Autor Thema: Telefunken M-20 Hist, eine Maschine mit Besonderheiten und historischem Wert  (Gelesen 4960 mal)

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Offline Jürgen Heiliger

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Hallo Friedrich, Hallo Jungs,

nachdem nun Udo Götz wieder in Richtung Heimat unterwegs war (so ich hoffe auch gut angekommen ist), möchte ich mich nochmals recht herzlich bei Dir Friedrich bedanken für das in mich gesetzte Vertrauen, mir Deine, doch sehr umfangreiche, Sammlung zu überlassen.
Ich werde sie, wie versprochen hegen und pflegen, doch vor Allem zusammen halten. Vielleicht, das eine oder andere Stück Tonbandgeschichte hinzu fügen, wenn es von der Thematik her passt.
Deine M-20 ist jedenfalls in einem sehr guten Zustand, nachdem was ich auf die Schnelle testen konnte.

Nun aber mal ein Bild des Ortes, wo in der Zukunft Deine Telefunken M-20 Hist ihr Plätzlein hat, wenn auch noch nicht ganz so, wie ich es mir vorstelle, denn dazu fehlt mir noch ein Teil, was ich aber anfertigen lassen werde. (dann steht sie auch nicht mehr schräg mit ihrer Bedienplatte und hat trotzdem voll funktionsfähig ihren Platz mit im Rollwagen der M-20 TC :zwinker: )


Fertig verkabelt ist sie schon mit dem Mischpult, und somit auch mit den beiden "Nachbargeräten", einer Telefunken M-20 TC (die Obere im Rollwagen) und einer Studer A-820.
Na, in der Umgebung muss sich die M 20 hist ja wohlfühlen - man sieht es ihr ja nicht an, aber
sie ist die vermutlich weltweit einzige Maschine, die ohne "Hochkitzeln" noch 1 m/s beherrscht, 6,5 mm Bandbreite und die Entzerrung der RRG hat ... und außerdem stereofähig ist ...

Besonderheiten M20 Hist.
Zitat von: © Begleitschreiben der AEG-Telefunken Konstanz zur M-20 HIST SerienNr.: 1210
Konstanz, 06.11.1987
Betr.: Studio -Magnettonbandgerät M-20 Nr.1210 für BASF zur Wiedergabe historischer Magnetbandaufnahmen

Besondere Hinweise
1. Bandgeschwindigkeit
1.1 Eine auf die Tonwelle aufgesetzte Hülse bewirkt, dass die Bandgeschwindigkeit - bei einer Einstellung auf 76 cm/s -
100 cm/s
    beträgt.
1.2 Wird bei dieser Einstellung (76 cm/s) Varispeed aktiviert (Handbuch §2.3.1.9) und über das Einstellpotentiometer die Bandgeschwindigkeit auf 77 % eingestellt, beträgt diese 77 cm/s.

2. Bandzug
   Der Nenn-Bandzug wurde auf
60 g (06, N) (Handschriftlich ist größer eingestellt!)
  eigestellt.

3. Bandbreite
   Die Bandführungsrollen und Bandführungen im Kopfträger wurden für eine Bandbreite von maximal
6,53 mm
  ausgelegt.

4. Umspulgeschwindigkeit
   die maximale Umspulgeschwindigkeit ist - wie üblich - auf ~ 10 m/s eingestellt, sie kann, falls dies angebracht erscheint, mit Hilfe des auf BG-WR14 befindlichen Potentiometers R100 herabgesetzt
   werden.
V = 10 m/s _f_
                    1,8 kHz
  (Messung und Einstellung der Umspulgeschwindigkeit: siehe Handbuch § 3.1.3.7)


Zitat von: © aus einer Mail Hans-Joachim Röhrs an mich
Lieber Jürgen,

die M20hist Friedrich Engels ist nicht nur ein Stück Bandgerätegeschichte, sondern ein schlicht einzigartiges Gerät, das definitiv nur einmal weltweit gebaut und eigentlich ausschließlich für RRG-Bänder konzipiert wurde. Das heißt, dass nicht nur der Bandpfad nebst Köpfen mit normalem 6,35 mm-Band wohl zu verschlechterten Übersprechdämpfungen bei Stereoband führt, sondern auch, dass die Entzerrung wahrscheinlich etwas querliegt. Man hat sich damals nämlich bemüht, die Entzerrung in RRG-Nähe zu bekommen, wozu wir manches, aber eben nicht alles und vor allem nichts Verbürgtes wissen.

Nach meinen Berechnungen (anhand von Kopfdaten, aus den Schaltzeichnungen abgeleitetetem Verstärkerverhalten etc. pp) kam ich -wie gesagt rechnerisch (!!)- auf eine Entzerrungspraxis bei der RRG zwischen ca. 19 und 25 µs. Dies ist in manchelei Hinsicht relativ, weil ich von den Verlusten durch die Bandbeschaffenheit (z.B. raue Oberfläche etc.) keine Vorstellungen und sie daher auch nicht berücksichtigt habe.
Es gibt einen indirekten Hinweis, der die Verbindungen der RRG-praxis auf unsere Nachkriegstage ggflls. und auf interessante Weise via Amerika kurzschließt. Ob das aber belastbar ist, kann ich nicht sagen.

Ich würde die M20hist wie einen Augapfel behandeln, weil sie die vemrutlich einzige Maschine weltweit ist, mit der man Bänder der zweiten Generation (also der ersten Generation der Hf-Vormagnetisierung) weitgehend adäquat und schonend wiedergeben kann. Ein Herumkurbeln an der Entzerrung entlang neuzeitlicher Bezugsbänder sollte deshalb auch unterbleiben, weil diese Maschine eben nicht 76,2 cm/s, sondern 77 cm/s macht und potenziell bewusst neben den 35 bzw. 17,5 µs für 76,2 cm/s liegt, obgleich die 17,5 µs wahrscheinlich den präzisesten Kompromiss mit den realen RRG-Aktivitäten darstellen (siehe oben).

Folgende spezielle Bezugsbänder bekam ich zur M-20 Hist von Friedrich ebenfalls mit geliefert:
1) Zusammenschnitt BB-38 und BB-19S auf SM-911 (Karton SM-911 mit BASF-Aufkleber Calibration-Tape 38-6)
2) Bezugsband 320/514/860 nWb/m
3) 762 Hz Band / 320 nWb/m | Delta? = 1mm
4) 762 Hz / M-20 +4 dBU

die damit gemessenen Frequenzgänge, so die Ausdrucke vorhanden sind werde ich noch einscannen.....

Spezielle Vorschriften zur Erstellung dieser Bezugsbänder, bzw. des Einmessens mit diesen liefere ich auch noch nach....

Edit: Telefunken_M-20-HIST_Einmessanweisung/Bezugsbanderstellung 762 Hz
EDIT-2: Telefunken_M-20-HIST_Anweisung-Einstellen/-messen

« Letzte Änderung: Montag, 23.August.2010 | 18:09:01 Uhr von Jürgen Heiliger »
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Offline 4504

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Re: Telefunken M-20 Hist, eine Maschine mit Besonderheiten und historischem Wert
« Antwort #1 am: Montag, 23.August.2010 | 15:32:05 Uhr »
Hallo Jürgen,

gratuliere! Die Maschien würde ich gerne einmal mit entsprechenden Bandmaterial inn Aktion hören.

Grüße, Thomas(4504)!

Offline Captn Difool

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Re: Telefunken M-20 Hist, eine Maschine mit Besonderheiten und historischem Wert
« Antwort #2 am: Montag, 23.August.2010 | 22:07:08 Uhr »
Meinen Glückwunsch Jürgen,
das sind ja in gewisser Weise schon historisch wertvolle Geräte. Viel Freude damit. Bei dem Anblick fange ich an zu sabbern, anderseits kann ich mit den Maschinen nicht recht was anfangen, denn mit Plattenkopien wären sie eigentlich noch unterfordert.

Offline PeZett

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Re: Telefunken M-20 Hist, eine Maschine mit Besonderheiten und historischem Wert
« Antwort #3 am: Montag, 23.August.2010 | 22:10:12 Uhr »
Große Klasse, Jürgen. Du hast es ja schon angekündigt und jetzt ist das Kleinod da.
Da wird ja für die nächsten Tage das "Programm" festgelegt sein...

Gruß

Peter
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Offline Jürgen Heiliger

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Re: Telefunken M-20 Hist, eine Maschine mit Besonderheiten und historischem Wert
« Antwort #4 am: Montag, 23.August.2010 | 22:53:34 Uhr »
Hallo Peter,

ja zur Zeit haben die Tage zu wenige Stunden.....

denn schon kommen die Anfragen..... kannst Du diese detailierter zeigen óder jenes einmal nachmessen.... aber dies macht man ja gerne.....
deshalb dann auch hier die neuen Bilder.....
zuerst meine M-20 TC mit Vorkopfschere..... Dicke der Tonwelle mittels digitaler Schieblehre

hier nun mal ein einzelner Kopfträger für meine M-20 TC mit vollständiger Bestückung (ohne Kopfschere), damit man auch die Kopfbezeichnungen erkennen kann.
Aufnahmekopf AC-35 / Wiedergabekopf WC-33


Nun die M-20 HIST von Friedrich..... Dicke der Tonwelle mittels digitaler Schieblehre

hier die noch eingebaute Kopfträgerplatte der M-20 Hist, man erkennt gut die unterschiedliche Kopfbestückung
Aufnahmekopf AC-34 / Wiedergabekopf WC-32


Gruß
Jürgen

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Re: Telefunken M-20 Hist, eine Maschine mit Besonderheiten und historischem Wert
« Antwort #5 am: Donnerstag, 26.August.2010 | 00:18:23 Uhr »
Moin Jürgen,

meinen herzlichen Glückwunsch .... tolle Maschinen ... und das Bandmaterial wird auch nicht ohne sein ... :drinks:

Offline cavemaen

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Re: Telefunken M-20 Hist, eine Maschine mit Besonderheiten und historischem Wert
« Antwort #6 am: Samstag, 14.Mai.2011 | 19:22:06 Uhr »
Hmm, habe von einem Ing. von Telefunken in Konstanz diverse Tonköpfe geerbt, darunter Vorserien und Mustertonköpfe.

Darunter sind auch die, welche zu Deiner M20 passen / gehören und weitere Preziosen!

Beste Grüße,

vom Rudy

Offline cavemaen

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Re: Telefunken M-20 Hist, eine Maschine mit Besonderheiten und historischem Wert
« Antwort #7 am: Mittwoch, 14.Dezember.2011 | 20:20:01 Uhr »
Habe weitere Audioplatten geerbt für die Telefunken M20: AW15.1 Vorserien und Musterplatinen der Telefunken Konstanz und 2 verpackte neue Audioplatinen.

Rudy .,111