

Das ist Fakt, den jeder beobachten, der Einfluss bei Veränderung, ist erheblich!
Die Veränderung im Alter zeigt sich hier jedoch nicht in Falten, sondern in der Veränderung der materiellen Eigenschaften des Gesamtsystems. Hinzu kommt eine resistente Neigung zum Nyquist-Rauschen, dem in der Regel nichts entgegengebracht werden kann. Übertroffen wird dies von einhergehenden Störimpulsen während der Veränderung am Poti.

http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4rmerauschen

Weitere Erkenntnisse, hier leider nur auf das Material Germanium bezogen, was sich sicherlich auf Metalle und Silizium extrapolieren läßt.

http://www.amazon.de/Organisches-Germanium-Die-lichte-Br%C3%BCcke/dp/3895390461/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1299402159&sr=8-1-catcorr

;-)

Eurer Thomas

PS: Ein wirklich unterhaltsamer und interessanter Thread.





« Letzte Änderung: Sonntag, 06.März.2011 | 10:03:05 Uhr von gyrator »

Offline jan.s

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Re: Transistor verschleiß
« Antwort #10 am: Sonntag, 06.März.2011 | 11:54:12 Uhr »
Hallo
das Kratzen ist sicher das auffälligste bei den Potis.
Bei meinen A77 sind mir die Trimmer für den Abgleich aber teilweise in der Hand zerkrümelt.
Man will sie ein wenig bewegen, um den Kontakt zu verbessern und der Schleifer bleibt einfach auf der Bahn kleben und bewegt sich nicht mit  :shok:
Da ist austauschen dann unumgänglich. Wenn ich dann damit anfange, gibts nen Rundumschlag und es werden alle Potis ersetzt. Die kosten ja auch nicht viel und sind schnell erneuert.
Solche Fehler führen aber wohl weniger zu einem Rauschen, als zu Fehlfunktionen bis hin zu kompletten Ausfällen
Gruss
jan


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Offline Pioingo

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Re: Transistor verschleiß
« Antwort #11 am: Dienstag, 12.Januar.2016 | 20:30:03 Uhr »
Der Thread ist zwar schon alt...
Aber ich möchte doch sagen bin froh das Potis keine Falten bekommen.

Wo wäre denn dann die Antifaltencreme. oder gar "Kontakt 66 antifalten"

 :grinser:
"Ein leidenschaftlicher Raucher, der immer von der Gefahr des Rauchens für die Gesundheit liest, hört in den meisten Fällen auf - zu lesen."

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Winston Churchill

Offline andeejark

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Re: Transistor verschleiß
« Antwort #12 am: Freitag, 14.April.2017 | 01:43:12 Uhr »
Viele Transistoren im Kunststoffgehäuse bekommen Haarrisse ! Wenn am Transistor die Beine schwarz sind...das Gehäuse gaaanz genau angucken !! Er muß keinen Haariss haben aber kann